Fantasy und Wertevermittlung: „Wyn’d’maer – Das Vermächtnis der Vier“ – Buchtipp
Mehr als eine Geschichte über Held*innen, Prinzessinnen und Drachen. Ein High Fantasy-Roman nicht nur für Leser*innen ab 13 Jahren, sondern auch für Erwachsene empfehlenswert.

Der Debütroman von Christopher Tefert erzählt die Geschichte des Schäferjungen Oni, der sich aufmacht, seine Schwester zu retten, obwohl sie gegen das höchste aller Gebote verstoßen hat. Auf seiner Reise trifft Oni eine Königstochter, mit der er gemeinsam Hindernisse überwindet.
Gleich die ersten Sätze ziehen die Leserin bzw. den Leser in die Geschichte hinein. Man hat sofort ein Bild vor Augen, wo Oni sich gerade befindet und merkt, dass der Junge sich auf einer Mission befindet.
Der junge Schäfer Oni will eigentlich nur eines: seine kleine Schwester befreien. Zur gleichen Zeit zwingt ein Verrat die ungestüme Prinzessin Patrizia/Trisha ins Innere eines Berges zu fliehen. Im Herzen des Berges Windemere trifft sie auf Oni. Als Oni und Trisha sich begegnen, brauchen beide dringend Hilfe. So beginnt eine gemeinsame Reise voller Abenteuer. Mutig stellen die beiden sich allen Gefahren…
Werte verpackt in eine spannende Geschichte
In dem Jugendroman geht es unter anderem um Selbstvertrauen, Treue, das Erwachsenwerden, die erste Liebe und vor allem um wahre Freundschaft. Denn nur wenn Oni und Patrizia zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen, können sie die Herausforderungen meistern.
Es ist der erste Band einer vierteiligen Reihe. Von der ersten Seite an spannend, nimmt das Buch immer wieder neue Wendungen. Durch den Wechsel der Perspektive von einem Protagonisten zum anderen, sind diese lebendig und nahbar. Fragen von Gut und Böse oder dem Jenseitigen betten sich unaufdringlich in die Geschichte ein.

Wyn’d’maer – Das Vermächtnis der Vier
Autor: Christopher Tefert
Verlag: Pinguletta
ISBN-10: 3948063184
Interview mit dem Autor
Herr Tefert, Sie sind Geschäftsführer einer Personalberatungsagentur. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Fantasy-Jugendbuch zu schreiben?
Als Kind habe ich sehr viel gelesen, am liebsten Abenteuer-Romane. Insbesondere von Enid Blyton habe ich so ziemlich alles verschlungen, was sie geschrieben hat. Als Jugendlicher reifte in mir der Wunsch Schriftsteller zu werden. Genauso wie die Kinder, die heute Gaming-Streamer werden wollen, wollte ich meine Leidenschaft zum Beruf machen. Gereicht hat es bei mir damals allerdings gerade einmal für eine halbe Seite, danach war das Thema lange Zeit durch. Der Wunsch war zwar latent immer vorhanden, da ich mich jedoch zunehmend für unkreativ hielt, gab ich ihm keinen Raum. Derweil verschob sich mein Lesefokus fast komplett auf den Bereich Fantasy. Letztlich war es meine Frau, die mich zum Schreiben gebracht hat, indem sie mir ein in Weichleder gefasstes Notizbuch schenkte. Inspiriert von den leeren Seiten, begann ich eine erste (Fantasy-) Geschichte zu schreiben. Zwar blieb diese unvollendet, doch ich erfuhr, wieviel Freude mir das Schreiben bereitet. Beim Lesen werde ich gerne unterhalten und liebe es, in fantastische Welten abzutauchen. Dieses Gefühl wollte ich auch meinem Sohn schenken und so erschuf ich die Welt von Wyn’d’maer und die Abenteuer von Trisha und Oni.
Es gibt viele Geschichten über Helden, Prinzessinnen und Drachen, was macht ihr Buch so besonders?
Beim Schreiben der Geschichte habe ich umgesetzt, was ich selbst an Büchern mag: Einen geführten Einstieg in das Fremde der neuen Welt und Spannung ab der ersten Seite; Protagonisten, die sich lebendig anfühlen und mit klugen Gegenspielern konfrontiert sind sowie unerwartete Wendungen in einer schlüssigen Handlung. Das Besondere an dieser Erzählung des sehr klassischen Fantasy-Themas ist die Perspektive der Protagonisten. Beide sind keine gestandenen Helden, sondern eben Kinder, die unvermittelt in die Welt der Erwachsenen gestoßen werden und sich dort behaupten müssen. Die jugendlichen Protagonisten müssen sich ihren Herausforderungen mit Kopf und Herz stellen und keiner von beiden könnte ohne den anderen bestehen.
In Ihrem Buch geht es viel um Freundschaft und Vertrauen, wie viel basiert hier auf Ihren eigenen Erfahrungen?
Ein großes Glück in meinem Leben, sind tatsächlich meine Freunde. Die Mehrzahl von ihnen kenne ich seit meiner Jugend und gemeinsam haben wir viel erlebt. Bis heute teilen wir die schönen Phasen und sind in den dunklen Momenten füreinander da. Gerade diese Verlässlichkeit unserer Freundschaft gibt mir im Leben viel Kraft und Sicherheit und verleiht ihm eine gewisse Leichtigkeit. Wenn dieses Gefühl beim Lesen spürbar wird, dann bin ich sehr zufrieden.
Das Buch ist als erster Band einer Serie erschienen, können Sie ein paar Ausblicke geben, wie es mit Trisha und Oni weitergehen wird?
Trisha überkommt ein großes Fernweh, dass zunehmend drängender wird. Oni bliebe eigentlich lieber in der Heimat, doch noch mehr möchte er an Trishas Seite sein. Gemeinsam brechen sie zu einer abenteuerlichen Reise auf, dringen in ein geheimnisumwittertes Dschungelreich vor und geraten dort in den Bann der Jadeschlange.

Christopher Tefert
Neo-Autor und GF einer Personalberatungsagentur
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