So lebt man (digitale) Nachhaltigkeit
Kaum ein großes Unternehmen, in dem ESG – Environment Social Governance heutzutage keine Rolle spielt. Doch auch in der Familie kann ESG praktiziert und die Zukunft nachhaltig mitgestaltet werden.

Es ist für immer mehr Unternehmen das Gebot der Stunde: ESG. Environment, Social and Governance bezieht sich auf drei Bereiche, in denen Nachhaltigkeit gelebt werden soll: Umwelt, Soziales, Unternehmensführung. Von Klimaschutz und Ressourcenschonung über Arbeitssicherheit und Diversity bis zu bestimmten Unternehmenswerten. Dabei sind es längst nicht nur große Konzerne aus dem In- und Ausland, in denen ESG zunehmend eine Rolle spielt – auch im „Unternehmen“ Familie können ESG-Maßstäbe zum Einsatz kommen.
„Rette die Welt“-Lab
Am besten umsetzen lässt sich dies im Bereich des Klimaschutzes. Das Telekommunikationsunternehmen A1 hat deshalb das kostenlose „Rette die Welt“-Lab ins Leben gerufen. In dem Workshop können Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 12 Jahren erfahren, aus welchen Rohstoffen ein Smartphone besteht und recherchieren, wie sich die Nutzungsdauer der Geräte auf die Umwelt auswirkt. Im Programm PocketCode können die jungen ESGExperten dann eine Handy-App programmieren – und die Frage, ob sich Müll auch online trennen lässt im Rahmen einer Recycling-Challenge beantworten. Ebenfalls ein Thema in Sachen Nachhaltigkeit: Upcyceln. Dabei werden vorhandene Gegenstände restauriert und erhalten oftmals eine neue Funktion.
Digitale Nachhaltigkeit
Dass digitale Nachhaltigkeit im privaten Bereich auch eine relevante Rolle spielen kann, zeigt sich an digitalen Geräten – von Smartphones über Tablets bis Laptops. Barbara Buchegger, vom Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) und von saferinternet.at, sagt, dass es drei digitale Nachhaltigkeitsbereiche gibt, in die Kinder und Jugendliche ideal integriert und Eltern eine wichtige Vorbildwirkung einnehmen können: Energie sparen, die Lebensdauer von Geräten verlängern und alte Geräte richtig entsorgen.

Energie sparen
Ihr Tipp: Eltern und Kinder können zu „Energie-Detektiven“ werden und die Wohnung nach Geräten durchforsten, die unnötige Energie verschwenden. „Man kann alle Standby-Modi abdrehen, indem man Steckdosenleisten mit Kippschaltern montiert – und sie ausschaltet, wenn man das Gerät nicht braucht. Auch die Ladegräte von Handys, Laptops und Tablets verbrauchen Strom, wenn sie nicht genutzt werden, aber dennoch an der Steckdose hängen.“ Buchegger hat einen weiteren Tipp: gestreamte und
Filme wenn möglich downloaden und im offline-Modus ansehen: „Energieverbrauch findet auch auf den großen Cloud-Servern statt, die mit viel Energie gekühlt werden – je mehr der private Datentransfer reduziert wird, desto besser für die Umwelt.“
Lebensdauer verlängern
Auch die Lebensdauer von digitalen Geräten zu verlängern, ist digitale Nachhaltigkeit. Barbara Buchegger rät, Akkus von Smartphones nie zu 100 Prozent aufzuladen, da ihnen dies langfristig schadet. „Auch Schutzhüllen und ein sorgsamer Umgang mit dem Handy tragen zu einer längeren Haltbarkeit bei. Wenn etwas kaputt geht oder der Akku schwach wird, bietet sich eine Reparatur an.“ Im Trend sind auch gebrauchte aber wieder hergerichtet Geräte, die neuen um fast nichts nachstehen.
Richtig entsorgen
Wenn ein Smartphone oder Tablet nicht mehr benutzt wird, ist es, so Barbara Buchegger, wichtig, dass es richtig entsorgt wird. „In den Geräten sind wertvolle Rohstoffe, die mit viel Aufwand in nur wenigen Teilen der Welt abgebaut werden – und das leider nicht immer unter menschenwürdigen Bedingungen. Umso wichtiger ist es, dass alles entsprechend recycelt wird.“
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