Freizeit

Raus aus der Frustrations-Bubble

Soziale Medien unterhalten, verbinden und inspirieren. Was sie aber auch können: sie regen auf, frustrieren, vertiefen Gräben. „familiii“ zeigt, wie man die „Frust-Filterblase“ auf Social Media platzen lassen kann. 

Schon wieder eine dieser endlos zermürbenden Debatten in der Timeline! Aggressive Posts, haufenweise negative Meldungen, Shitstorms: Das Surfen in den sozialen Medien kann einen niedergeschlagen und wütend zurücklassen. Vor allem dann, wenn die eigene Filterblase eine deutliche Schlagseite hat. Und das könne schnell passieren, sagt Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin von Saferinternet.at. Denn soziale Medien funktionieren genau nach diesem Prinzip: „Je öfter ich mir ähnliche Inhalte anschaue, je länger ich auf einer Seite bleibe, desto mehr wird mir von diesen Inhalten gezeigt.“ Echo-kammer-Effekt heißt dieses Phänomen: Abweichende Meinungen tauchen in der eigenen Timeline immer weniger auf, die gezeigten Inhalte untermauern das, was man bisher angeklickt hat. Wer sich also im Internet viel mit Verschwörungstheorien beschäftigt, bekommt in den sozialen Medien ungefragt entsprechende Inhalte präsentiert. „Dem kann man sich dann schwer entziehen“, sagt Barbara Buchegger.

Filterblase bewusst gestalten 

Wie stark sich die negativen Inhalte auf Facebook, Instagram, TikTok und Co auf die eigene Gemütslage auswirken, hänge sehr davon ab, wie reflektiert jemand ist. „Merke ich überhaupt, dass ich in eine ‚Bubble‘ reinfalle, dass sich mein Gesichtsfeld verengt und ich mich nur noch mit bestimmten Dingen beschäftige, oder merke ich es nicht? Wenn mir das nicht bewusst ist und ich gar nicht mitbekomme, wie aggressiv und wütend mich das macht, werden die Emotionen stärker und lassen sich manchmal nicht mehr steuern.“ Völlig ausgeliefert sei man dem Algorithmus in den sozialen Netzwerken zum Glück nicht. Die eigene Filterbubble könne sogar bewusst gestaltet werden. Das sei ratsam, wenn man merkt, wie sehr einen bestimmte Themen emotional aufregen, wie aggressiv digitale Diskussionen oder die Posts einzelner Personen machen. InfluencerInnen, die einem nicht gut tun, kann man ‚entfolgen‘, die Meldungen von ‚Freunden‘ kann man blockieren. Und: „Ich kann mir aus Selbstschutz auch mehrere Konten mit unterschiedlichen Inhalten zulegen.“ 

Balance zwischen den Netzwerken 

Je nachdem mit welchen Inhalten man sich gerade befassen will, aktiviert man eines der Konten. Auch eine Balance zwischen unterschiedlichen sozialen Netzwerken sorge für eine größere Vielfalt an Themen. Instagram frustriert gerade? Dafür inspiriert Pinterest und unterhält TikTok. Oder umgekehrt. Dass Inhalte in den sozialen Medien aufregen oder beängstigen können, sollen Eltern ihren Kindern gegenüber immer wieder thematisieren. „Schon jüngere Kinder kriegen das mit. Wichtig ist, darüber zu reden und zu erklären, dass man etwas löscht, weil es einem nicht gut tut. Jugendliche kann man fragen, ob ihnen so etwas auch untergekommen ist. Oder wie es anderen in ihrer Klasse mit bestimmten Themen geht, zum Beispiel damit, wie es ist, im Internet dauernd dünne Models zu sehen.“ Jugendliche, sagt Buchegger, wüssten oft besser als Erwachsene Bescheid, wie soziale Netzwerke funktionieren und dass viele Beiträge bearbeitet sind. „Und trotzdem hinterlassen die Inhalte einen Eindruck.“ 

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