Zehn Tipps gegen Tracking
Mittels Tracking wird nahezu jede unserer Bewegungen im Netz analysiert und aufgezeichnet. Wie man der Rundum-Überwachung entgehen kann.

Übersetzt heißt „Tracking“ Verfolgung. Und das trifft es genau auf den Punkt. Das Ausspähen des Users ist bei den meisten Webseiten, nicht nur bei den großen Datensammlern Google und Facebook, längst zum Standard und zur Basis eines umfassenden Geschäftsmodells geworden. Laut einer Studie des Datenschutzsoftware-Herstellers Ghostery tracken weltweit 79 Prozent der Internetseiten die Daten ihrer Nutzer, und zwar meist über mehrere Webseiten hinweg. Hier wird also aufgezeichnet, was den User inhaltlich interessiert hat, welche Hard- und Software er bei seinem Ausflug ins Internet verwendet und wo er sich selbst beim Surfen befunden hat. Einige populäre Internetseiten setzen bis zu 70 Tracker ein, um das Netz rund um den User möglichst dicht zu weben.
Drei Methoden der Überwachung
Grundsätzlich gibt es drei Methoden der Überwachung, die von Webseitenbetreibern oft kombiniert eingesetzt werden:
- Cookies („Krümel“) sind die bekannten kleinen Textdateien, in die Seitenbetreiber Informationen schreiben, die sie später wieder aufrufen können – und anhand derer sie ihre Besucher identifizieren. Auf diese Weise kann zum Beispiel Amazon eine Startseite anzeigen, die genau auf die Interessen und die letzten Einkäufe eines Kunden zugeschnitten ist.
- Pixelbilder, die sogenannten Beacons, sind winzig kleine Bilddateien, die unsichtbar sind, vom Browser aber trotzdem aufgerufen werden. Auch sie verraten Seitenbetreibern, wer welche Inhalte aufgerufen hat.
- Fingerprinting ist die komplexeste und ausgefeilteste Methode. Hier wird quasi der digitale Fingerabdruck eines Besuchers genommen – sein Computer, sein Bildschirm, seine Software, sein Browser, seine Apps, seine installierten Schriften und vieles mehr.
Die Gefahren von Tracking
Tracking ist fies, denn auch Internetnutzer, die auf Datenschutz Wert legen und soziale Medien nicht oder höchst zurückhaltend nutzen, geben durch diese Methoden unfreiwillig ihr gesamtes Onlineverhalten preis, und damit viele Informationen über sich und ihr Leben. Und ihre Daten werden zu Werbezwecken verkauft, oder sie landen bei Banken und Versicherungen, die darauf zurückgreifen, wenn die Person einen Kredit beantragt oder eine Versicherung abschließen möchte. Das kann durchaus negative Konsequenzen haben, wenn man sich etwa vor Abschluss einer Unfallversicherung zu sehr für Extremsportarten interessiert gezeigt hat.
Die Nutzer verlieren durch Tracking die Kontrolle über die Daten, die über sie im Internet kursieren. Durch maßgeschneiderte Werbung werden sie vielleicht zu Käufen verleitet, die sie gar nicht tätigen wollten. Und bei Datendiebstahl können ihre Daten in Hände von Cyberkriminellen geraten, die sie beispielsweise für Erpressungen benutzen oder im Namen des Users Kaufaufträge abschließen, von denen man erst dann erfährt, wenn die Kreditkartenabrechnung eintrifft.
10 Tipps gegen Tracking
User sind Tracking nicht ganz schutzlos ausgeliefert. Wer sich an die folgenden zehn Punkte hält, macht Datensammlern das Ausspähen gleich bedeutend schwieriger:
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