Gesundheit

„Pieks“ – die Nadel gegen Erkältungen!

Die chinesische Medizin boomt. Viele Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen werden mit Akupunktur behandelt. Was genau passiert bei einer Sitzung und wie können Sie Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn die Angst vor der Nadel nehmen? Bei Kindern wird oft die Laserakupunktur eingesetzt. Wirkt sie genauso gut?

 

Susanne, 34, fühlt sich erleichtert. Bisher waren ihre Kinder, Jenny, 5, und Hannes, 7, jeden Herbst und Winter bis in den Frühling hinein erkältet. Schnupfen, Halsschmerzen, Ohrenentzündung, Husten und Stirnhöhlenentzündung wechselten sich nicht nur ab, sondern traten nur zu oft gemeinsam auf. Hannes versäumte viel in der Schule, Jenny konnte nicht in den Kindergarten und ihr Mann und sie mussten Pflegeurlaub nehmen. Und ohne die Hilfe der Großeltern wäre die Situation nicht zu bewältigen gewesen. Dann kam der Tipp ihrer Freundin Clara, deren Kinder zwar auch erkältet waren, aber nur leicht. Sie kamen auch schnell wieder auf die Beine und damit war das Thema „Krankheit“ erledigt. Clara ist eine überzeugte Vertreterin der Traditionellen Chinesischen Medizin, und zwar besonders der Akupunktur. Fröhlich erzählte sie, dass langdauernde, sich ständig wiederho- lende Erkältungen in ihrer Familie der Vergangenheit angehören, seit sie sich alle von den Nadeln pieksen lassen.

Die Kinder waren zuerst nicht begeistert, aber die Frau Doktor war so lieb und herzlich, dass jede Angst rasch verflogen ist. Nun geht auch Susanne mit Jenny und Hannes zur Therapie bei der netten Ärztin.

 

 

Doch was ist das Geheimnis hinter der Jahrtausende alten Behandlungsform? Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine ganzheitliche Medizin. Das bedeutet, der gesamte Mensch steht im Mittelpunkt der Therapie, nicht nur seine Symptome und körperlichen Störungen. Auch wird in der TCM die Konstitution des jeweiligen Menschen berücksichtigt. Akupunkteure klären, was dem Menschen in seiner jetzigen Phase „fehlt“, was er also braucht, und wovon er zu viel hat, was „ausgeleitet“ werden muss. Dabei sollen Yin und Yang ins Gleichgewicht gebracht werden. Dann kann Gesundung eintreten.

 

Vor Nadeln habe ich Angst! Meine Mama hat gesagt, dass wir jetzt einmal zu einer Behandlung gehen, wo mir Nadeln hineingestochen werden. Den Namen habe ich mir nicht gemerkt. Aber ich bin jeden Winter verkühlt und manchmal hört das gar nicht auf. Unser Onkel Doktor hat mir nicht helfen können, und jetzt will die Mama das mit den Nadeln versuchen. Aber ich habe da große Angst, weil das sicher urweh tut. Ich habe sogar geweint, wie wir dorthin gegangen sind. Aber die Frau Doktor war dann sehr lieb und hat gesagt, wenn ich solche Angst habe, macht sie das ohne Nadeln mit einem bestimmten Gerät und da spüre ich gar nichts. Da geh ich auch wieder hin.

Leon, 7

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Was bedeutet Yin und Yang?

Die Begriffe stehen dafür, dass alles aus zwei Gegensätzen besteht, die verbunden sind und nicht getrennt werden können – so wie Tag und Nacht oder hell und dunkel. Keine Seite ist dabei wichtiger als die andere. Das Prinzip von Yin und Yang ist ein wichtiger Grundpfeiler der Chinesischen Medizin. Hier werden alle Vorgänge im menschlichen Körper Yin oder Yang zugeordnet. Richten wir unsere Gewohnheiten nach der sogenannten Organuhr aus, ist es möglich, ein ausbalancierten Yin-Yang-Verhältnis zu schaffen. Die Organuhr zeigt an, wann jedes Organ seine Arbeits- und Ruhezeiten hat. Diese Lehre hilft uns, im Einklang mit unserem natürlichen Rhythmus zu leben und Krankheiten vorzubeugen. Geraten Yin und Yang hingegen in ein Ungleichgewicht, können Erkrankungen die Folge sein.

 

Seit der Akupunktur bin ich ganz selten krank! Ich habe im Winter immer Schnupfen, Ohrenschmerzen und Halsweh. Unser Kinderarzt gibt mir so starke Pulver, auf die mir schlecht wird. Dann sind meine Eltern mit mir zu einer sehr netten Ärztin gegangen, die mit Akupunktur behandelt. Sie haben mir erklärt, dass da kleine Nadeln in mich hineingestochen werden, dass das aber nicht schlimm ist. Aber ich habe eh keine Angst gehabt. Und es hat auch wirklich nicht weh getan, nur ein bisschen geziept. Die Frau Doktor war auch so lieb und hat dann gesagt, wie tapfer ich bin. Seit ich dort hingehe, werde ich nicht mehr so oft krank. Das ist super!

Chrissi, 11

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Wie wirkt Akupunktur?

Das ist nicht 100% geklärt. Studien belegen, dass die Akupunktur bei Schmerzen eine bessere Wirksamkeit erzielt als ein Placebo. In Untersuchungen zeigen sich veränderte Entzündungsmarker und Hormonspiegel, verringerter oxidativer Stress und eine bessere Stoffwechsellage. Die Nadeln bestehen aus medizinischem Edelstahl und können auch vergoldet oder versil- bert sein. Sie sind zwischen 10 bis 50 mm lang. Längere Nadeln werden meist im Bereich dicker Muskeln verwendet, kürzere eher im Kopfbereich. Pro Sitzung setzt die Ärztin oder der Arzt im Allgemeinen 5 bis 20 Stück. Bei der Laserakupunktur wird der Akupunkturpunkt mittels Laser stimuliert. Vor allem für Kinder ist diese Behandlung zu empfehlen, da keine Nadeln verwendet werden. Die Laserstrahlen sind so gering, dass für die Haut keine Gefahr besteht. Und die Wirkung unterscheidet sich nicht von der der Nadeln. Die fernöstliche Therapiemethode regt die Selbstheilung an. Und sie hilft nicht nur gegen Erkältungen, sondern bei vielen anderen Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen.

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