„Der Islam ist eine Kultur, die uns verändern will“
Christian Klar ist Direktor einer Mittelschule in Wien-Floridsdorf, ÖVP-Politiker und Buchautor. Seit zehn Jahren macht er mit kontroversiellen Botschaften in den Medien und als Buchautor über die Probleme im Bildungssystem aufmerksam. Seit Anfang November ist sein zweites Buch „Wie retten wir die Zukunft unserer Kinder?“ im Buchhandel erhältlich. „familiii“ sprach mit ihm über den Vormarsch des Islam an Österreichs Schulen und über die Notwendigkeit von mehr Strenge im Unterricht.

familiii: Herr Klar, in ihrem Buch sagen Sie, dass
sich Österreich in einem Religionskampf mit dem
Islam befindet. Was meinen Sie damit?
Klar: „Wir befinden uns in einem Kampf um die Werte
unserer Gesellschaft. Unsere westlichen, liberalen
Werte werden von der islamischen Kultur in Frage
gestellt, die ganz andere Grundwerte vertritt. Das
ist eine Gefahr für unsere Art zu leben. Im Islam sind
Mann und Frau nicht gleichgestellt. Da unterstellt
schon der Prophet Mohammed Frauen, dass sie
weniger intelligent als Männer wären. Und an anderer
Stelle im Koran können wir lesen, dass Männer Frauen
schlagen dürfen, wenn ihnen diese nicht folgen.
Homosexualität gilt als Krankheit. Im Islam gibt es
auch keine Religionsfreiheit. Sie bedeutet für gläubige Muslime, dass Menschen die Freiheit haben, den
Islam zu leben. Andersgläubige kann übel mitgespielt
werden, außer sie zahlen Schutzgeld. So sagen es
die Dhimmi-Regeln. Das sind alles Werte, die nicht zu
einem liberalen Land mit einer offenen Gesellschaft
passen. Der Islam ist eine Kultur, die uns verändern
will. Das wollen nicht alle in Österreich erkennen.
Sie werfen dem Islam auch Antisemitismus vor. Wie
kommen Sie zu dieser Auassung?
Ich war zwölf Jahre Lehrer an einer jüdischen Schule. Daher ist für mich die Aussage „Nie wieder!“, was
Antisemitismus betrifft, ein ganz wichtiger Bestandteil meines Handelns. Im Islam gilt dieser Satz nicht.
Antisemitismus hat in der islamischen Lehre eine
Grundlage. Daher geben jüdische Eltern ihre Kinder in
Ballungszentren nicht mehr in öffentliche Schulen.
Gibt es an Ihrer Schule Probleme mit Kindern islamischen Glaubens und deren Eltern?
Es fehlt diesen Kindern sehr oft der Respekt vor
Lehrerinnen. Ich dulde das als Direktor nicht und das
wissen auch meine Schülerinnen und Schüler, die
von mir deswegen nicht zurechtgewiesen werden
wollen. Dazu kommen mangelnde Deutschkenntnisse.
Es gibt bei uns Kinder, die mit drei Jahren kein Wort
Deutsch gehört oder gesprochen haben. Sie leben in
einer Parallelgesellschaft, die mit unserem Land und
dessen Regeln nichts zu tun haben will. Deren Schullaufbahn ist dann nicht zufriedenstellend, weil sie dem
Unterricht oft nur unzureichend folgen können. Es gibt
Väter dieser Kinder, die nicht mit einer Lehrerin sprechen wollen. Doch hier hat die Schule leider zu wenig
Sanktionsmöglichkeiten. Das Ausbleiben von Sanktionen in der Schule lässt Menschen an der Ordnung und
am Ordnungshüter zweifeln.
Jetzt soll es ja zu einem Kopftuchverbot an den
Schulen kommen und Sanktionsmöglichkeiten gegen Eltern, deren Kinder sich nicht an die Regeln in
den Schulen halten oder Deutschförderunterricht
nicht besuchen, geben. Sind diese Maßnahmen ausreichend?
Diese Maßnahmen sind ein erster Schritt. Das Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren halte ich
für wichtig. Allerdings sollte es auch für Lehrerinnen
gelten. Die haben eine Vorbildfunktion und großen
Einfluss auf die Kinder. Doch mir fehlen heute Möglichkeiten, ein Kind, dass sich aufführt und sich nicht in die
Schulgemeinschaft integrieren will, das etwa Gewalt
ausübt, in eine andere Schule ohne die Unterschrift
der Eltern zu versetzen. Diese Kinder haben oft einen
großen Rucksack zu schleppen und
haben auch ein Recht auf Bildung, sie
brauchen aber dafür spezielle Einrichtungen. Es greift aber meiner Meinung
nach zu kurz, Maßnahmen nur an den
Schulen zu setzen. Wer nach Österreich
kommt und hierbleiben will, muss sich
für unsere Lebensweise entscheiden.
Die Staatsbürgerschaft sollte nur an
Menschen vergeben werden, die sich
dazu verpflichten. Ein erster Schritt ist
die Benennung des Problems. Teile des
10. Bezirks etwa sind heute nicht die
Stadt, in der ich leben möchte. Gleichzeitig muss man auch laut sagen, dass
man unsere Grundwerte verteidigen
möchte und wird. Das muss ausgesprochen werden, da gibt es nichts schön zu
reden.

Christian Klar, Direktor einer Mittelschule in Wien und Buchautor
Vielfach kommen Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen auch aus bildungsfernen Familien. Wie wollen Sie in so einem Umfeld Bildungserfolge erzielen?
Der Autor Ahmed Mansour hat dazu
einen sehr passenden Satz geschrieben: Es wird uns gelingen, weil es uns
gelingen muss. Wenn wir nicht wollen,
dass sich unsere Gesellschaft spaltet,
muss es uns gelingen, diesen Kindern
unsere Werte näherzubringen. Dazu
gehören aber auch Maßnahmen, die
die Bildung einer Parallelgesellschaft,
wie wir sie heute bereits in einigen
Teilen Wiens haben, verhindern. Dazu
gehört etwa, dass Menschen, die seit
10 Jahren in Österreich leben und kein
Wort deutsch sprechen, auf Ämtern
keinen Dolmetsch mehr bekommen. Wir
müssen allen Geschäften in Österreich
vorschreiben, Waren nur auf Deutsch
auszuschreiben. Es muss jedem klar
sein, dass man in Österreich arbeiten muss, um gut
leben zu können und um arbeiten gehen zu können,
muss man Deutsch sprechen.
Wie wollen Sie Kinder aus diesen Familien Deutsch
zeitgerecht, also vor Schuleintritt, beibringen?
Der verpflichtende Kindergartenbesuch ab 3 Jahren
in Kindergärten mit Deutsch als Sprache ist hier
absolut wichtig. In drei Kindergartenjahren kann man
viel bewirken. Ich wäre auch dafür, wenn das letzte Kindergartenjahr als Vorschuljahr geführt wird,
natürlich ohne Noten, aber so, dass die Kinder an
die schulischen Abläufe herangeführt
und letzte Sprachdefizite abgebaut
werden können. In der 1. Klasse der
Volksschule muss es die Möglichkeit
geben, Kinder, die nicht das notwendige Sprachniveau erreicht haben,
durchfallen zu lassen, damit sie die 1.
Klasse nochmals wiederholen. Derzeit
geht das nur in der 4. Klasse. Dort ist es
aber nicht so sinnvoll, weil die Kinder in
den vorangegangenen Volksschuljahren dem Unterricht nicht wirklich folgen
konnten und so kaum Chancen haben,
ihre Bildungskarriere erfolgreich abzuschließen.
Wie wird die Schule der Zukunft Ihrer
Meinung nach aussehen?
Die Schule der Zukunft wird zumindest
mittelfristig wieder eine konservative Schule sein, in der Leistung und
Ordnung ihren Platz haben. Unsere
derzeitige Gesellschaftsordnung in
Österreich ist für eine Gesellschaft
gedacht, die es so nicht mehr gibt. Wir
müssen wieder Leistung einfordern und
das Lernen belohnen. Die gemeinsame
Schule für alle zwischen sechs und 14
Jahren wird die Probleme nicht lösen,
denn sie kann Kindern mit unterschiedlichen Bildungsniveaus nicht jenen Unterricht angedeihen lassen, der die Kinder
befriedigt. Die einen werden überfordert, die anderen sind gelangweilt, weil
sie im Unterricht nicht gefordert werden.
Eine gemeinsame Schule für alle funktioniert nur bei einer homogenen Schülergeneration. Davon sind wir in Österreich
derzeit sehr weit entfernt.
Glauben Sie an eine Reformierbarkeit
der an sich nur sehr langsam verändernden Schulbereichs?
Ich glaube daran, denn heute sagt niemand im
Bildungsbereich mehr, dass wir kein Problem haben.
Dadurch verändert sich auch der Diskurs hin zu
Lösungsvorschlägen, die uns hoffentlich in den
kommenden Jahren wirklich weiterbringen.

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