Geld

Acht Tipps zur Gelderziehung

Eine frühe Gelderziehung und umfassende Finanzbildung sind in unserer Konsumgesellschaft wichtiger denn je. Eltern sollten ihren Kindern bereits in frühen Jahren beibringen und vorleben, wie man mit Geld verantwortungsvoll umgeht.

Tipp 1: Altersgerechte Vermittlung

In den ersten Lebensjahren steht das Verstehen von Geldbeträgen und das Sparen auf einen besonderen Wunsch im Mittelpunkt. Ab dem sechsten Lebensjahr sollten Sinn und Ziel des Sparens, das Einschätzen von Bedürfnissen und Geldbeträgen sowie kritisches Konsumdenken vermittelt werden. Ab dem Teenageralter steht unter anderem der Zusammenhang von Geld und Arbeitsleistung, aber auch der selbstständige Umgang mit den eigenen Euros am Plan.

Tipp 2: Zum Sparen animieren

Die Fähigkeit „längerfristig zu sparen“ ist eine wichtige Voraussetzung, um größere finanzielle Ziele erreichen zu können. Philip List, Leiter des Erste Financial Life Park (FLiP): „Kinder, die das Sparen und somit ihre Bedürfnisse aufschieben lernen, sind später erfolgreicher bei der Budgetplanung.“ Den Sinn des Sparens – also Geld beiseitezulegen, um für schlechte Zeiten vorgesorgt zu haben beziehungsweise sich einen Wunsch erfüllen zu können – sollte spätestens im Vorschulalter vermittelt werden.

Tipp 3: Wert von Dingen begreifbar machen

Kinder haben oft viele materielle Wünsche. Wie viel das begehrte Gut kostet bzw. wert ist, lernen sie am besten durch erlebnisorientierte Vermittlung. Durch das Erzählen einer Spargeschichte, einfache Übungen, Spiele oder Visualisierungen kann der Wert von Dingen begreifbar gemacht werden.

 

Tipp 4: Taschengeld für sorgsamen Umgang mit Geld

Taschengeld ist ein geeignetes Mittel, um dem Kind den Umgang mit Geld näher zu bringen. List: „Der Nachwuchs muss selbst entscheiden, was er sich leisten kann und was nicht. Dafür trägt er auch die Verantwortung.“ Die vom Nachwuchs gerne geforderte Erhöhung des Taschengeldes, kann ebenso mit dem Schulstart einher gehen. Die ersten Jahre sollte das Kind das Taschengeld in bar ausbezahlt bekommen, ab dem zehnten Lebensjahr kann der Betrag auch auf ein Jugendkonto überwiesen werden. Internetbanking hilft zum Beispiel, den Weg des Geldes leichter nachzuverfolgen. Mehr Infos unter: www.financiallifepark.at/ taschengeldleitfaden

Tipp 5: Kontobewegungen besprechen

Regelmäßige Kontoauszüge sind wichtig, um den Überblick über die Geldflüsse zu behalten. Eltern sollten mit ihren Kindern üben, eine Kontoübersicht korrekt zu lesen. List: „Im FLiP sehen wir immer wieder, dass Jugendliche wenig Überblick über ihre Finanzen haben. Die Lebenskosten werden auch oft falsch eingeordnet. Besprechen Sie mit Ihrem Kind die eigenen Einnahmen und Ausgaben.“

„Wissen ist die Basis für Entscheidungen schlechthin und führt zu einem verantwortungsvollen Umgang in Sachen Finanzen.“

Philip List

Leiter des Erste Financial Life Park (FLiP)

Tipp 6: Über Geld sprechen

„Eltern sollten mit ihren Kindern über Geld sprechen und ihr eigenes wirtschaftliches Denken und Handeln erklären“, rät List. Ebenso wichtig ist, den Umgang mit Geld vorzuleben und mögliche Schuldenfallen zu thematisieren. Mit Jugendlichen sollten die Erziehungsberechtigten außerdem über Verträge sprechen und erklären, dass genaues Lesen und Verstehen die Voraussetzungen schlechthin sind, um einen Kauf oder eine Verpflichtung einzugehen.

Tipp 7: Leistung und Verdienst bewusst machen

Von berufstätigen Eltern bekommen Kinder die Verbindung von „Job und Verdienst“ bereits früh mit. Eine stärkere Gewichtung bekommt das Thema aber oft erst durch selbst verdientes Geld. Autonomie, Stolz auf die eigene Leistung und Selbstwertgefühl sind wichtige Erfahrungen, die beim ersten Job in den Vordergrund rücken. Der wesentliche Aspekt jedoch ist das Erkennen des Zusammenhangs von persönlichem Einsatz und erwirtschaftetem Geldbetrag. Die Jugendlichen erleben, wie viel persönliche Energie in dem erarbeiteten Geld steckt. Eine wichtige Erkenntnis, die dazu beiträgt, den Wert des eigenen Geldes schätzen zu lernen.

Tipp 8: Interesse für Wirtschafts- und Finanzthemen wecken

Der Wunsch, ständig die neuesten Trends der Technik und Mode zu besitzen, aber auch In-App-Käufe lassen viele junge Menschen in die Konsumfalle tappen: Knapp 25 Prozent aller Verschuldeten sind unter 30 Jahre alt. Eine frühe Gelderziehung und umfassende Finanzbildung sind deshalb wichtig. „Wissen ist die Basis für Entscheidungen schlechthin und führt zu einem verantwortungsvollen Umgang in Sachen Finanzen“, so List.

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