Nachhaltigkeit

Junge Klimahelden

„Rethinking the Future Together“ lautet das Motto der dritten Jugendklimakonferenz, die von 15. bis 17. Oktober in Wien mit rund 350 Teilnehmern zwischen 14 und 30 Jahren stattfinden wird. Die österreichische Jugendklimakonferenz – auch bekannt als Local Conference of Youth (LCOY) – ist die nationale Version der Conference of Youth (COY), von denen seit 2016 rund 20 weltweit stattfinden. Das Ziel der Konferenz, die in Österreich von der NGO CliMates Austria organisiert wird ist es, sich nicht nur an jene zu richten, die im Klimaschutz aktiv sind, sondern auch jenen einen Einstieg zu bieten, die gerade beginnen, sich mit Klimaschutz zu beschäftigen.

Sorge Klimazukunft

 

Dass der Klimawandel auch während der Corona-Pandemie jungen Menschen große Sorgen bereitet, belegt eine Umfrage des Instituts für Jugendkulturforschung, die im Auftrag von SOS Kinderdorf vor einem Jahr durchgeführt wurde. Dabei wurden erstmals Daten zur Bedeutung von Klima und Nachhaltigkeit für Kinder und Jugendliche erhoben, wobei die repräsentative Befragung unter 400 Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 18 Jahren durchgeführt wurde. Demnach machen sich „nur“ 59 Prozent Sorgen, dass es in Zukunft öfter zu Pandemien kommen könnte. Hingegen haben 85 Prozent Angst, dass die Menschheit dabei ist, die Erde zu zerstören. Und über 80 Prozent finden, dass Politik und Wirtschaft den Klima- und Umweltschutz nicht ernst genug nehmen. 72 Prozent sind der Meinung, dass die Jungen die Fehler der Älteren beim Klima- und Umweltschutz ausbaden müssen, während 70 Prozent auch Angst haben, dass sich die Folgen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung negativ auf ihre Gesundheit auswirken.

„Das ist nicht ok“

 

Eine, die sich aktiv im Klimaschutz engagiert, ist die 16-jährige Paula. Die Wiener Schülerin lebt nicht nur vegan und fährt viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sie ist auch bei der globalen, sozialen Bewegung FridaysForFuture und beim Wiener Jugendrat aktiv. „Ich organisiere Veranstaltungen, gehe auf Demonstrationen und mache die Pressearbeit. Mich macht die Klimakrise fertig und mir bleibt deshalb nichts anderes übrig als aktiv zu sein, denn ich muss den Grant und die Traurigkeit rausschreien. Deshalb bringt es mir viel, wenn ich laut und deutlich sagen kann, dass ich es nicht ok finde, wie die Politik mit meiner Zukunft und der meiner Generation umgeht.“

Aktiv in die Zukunft

 

Doch auch, wenn das Bewusstsein bei Kindern und Jugendlichen schon groß ist, in den Schulen ist es teils immer noch nicht angekommen, wie wichtig Klimaschutz ist. Er ist nach wie vor nicht als eigenes Fach verankert und wird, je nach Schule, mehr oder weniger aktiv vermittelt und im Alltag gelebt. Maja, 23, hat deshalb mit anderen jungen Menschen die Organisation Verde Wien gegründet, die sich für ein nachhaltiges Bildungssystem einsetzt – vom Kindergarten bis zur Universität. „Es geht dabei“, sagt Maja, die seit einem Jahr an der BOKU Umwelt- und Bioressourcenmanagement studiert, „um nachhaltigeres Lernen, aber auch, dass die Schulen umweltfreundlicher handeln. Auch, wie man schon in der Schule lernt, was Klimaschutz ist und wie man sich dafür einsetzen kann, um den Klimawandel so gering wie möglich zu halten.“

Aktiv in die Zukunft

Paula geht es wie vielen in ihrem Alter: Sie haben das Gefühl, wenig bewirken zu können, noch keine Stimme zu haben und von den Entscheidungen, die Politiker treffen, abhängig zu sein, „obwohl sie die Konsequenzen nicht mehr tragen müssen. Es macht mir Angst, dass ich meine Zukunft noch nicht mitgestalten kann und sich das Klima ins Schlechte hineinentwickelt.“ Paulas Wunsch für die Zukunft: „Dass diejenigen, die die Verantwortung haben, das endlich begreifen. Immerhin sind die 100 größten Unternehmen für 60 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Es muss einen Systemwandel geben. Denn die Versprechen dürfen nicht länger nur leere Versprechen sein – sie müssen endlich eingelöst werden.“

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