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Home » Braucht mein Kind eine Zahnspange?
Gesund bleiben

Braucht mein Kind eine Zahnspange?

Helene TumaVon Helene TumaNovember 28, 2021Aktualisiert:März 1, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Bei rund einem Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Österreich treten schwere Zahn- und Kieferfehlstellungen auf, die mit einer Zahnspange korrigiert werden müssen.

Fällt bei der Kontrolle beim Zahnarzt oder durch die Beobachtung der Eltern auf, dass Kinder eine Zahnfehlstellung oder schiefe Zähne haben, ist ein Besuch beim Kieferorthopäden angesagt. Bei einer umfassenden Befunderhebung durch diesen Spezialisten wird dann abgeklärt, ob das Kind eine Zahnspange benötigt, um die Fehlstellung zu beheben. Doch ab welchem Alter macht eine Zahnregulierung bei Kindern Sinn? „Das hängt von der Art der Zahn- oder Kieferfehlstellung ab. Wenige Fehlstellungen sind allerdings schon im Milchgebiss behandlungsbedürftig. Dazu zählen zum Beispiel sogenannte Kreuzbisse, also wenn der Unterkiefer seitlich oder nach vorne abweicht. Dabei handelt es sich immer auch um Zwangsbisse, das heißt die Kinder können nicht gerade zubeißen, sondern der Unterkiefer wird abgelenkt, da meist der Oberkiefer zu schmal ist. Diese Fehlstellung sollte man so früh wie möglich behandeln, damit eine normale Kieferentwicklung stattfinden kann. Das kann durchaus auch schon bei einem dreijährigen Kind sein. Im Schnitt wird diese Fehlstellung im vierten, fünften Lebensjahr behandelt. Wir nennen das eine Interzeptiv-Therapie. Diese Behandlungen dauern ein halbes bis maximal ein Jahr“,  erklärt Silvia Silli, Kieferorthopädin und Präsidentin des Verbandes Österreichischer Kieferorthopäden (VÖK). Empfohlen wird die erste Kontrolle beim Kieferorthopäden für Kinder ab vier Jahren. Wenn alles in Ordnung ist, sollte mit acht Jahren die nächste Kontrolle stattfinden, da dann der erste Schneidezahnwechsel erfolgt ist. Und dann spätestens wenn alle bleibenden Zähne da sind, das ist mit ungefähr 12 Jahren.

Festsitzend oder abnehmbar?

Schwere Fehlstellungen, bei denen eine medizinische Behandlungsbedürftigkeit vorliegt, treten bei ca. 30 bis 40 Prozent aller Kinder und Jugendlichen auf. „Fakt ist, dass die Fehlstellungen zunehmen. Das erklärt man sich unter anderem mit unserer Ernährungs- und Lebensweise, so kauen wir zum Beispiel immer weniger“, so Silli. Stellt der Kieferorthopäde eine Fehlstellung fest, kann diese mit einer Zahnspange korrigiert werden. Bei Zahnspangen unterscheidet man in der Regel zwischen herausnehmbaren und festsitzenden Zahnspangen, die von einem Kieferorthopäden eingesetzt werden. Doch welche Zahnspange ist für welches Kind und Alter geeignet? Eine feste Zahnregulierung (“Multiband-” oder “Multibracketapparaturen”) kann von jeder Altersgruppe getragen werden. Dabei werden sogenannte Brackets auf die Außenseite der Zähne befestigt, an denen ein System aus elastischen Bögen, Federn oder Gummizügen fixiert wird und dabei helfen, den Zahn in die richtige Position zu bewegen. „Kreuzbisse und Zwangsbisse im Milchgebiss werden zumeist mit abnehmbaren Zahnspangen behandelt. Bei Jugendlichen zwischen dem zehnten und 15. Lebensjahr (Mädchen immer etwas früher als Burschen), sind festsitzende Spangen das Mittel der Wahl. Wobei auch transparente Schienen (= Aligner)  immer mehr zum Einsatz kommen. Diese haben den Vorteil, dass die Zahnpflege etwas erleichtert wird, da man sie herausnehmen kann. Das ist bei Jugendlichen gleichzeitig auch ein Nachteil, denn wenn sie die Zahnspange rausnehmen können, ist es mit der Mitarbeit oft schwierig“, erklärt Kieferorthopädin Silli. Anders als bei herausnehmbaren Zahnspangen können festsitzende Zahnspangen nur vom Kieferorthopäden wieder entfernt werden.

Als Team zum Erfolg

Die Dauer einer Zahnspangenbehandlung hängt meist vom Grad der Fehlstellung ab. Bei leichten Fehlstellungen beträgt die Behandlungszeit mit der Zahnspange rund ein bis zwei Jahre. Bei schweren Zahnfehlstellungen kann die Behandlungsdauer drei bis fünf Jahre ausmachen. Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist aber auch die Mitarbeit des jungen Patienten, denn die Zahnspange muss regelmäßig getragen werden. Silvia Silli: „Die Mitarbeit ist ein ganz wesentlicher Faktor – auch bei festsitzenden Spangen. Dazu gehört auch die gute häusliche Zahnpflege und das regelmäßige Kommen zu den Kontrollterminen. Hier sind auch die Eltern gefragt, um bei kleineren Kindern die Zahnpflege zu kontrollieren und gegebenenfalls auch nachzuputzen. Der Erfolg einer Zahnspange ist also immer eine Teamarbeit.“

Wann ist die Zahnspange gratis?

In Österreich wird der Grad der Kieferfehlstellung durch die IOTN-Skala (Index of Treatment Need) definiert. Die Einteilung erfolgt in Stufen von1 bis 5, wobei Stufe fünf die schwerste Fehlstellung definiert. Die Gratis-Zahnspange, bei der die Kosten von der Krankenkasse zur Gänze übernommen werden, erhalten Kinder und Jugendliche in Österreich im Alter von sechs bis 18 Jahren, wenn sie eine schwere Kieferfehlstellung von Stufe vier oder fünf haben. Bei Stufe 3 gibt es teilweise auch Zuschüsse von der Krankenkasse. Die Stufen 1 und 2 sind rein ästhetisch, hier zahlt die Krankenkasse nichts dazu.

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Helene Tuma

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