Nachhaltigkeit

50 konkrete Maßnahmen für die Klimamusterstadt Wien

Bürgermeister Michael Ludwig, Umweltstadträtin Ulli Sima und SPÖ-Klubvorsitzender Josef Taucher starten eine Klima-Offensive für Wien.

Zum umfassenden Klima-Manifest zählen 50 konkrete Maßnahmen, die Wien zur Klimamusterstadt machen. Darunter Mega-Offensiven wie der Ausbau der Photovoltaik, innovative Mobilitätskonzepte, die den Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel künftig bis zur Haustüre bringen, „Zero Waste“ durch Abfallvermeidung und Verwertung, „Cooling-Maßnahmen“, um das Klima an aufgeheizten Orten in der Stadt zu verbessern und vieles mehr. Damit möchte die Wiener SPÖ die Hauptstadt klimafit machen. Das Klima-Manifest dient aber nicht nur allein zum Schutz des Klimas und der Umwelt, sondern vielmehr den städtischen Bewohnern. Schließlich sind es sozial Schwächere, Ältere, Kinder und Kranke die besonders unter den Auswirkungen des weltweiten Klimawandels leiden. Es geht um soziale Gerechtigkeit – auch beim Klimaschutz.

20 Jahre Klimaschutz

Seit mehr als 20 Jahren widmet sich die SPÖ Wien dem Klima- und Umweltschutz. 1999 wurde das erste Wiener Klimaschutzprogramm mit ambitionierten Klimazielen ins Leben gerufen. Mit Erfolg: Die für 2010 angepeilten Klimaschutzziele wurden bereits 2006 realisiert. Bis Ende 2008 gelang es, die Treibhausgase, die jährlich in Wien ausgeschüttet werden, um insgesamt 3,1 Millionen Tonnen zu reduzieren. Im Dezember 2009 beschloss der Wiener Gemeinderat daher die Fortschreibung des Klimaschutzprogramms, das bis heuer Gültigkeit hat. Auch die „Smart City Strategie“ – eine Zukunftsvision für Wien, die alle Lebensbereiche umfasst – zeigt, welche Anstrengungen die Stadt unternimmt, um sich der weltweiten Klimakrise, zu stellen. Das Klimamanifest knüpft an die bisherigen Erfolge an und setzt zugleich neue Maßstäbe für die Stadt der Zukunft.

Bürgermeister Michael Ludwig, SPÖ-Klubchef Josef Taucher und Umweltstadträtin Ulli Sima mit dem Klima-Manifest der SPÖ-Wien.

Mit der Kraft der Sonne wird Strom für tausende Haushalte erzeugt

Der Ausbau der erneuerbaren Energie, aus nachhaltigen, umwelt- und klimaschonenden Quellen wie Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie, Biomasse und Erdwärme, ist einer von zahlreichen Schwerpunkten. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien kann der Ausstoß von CO2 reduziert und damit das Klima geschont werden. Wien wird also klimaneutral. Wie kann das gelingen? Indem die Partner der Stadt Wien, wie zum Beispiel Wien Energie, 1,2 Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energielösungen wie Sonnen-, Wind- und Wasserkraft investieren. Bis 2030 ist eine zusätzliche Photovoltaik-Leistung von 600 Megawatt geplant. Das entspricht 1.300 Fußballfeldern, die mit Solarpaneelen bedeckt sind, oder zehnmal der Größe des Bezirks Mariahilf. Damit können in Zukunft rund 250.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. 2020 wird Wiens größte Sonnenstromanlage am Wasserbehälter Unterlaa eröffnet. Sie wandelt die Kraft der Sonne in Energie um und liefert 1,9 Megawatt Strom. Damit können knapp 800 Haushalte mit Ökostrom versorgt werden.

Auch im Bereich der Windenergie sind große Steigerungen geplant. Hier soll sich die Leistung von derzeit 200 Megawatt auf rund 330 Megawatt erhöhen. Das entspricht einer Steigerung um mehr als 50 Prozent. Damit könnten in Zukunft 137.000 Haushalte – das heißt beinahe alle Wohnungen in Favoriten und Simmering zusammen – versorgt werden.

Diese sieben zentralen Maßnahmen sollen Wien zur Klimamusterstadt in Europa machen.

Cooles Wien

Die Hitzetage nehmen von Jahr zu Jahr zu. Auch in Wien ist der Klimawandel längst spürbar. 2018 war das wärmste Jahr seit 1961. Österreichweit gibt es mittlerweile mehr Hitzetote als Verkehrstote. Deshalb setzt die Stadt Wien große Anstrengungen daran, die sogenannten Urban Heat Islands – das heißt Plätze in der Stadt, die sich an heißen Tagen besonders aufheizen – zu reduzieren. Um diese Orte auf natürliche Weise, umweltschonend und klimafreundlich, zu kühlen, hat die Stadt Wien innovative Konzepte entwickelt:

  • Cooling-Parks: Der Esterhazy-Park ist der erste Cooling-Park Wiens, der mit neuartigen Kühlungselementen, wie Sprühnebelduschen und Ventilatoren, die Luft um bis zu 10 Grad kühlt.
  • Fassadenbegrünungen: Grüne Häuserfassaden wirken wie natürliche Klimaanlagen. Sie kühlen die Umgebungsluft um bis zu 15 Grad. 150 grüne Häuser sollen in Wien entstehen, 10 grüne Fassaden auf städtischen Gebäuden pro Jahr.
  • Beschattung für alle: In manchen Wohnungen kann es im Sommer ganz schön ungemütlich werden. Deshalb fördert die Stadt die Installation von Außenjalousien mit bis zu 1.500 Euro pro Haushalt.
  • 1.000 Trinkwasserbrunnen für Wien – 500 Schritte zum Trinkbrunnen: 500 Schritte sind es von einem Trinkbrunnen zum anderen. Zu den fix installierten Trinkbrunnen kommen 25 mobile Brunnen, die rund 3 Meter hoch sind, dazu. Die Brunnen sind praktisch auf dem mobilen Stadtplan der Stadt Wien abrufbar. Mehr dazu auf m.wien.gv.at/stadtplan
  • Sprühnebel-Offensive: 2019 hat die Stadt die ersten Sprühnebelanlagen und Wasserschläuche zur Abkühlung an heißen Sommertagen installiert. Heuer wird es in ganz Wien eine Großoffensive mit rund 70 Nebelduschen geben. Für 100 Wasserhydranten wird es Sprühaufsätze geben, die den Namen „Sommerspritzer“ tragen. Auf heißen Plätzen wird es Spritzschläuche geben, die Kühlung bieten.

 

„Diese Klimaschutz-Maßnahmen sorgen nicht nur für ein gutes Stadtklima, sondern schaffen auch Arbeitsplätze, damit Wien noch cooler wird!“

Josef Taucher,
Klubvorsitzender des SPÖ-Klubs im Wiener Rathaus

Raus aus dem Asphalt – Bäume sind Klima-Heros

Bäume, Wälder und viel Grün wirken wie Klimaanlagen, nur umwelt- und klimaschonend. Der Wiener Wald ist ein wahrer Klima-Hero, er kühlt die Stadt. Wenn es um Grünräume, Parks und Grünanlagen geht, steht Wien im Vergleich zu vielen anderen europäischen Städten sehr gut da. Wien hat einen Grünraumanteil von 53 % und will diesen auch in Zukunft in der wachsenden Stadt halten.

  • In den kommenden Jahren entstehen in Wien 16 Hektar neue Parkfächen: Im Mai wird der umgestaltete Reumannplatz mit 13 % mehr Grünraumanteil eröffnet. Es folgen der 2,8 Hektar große Elinor-Ostrom-Park im 22. Wiener Gemeindebezirk und der Park am Nordbahnhofgelände auf 9,3 Hektar Fläche.
  • In Wien stehen heute rund 8.000 Hektar Wald, und er wächst jedes Jahr kontinuierlich weiter. Das ist unter anderem der Aufpflanzungsaktionen zu verdanken. 2020 wird es die größte Waldpflanzaktion in der Geschichte Wiens geben. Den Rahmen dafür bildet die Aktion „Wald der jungen WienerInnen“ – damit konnten bisher jährlich 10.000 neue Bäume gepflanzt werden.
  • Zu den 500.000 Stadtbäumen kommen jährlich 4.500 neue Bäume hinzu.
  • Mit neuem Substrat, größeren Baumscheiben und innovativen Bewässerungssystemen werden die Stadtbäume klimafit gemacht.
  • „Raus aus dem Asphalt“: Dort, wo es nicht möglich ist, Bäume zu pflanzen, soll Asphalt aufgebrochen und bepflanzt werden. Mit der Hilfe und Unterstützung der AnrainerInnen und Geschäftstreibenden sollen diese Grünspots künftig gepflegt werden.
Bäume sind die Klimahelden in der Stadt und kühlen ihre Umgebung nachhaltig.

In Kooperation mit der SPÖ Wien

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