Ein sicheres und besseres Internet
Am 11. Februar 2020 wird weltweit der 17. Safer Internet Day begangen. Doch nicht nur dieser Tag, sondern der ganze Monat steht in Österreich im Zeichen von Initiativen, Aktionen und Projekten für einen verantwortungsvolleren Umgang mit digitalen Medien.

Rund 40 Mitarbeiter von Microsoft und Grayling unterrichteten im Febraur 2019 knapp 1.000 Wiener Schüler in digitaler Kompetenz und zeigten Möglichkeiten auf, wie Eltern und Erzieher die Jugendlichen vor Betrügereien schützen können.
Über 100 Länder beteiligen sich mittlerweile weltweit am Safer Internet Day am 11. Februar 2020. Der Aktionstag ruft unter dem Motto „Together for a better internet“ Kinder, Jugendliche, Eltern, Schulen, Unternehmen oder Politik auf, einen Beitrag für ein „besseres Internet“ leisten: Durch respektvolleren Umgang miteinander, Förderung von Medienkompetenz, spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche und vieles mehr.

Mathias Jax, Projektleiter saferinternet.at

Das Handy in der Nacht. Wo liegt es?
13% – außerhalb meines Zimmers
30% – eingeschaltet neben dem Bett
30% – irgendwo im Zimmer
21% – im Flugmodus neben dem Bett
In Österreich ruft die EU-Initiative Saferinternet.at gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt – Sektion Familien und Jugend sowie dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung dazu auf, sich mit eigenen Projekten zu beteiligen. Institutionen, Bildungseinrichtungen, Jugendorganisationen, Medien und Unternehmen sind aufgerufen, via www.saferinternetday.at Projekte zu veröffentlichen.Auf der Website sind hunderte Aktivitäten der vergangenen Jahre nachzulesen, von Schulen, Organisationen und Unternehmen – von A1 bis ZARA: Im Rahmen der Initiative A1 Internet für Alle gab es Workshops für 10- bis 13-jährige Kids zu „Sicheres Surfen im Internet“, bei einem offenen Nachmittagsprogramms für Kids von 7 bis 14 Jahren behandelten Medienpädagogen Themen wie „Wie trete ich auf?“, „Wie zeige ich mich online und worauf muss ich achten?“ oder Fragen rund um Profilfotos und Bildrechte. Der Verein ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) wiederum erarbeitete in Kooperation mit dem Weißen Ring sogenannte „Cards“ für Pädagogen zur Nutzung im Unterricht: Die Cards beinhalten Fragen und Antworten zu verschiedenen Themen die Schüler sollen diese Fragen dann selbstständig recherchieren und ihre Antworten ausarbeiten. Zusätzlich wurden die Cards auch auf Social Media verteilt, um noch mehr Aufmerksamkeit auf den Safer Internet Day zu lenken.

Gaming und E-Sports als Trend
Die Initiative Safer Internet Day Österreich gibt es seit 15 Jahren. Seit Start der Initiative konnten über 360.000 Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen in Workshops und Vorträgen erreicht werden. Das Spektrum der Themen rund im verantwortungsvolle Nutzung und Sicherheit im Netz wird auch durch Smartphone und Co. naturgemäß immer breiter. Mathias Jax, Projektleiter der Initiative in Österreich: „Die großen Herausforderungen sind seit dem Start aber im wesentlichen die selben geblieben, oft geht es um Cyber-Mobbing, um das Selbst- und das Fremdbild und um für das jeweilige Alter ungeignete Inhalte.“ Am 11. Februar wird eine aktuelle Studie zum Internet-Nutzungsverhalten speziell von Kindern im Vorschulalter veröffentlicht. „Das Thema Gaming und E-Sports ist größer geworden“, verrät Jax einen der vielen Aspekte der neuen Studien. Gaben in den Jahren zuvor viele Kids etwa noch „Youtuber“ als vermeintlichen Traumberuf an, so wollten viele nunmehr „E-Gamer“ werden, auch befeuert durch die globale Aufmerksamkeit von zum Beispiel „Fortnite“-Weltmeisterschaften mit Preisgeldern in Millionenhöhe.
Gewinnspiel und Fachtagung
Der Safer Internet-Aktions-Monat im Februar ist auch Anlass, sich mit Gaming auseinanderzusetzen. Zur Unterstützung für eigene Projekte jedweder Art (nicht nur zu Gaming) erhalten alle bis 31. Jänner 2020 unter www.saferinternetday.at angemeldeten Schulen ein Informationspaket mit Vorschlägen für Aktivitäten, Unterrichtsmaterialien, Präsentationsvorlagen, Leitfäden und mehr. Unter allen teilnehmenden Schulen und Jugendeinrichtungen werden eine Medienausstattung (etwa Tablets, VR-Brillen oder Kameras) nach Wahl im Wert von 500 Euro sowie Workshops verlost.
Anlässlich 15 Jahre Safer Internet Österreich lädt die Initaitive zudem zur Fachtagung „Aufwachsen in der digitalen Welt“ ein, am 11. Februar 2020 von 14 bis 18 Uhr Uhr bei A1 Telekom Austria in 1020 Wien. Petra Grimm, Professorin am Institut für Digitale Ethik der Hochschule für Medien Stuttgart hält die Keynote zum Thema „Ethische Weichenstellung für die digitale Welt der Kinder und Jugendlichen“ Zusätzlich gibt es Inputs zu Themen wie etwa: Wie können wir Kinder und Jugendliche beim Aufwachsen in der digitalen Welt unterstützen?“ oder „Cyber-Mobbing, Digitale Spielen, InfluencerInnen, Sexualität & Internet und die Jüngsten im Internet.“ Die Teilnahme an der Tagung ist gratis, Anmeldung bis 31. Jänner unter www.saferinternetday.at ist nötig.
Tipps im Umgang mit digitalen Medien
Das sollen laut „Rat auf Draht“ Eltern beachten:
Keine generellen Verbote. Je strikter die Verbote von Handy& Co., desto begehrenswerter werden sie.
Vorbildwirkung beachten. Kinder vermissen die Aufmerksamkeit ihrer Eltern: Wer im Gespräch mit ihnen selbst auf’s Handy schaut, ist kein gutes Vorbild.
Medienfreie Zeiten festlegen. Oft schauen schon Kleinkinder während des Fütterns aufs Tablet. Kinder sollen Zeiten ohne digitale Medien haben.
Zu Alternativen motivieren. Konkrete Vorschläge für Aktivitäten jenseits von Medienkonsum machen.
Ungestörten Schlaf sichern. Handy soll nachts außerhalb des Kinderzimmers oder im Flugmodus sein.
Regeln in der Familie aufstellen. Gemeinsam mit dem Kind Nutzungszeiten und Kostenlimits für digitale Medien und Apps vereinbaren.

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