Nachhaltigkeit

„Leben Sie Ihren Kindern den Respekt vor der Natur vor“

Mag. Maria Asenbaum ist Psychologin und systemische Familientherapeutin im FONDAVO Gesundheitszentrum in Wien.

Ab welchem Alter ist es sinnvoll, mit Kindern über den Klimawandel zu reden?

Ich würde sagen im späteren Volksschulalter. Kleinkindern sind eher Dinge verständlich, die sie sehen und anfassen können. Erst ab etwa 8 Jahren entwickeln Kinder die Fähigkeit, immer abstrakter zu denken und größere Zusammenhänge zu verstehen. Das heißt nicht, dass wir mit kleinen Kindern nicht über das Schützen von Tieren und Pflanzen und derer Lebensräume sprechen sollen. Und vor allem ist es wichtig, als Erwachsene den Respekt vor der Natur immer vorzuleben – von Anfang an.

Kann das Thema auch Ängste auslösen?

Das kommt darauf an, ob das Kind auch sonst belastet ist und ob die Erklärung mit eigenen Ängsten verbunden ist. Gerade jetzt, wo viele auch durch die Pandemie überlastet und verängstigt waren, habe ich schon Kinder erlebt, die auch diesbezüglich Ängste entwickeln. Es ist gerade in vielen Bereichen unsicher wie es weitergeht und das führt verständlicherweise bei Kindern sowie bei Erwachsenen auch, zu Unsicherheit und Angst.

Wie können Eltern dann damit umgehen?

Erstens ist es wichtig das Thema nicht zu tabuisieren. Ja, der Klimawandel ist groß und komplex und er geht uns alle an, aber wir können das besprechen. Alle Sorgen und Ängste sind ok und haben Platz. Zweitens ist es gerade für Kinder und Jugendliche wichtig, ins Tun zu kommen. Sei es mit Recycling, mit Geld für Kampagnen sammeln, mit demonstrieren oder womit es den Kindern noch sinnvoll erscheint. Sie sind da meist unglaublich kreativ. Die Zukunft mitzugestalten ist das beste Mittel gegen Zukunftsängste.

Wie können Eltern uninteressierte Kinder und Jugendliche dazu bewegen, aktiv am Umweltschutz teilzunehmen?

Bei jüngeren Kindern ist das Vorleben und auch es immer wieder anzusprechen wichtig. Bei Größeren – Stichwort Pubertät – macht das oft weniger Sinn. Da muss das Kind/der Jugendliche eigene Wege gehen und kommt wahrscheinlich eher über Freunde, Schule oder Social Media an das Thema heran. Es gibt auf YouTube ganz tolle Kanäle und die Kinder entdecken oft Dokumentationen, die ihnen vieles erklären. Aber wie bei vielen anderen Dingen auch, wir können nicht entscheiden wofür sich ein Kind interessiert und engagiert. Da muss man ein bisschen Vertrauen haben.

Mag. Maria Asenbaum

www.psychotherapieasenbaum.at

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