Wie die Jüngsten Schifahren lernen

Mit ein paar Tricks stehen die Kleinen rasch auf den Schi und fahren selbstsicher die Piste hinunter!
Erste Trockenübungen ab 3 Jahren
Auf spielerische Weise starten Sie am besten im Alter von drei bis vier Jahren mit den ersten Trockenübungen zuhause. Lassen Sie Ihr Kind das Gewand (am besten eine bequeme Hose und Jacke oder einen Overall) und einen Helm anziehen, ja vielleicht sogar den ersten Kinderski am Teppich ausprobieren. Die Schuhe dürfen auf gar keinen Fall wehtun, es muss kein Rennskischuh sein, aber ein gut passender und warmer Schuh ist Gold wert. Auch Handschuhe, die warm sind (keine Fingerhandschuhe, die wärmen nicht so gut), und Skistöcke dürfen nicht fehlen. Ist das einmal geschafft, dann geht es vom Trockentraining hinaus ins Freie. Nun geht es an einen leicht ansteigenden Hang. Sie müssen keineswegs gleich in ein tolles Skigebiet, das überfordert jedes Kind und nimmt ihm den Spaß am Skifahren. Schließlich muss auch Liftfahren gelernt werden. Beginnen Sie einmal damit, einfach ein Stück mit den Skiern zu „gehen“, machen Sie es Ihrem Kind vor und es soll mitgehen. Versuchen Sie dann mit Ihrem Kind im Grätenschritt ein Stück den Hang hinauf zu gelangen. Hierbei formen die Ski ein V im Schnee, die Ski sind innen belastet. Auch der Treppenschritt ist eine hervorragende Vorübung, dabei sind die Skier paralleI zum Hang (wichtig, denn sonst rutscht man gleich bergab), man hebt den oberen, sogenannten „Bergschi“ leicht an und steigt ein Stück weiter parallel hinauf, gefolgt vom zweiten Schi, dem „Talschi“. Auf diese Weise erfährt der Körper ganz von allein eine abwechselnde Belastung des Tal- und Bergschis, eine Grundvoraussetzung für das spätere Kurvenfahren. Dies gilt es nun natürlich nicht stundenlang zu üben und eine Bergwanderung daraus zu machen. Weniger ist hier mehr! Die kleinen Helden wollen Spaß! Also können Sie schon nach wenigen Metern das erste Mal bergab rutschen. Stöcke sind bei den ersten Versuchen auf Skiern noch nicht unbedingt nötig.
Das Kind gibt den Rhythmus vor
Nun kann es im Schikurs losgehen oder aber Sie festigen die ersten gelernten Schritte selbst, indem Sie ein paar Tage mit Ihrem Sprössling am „Babyhang“ bleiben. Warmer Kakao und ein guter Kaiserschmarren dazwischen sollten natürlich nicht fehlen! Achten Sie auf das, was Ihr Kind sagt, zwingen Sie es zu nichts, im Vordergrund muss immer der Spaß stehen. Wenn Ihr Kind sich schon sicher fühlt beim Gehen und am leichten Hang, dann können Sie eine Auffahrt mit einem kurzen Schlepplift oder einem Sessellift wagen. Bestellen Sie hierfür Sonnenschein, dann macht es noch mehr Spaß Am Schlepplift haben Sie Ihr Kind anfangs zwischen Ihren Beinen, am Sessellift auf Ihrem Schoß. Dies sollten Sie nur tun, wenn Sie selbst ein sicherer und geübter Schifahrer sind. Ansonsten bitte geben Sie Ihr Kind in die Anfängergruppe eines Schikurses. Dort lernt es mit professioneller Hilfe das Ein- und Aussteigen an Schleppliften.
Oberste Devise: Locker bleiben
Nach dem Ausstieg am Berg bringen Sie Ihr Kind parallel zum Berg zum Stehen. Nun fahren Sie in großen Pflugbögen Ihrem Kind eine Spur vor und es kann nachfahren. Fahren Sie dabei ganz langsam in großen Kurven. Die meisten Kinder sind von sich aus locker im Bewegungsablauf, sofern Sie keine Angst haben. Angst darf nie mitfahren, das Kind versteift sich sonst und die Verletzungsgefahr steigt. Seien Sie selbst locker und fröhlich, signalisieren Freude und Spaß, haben Sie Geduld! Am Anfang ist es ganz gut, ohne Stöcke zu fahren, das macht es leichter, den Oberkörper in der Kurve locker mit zu bewegen. Eine zu aufrechte Haltung oder gar Rücklage beschleunigt den Schi in der Kurve, ein zu weit nach vorne gebeugter Oberkörper bringt den Schi nicht um die Kurve. Es gilt, sich möglichst dynamisch locker mit zu bewegen. Die Ober – und Unterarme bewegen sich hingegen kaum. Man kann sich vorstellen, ein Tablett mit Getränken ins Tal zu bringen. In den Schikurs kann Ihr Kind, sobald es Lust hat an der Bewegung im Schnee und die Ausrüstung vorhanden ist. Im Vordergrund muss immer das Vergnügen stehen, es hat keinen Sinn, ein Kind in einen Kurs zu zwingen, wenn es damit noch überfordert oder die Trennungsangst zu groß ist. Möchte ein Kind nicht in eine Kindergruppe, so empfehlen sich auch ein paar Einzelstunden mit geprüften Schilehrern für einen gelungenen Start auf der Piste. Die Freude am Schifahren wird mit positiven, schönen ersten Erlebnissen geboren, nur wenn Ihr Kind Erfolg und Lob dabei erlebt, kann daraus ein Sport werden, den es ein Leben lang gern ausübt.
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