Bräuche zur Osterzeit
Warum bringt zu Ostern ein Hase Eier? Was haben Ratschen, Lämmer und Palmbuschen mit Ostern zu tun? Erfahre, was es mit diesen Traditionen auf sich hat.

EIERFÄRBEN
DAS BUNTE EI ALS SYMBOL DES LEBENS
Schon seit dem Mittelalter färben wir jedes Jahr zu Ostern Eier. Bis zum 20. Jahrhundert wurden die Eier vor allem rot bemalt: denn die Farbe steht für das Leben und die Fruchtbarkeit. Und gleiches gilt auch für das Ei selbst: Ein schlüpfendes Küken erinnert an die Auferstehung Jesu, die wir am Ostersonntag feiern. An diesem Tag ist auch die traditionelle Fastenzeit zu Ende, in der man früher keine Eier essen durfte. Und das wird mit dem Schmausen von bunten Eiern gefeiert.

RATSCHEN
LAUTES GEKLAPPER STATT GLOCKENLÄUTEN
Ist dir schon aufgefallen, dass von Gründonnerstag bis zur Osternacht die Kirchenglocken nicht läuten? Man sagt, sie sind nach Rom geflogen. Das Läuten wird in dieser Zeit durch lautes Ratschen ersetzt.

PALMBUSCHEN
OSTER-GLÜCKSBRINGER
In vielen Gegenden Österreichs werden vor dem Palmsonntag Palmbuschen gebunden. Früher sind die Leute mit diesen Buschen rund um ihr Haus gegangen, um das Böse fernzuhalten. In einigen Orten kannst du die Zweige noch heute sehen: denn angeblich bringen sie richtig viel Glück.

OSTERHASE
MODERNER EIER-BRINGER
Den Osterhasen gibt es im Vergleich zu anderen Ostertraditionen noch nicht lange: erst im 17. Jahrhundert hat er seine Vorgänger Fuchs, Kuckuck oder Henne abgelöst. Wie auch das Ei, steht der Hase für Fruchtbarkeit und einen Neuanfang. Zum beliebten Ostersymbol wurde er aber vor allem dank der Spielzeug- und Schokoladenindustrie. Die haben das Langohr richtig berühmt gemacht. Und was wäre Ostern ohne köstliche Schokoladenhäschen?

OSTERBAUM
FLAUSCHIGE DEKO
In vielen Haushalten werden geschmückte Osterbäume aufgestellt, um die Osterzeit einzuläuten. Dafür werden anstelle richtiger Palmzweige oft die flauschigen Palmkätzchen verwendet. Diese Frühlingsboten stehen unter Naturschutz. Daher solltest du sie nicht in der Natur sammeln.

OSTERLAMM
TRADITIONELLE SPEISE
Das unschuldige Lämmchen gilt schon seit jeher als Opfertier. Früher wurde es regelmäßig zu religiösen Festen geschlachtet, geweiht und verspeist. Diese Tradition ist heute jedoch nicht mehr weit verbreitet. Stattdessen lassen wir uns zu Ostern gebackene, süße Osterlämmer schmecken.

OSTERHEXE
HEX’ UND HAHN IM NORDEN
In Skandinavien wirst du den Osterhasen vergeblich suchen: dort kommt nämlich jedes Jahr die Osterhexe. Auf den Straßen kannst du dann zahlreichen Hexen begegnen: denn die Kinder ziehen verkleidet von Haus zu Haus und bitten um Naschereien. Und die Eier? Die versteckt zumeist ein Hahn.

EIERRADELN
WENN RÄDER AUF DEN BÄUMEN LANDEN
In Obertraun, einem Ort im oberösterreichischen Salzkammergut, solltest du dein Fahrrad in der Nacht zum Ostermontag lieber in Sicherheit bringen: denn steht es frei herum, könnte es verschleppt werden – und du findest es am nächsten Tag auf einem Baum oder einem Dach wieder. Der kuriose Brauch soll dazu beitragen, dass die Leute im Ort mehr Ordnung halten.
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