Bildung

Kommunikation ist alles!

Eigentlich wollen Eltern und Lehrkräfte dasselbe: eine offene, objektive und wertschätzende Kommunikation miteinander. Warum das manchmal gar nicht so leicht ist und mit welchen Tipps der Dialog doch gelingt.

Leben mit Kindern heißt auch: Loslassen können! Vor allem dann, wenn die Sprößlinge vom Kindergarten in die Schule kommen, beginnt für die Eltern ein weiterer Ablösungsprozess. Nun heisst es wieder: Verantwortung abgeben. Erstens an das Kind und zweitens an die Lehrperson, die es die kommenden Jahre begleiten wird. Während Lehrerinnen und Lehrern früher nahezu ein blindes Vertrauen geschenkt wurde, bringen sich Eltern heutzutage immer mehr in das Schulgeschehen mit ein. Das melden auch die Lehrkräfte zurück. In ihrer Wahrnehmung wird der Kommunikationsbedarf von Eltern immer größer und auch offensiver eingefordert. Dieses neue Gesprächsbedürfnis hat viele gute Seiten. Können doch durch eine offene Kommunikation rasch Missverständnisse aus dem Weg geräumt und gemeinsame Lösungen gefunden werden. Andererseits birgt die Beziehung zwischen Eltern und LehrerInnen auch ein gewisses Konfliktpotential. Vor allem dann, wenn persönliche Grenzen überschritten werden und die individuellen Interessen für das Kind den Interessen der Klassengemeinschaft entgegenlaufen. Von solchen Geschichten erzählt Lena Greiner in ihren Büchern mit einem Augenzwinkern. Sie beschreibt Szenen aus dem Schulalltag, in denen es Eltern mit dem Wunsch das Beste für ihre Kinder herauszuholen, mehr als nur übertreiben. Da geht es etwa um die Forderung, Schularbeiten zu verschieben, damit das Kind ungestört Geburtstag feiern kann, bis hin zu Eltern, die vors Verwaltungsgericht ziehen, weil sie unbedingt beim Klassenausflug dabei sein wollen. Bestimmt können viele LehrerInnen von überengagierten Helikoptereltern berichten, die ihre Kinder für den Nabel der Welt halten und ihnen jegliche Probleme aus dem Weg räumen möchten. Aber im Ernst, es gibt natürlich viele Anlässe und Situationen, die selbstverständlich ein Gespräch mit den LehrerInnen notwendig machen.

„Eltern können die Lehrer ihrer Kinder mit dreisten Forderungen und absurden Wünschen in den Wahnsinn treiben.“

Lena Greiner

Autorin & Redakteurin

Gelegenheit für Gespräche

Und die meisten Lehrpersonen wünschen sich ja auch Eltern, die das Gespräch suchen, wenn sich das Kind beispielsweise in der Klassengemeinschaft nicht wohl fühlt, überfordert ist oder in einzelnen Bereichen Schwierigkeiten zeigt. Gelegenheit für Gespräche bieten zunächst einmal der klassische Elternabend und der Elternsprechtag. Auch wenn es keine Probleme in der Schule gibt oder offene Fragen, so lohnt es sich aus Elternsicht trotzdem daran teilzunehmen, um eine gute Gesprächsbasis zu schaffen. Auch von Seiten der Lehrkräfte lohnt es sich jedenfalls auch Raum für problemfreie Begegnungen zu schaffen, um die Beziehung zu den Eltern zu stärken. Natürlich reicht oftmals der zeitliche Rahmen von etwa 10 bis 15 Minuten am Elternsprechtag nicht aus. Vor allem, wenn es um den Wunsch nach Diskussion und den Austausch von Sichtweisen und Perspektiven geht. So ist es ratsam, gleich am Beginn einer Schulzeit mit der Lehrkraft zu klären, auf welchem Weg Probleme angesprochen werden können.

Eine gute Kommunikation zwischen Eltern und Lehrkräften fördert den Schulerfolg der Kinder.

Ständige Erreichbarkeit: Fluch oder Segen?

Wir leben in einer Zeit der vielfältigen Erreichbarkeit und nutzen mittlerweile zahlreiche Kanäle für die Kommunikation. Gerade während der Corona-Pandemie erwiesen sich die technischen Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme als Segen. Gespräche via Telefon, Onlineplattformen und Nachrichtendienste wurden usus und erwiesen sich von großem Nutzen. Trotzdem sollte dies kein Freibrief sein für eine ständige Kontaktaufnahme auf beiden Seiten. LehrerInnen müssen nämlich keineswegs rund um die Uhr für Eltern erreichbar sein. Es gelten die üblichen arbeitsrechtlichen Bedingungen mit der festgelegten Arbeitszeit. Es sollte also grundsätzlich genügen, wenn Eltern und auch Schüler die LehrerInnen während der Schulzeit erreichen können. Viele LehrerInnen halten sich dennoch flexibler und kommunizieren den Eltern zu Beginn der Schulzeit klar, wie und wann sie zu erreichen sind. Solche klaren Ansagen geben eine gute Orientierung und lassen wenig Spielraum für Spekulationen.

Das wünschen sich LehrerInnen von Eltern

Umfragen zeigen, dass sich LehrerInnen von Eltern vor allem gegenseitigen Respekt und Ehrlichkeit wünschen. Da sie selbst die Kinder nur im Schulalltag erleben, ist das Feedback der Eltern von großem Wert. Es ist wichtig für sie zu erfahren, ob und wieviel die Eltern das Kind beim Lernen unterstützen, ob es bei den Hausübungen entspannt oder überfordert ist, oder ob es von Problemen in der Klasse berichtet. Solche Hinweise helfen der Lehrperson das Verhalten und die Leistungen des Kindes besser einzuschätzen. LehrerInnen wünschen sich außerdem, dass Eltern bei der Lösung von Problemen mithelfen und die besprochenen Maßnahmen dann auch konsequent umsetzen. Ist zum Beispiel vereinbart, dass das Kind die Hausübungen ausschließlich alleine erledigen sollte, um etwaige Lücken besser identifizieren zu können, dann sollten sich Eltern auch an die Vereinbarungen halten. Denn nur die konsequente Umsetzung einer Maßnahme kann zu positiven Verhaltensänderungen führen. In diesem Sinne: Kommunikation ist alles!

Bücher zum Schmunzeln

Verschieben Sie die Deutscharbeit – Mein Sohn hat Geburtstag! Von Helikoptereltern und Premium-Kids. Lena Greiner, Carola Padtberg, Ullstein Taschenbuchverlag, 224 Seiten, € 9,99.

Ich muss mit auf Klassenfahrt – Meine Tochter kann sonst nicht schlafen! Lena Greiner, Carola Padtberg, Ullstein Taschenbuchverlag, 224 Seiten, € 9,99.

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Insgesamt 0 Beiträge

Wir setzen Cookies auf dieser Website ein, um Zugriffe darauf zu analysieren, Ihre bevorzugten Einstellungen zu speichern und Ihre Nutzererfahrung zu optimieren. weitere Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close