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Home » Mein Kind muss ins Krankenhaus
Gesund bleiben

Mein Kind muss ins Krankenhaus

Marlene MayerVon Marlene MayerSeptember 10, 2018Aktualisiert:März 6, 20264 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Sorgen, Hektik, Fremdbestimmung. Ein Aufenthalt im Krankenhaus kann lebensrettend sein, bedeutet aber auch eine große psychische Belastung. Umso wichtiger ist es, das Kind dabei liebevoll zu begleiten.

Warten, bangen, Händchen halten. Muss das Kind ins Krankenhaus, stellt das die ganze Familie vor eine enorme Herausforderung. Die ungewohnte hektische Umgebung, fremde Hände, die einen untersuchen, möglicherweise Schmerzen lassen selbst Erwachsene nicht kalt – Kinder kann so eine Situation besonders einschüchtern. „Es ist wichtig, als Elternteil nicht in den Panikmodus zu verfallen. Erstens, weil das Kind das doch sofort merkt und sich erst recht denkt, es hat guten Grund, sich Sorgen zu machen, und zweitens, weil man auch dazu da ist, seinem Kind eine Stimme zu geben, wenn es das gerade nicht kann“, erzählt etwa Silvia Gerstner. Anfang des Jahres fand sich die zweifache Mutter in genau dieser Situation wieder, da wurde ihr Zweijähriger von jetzt auf gleich stationär aufgenommen. Diagnose: Lungenentzündung. „Das war zum Glück keine ernsthaft bedrohliche Situation“, so Gerstner, aber: „Er brauchte für Tage Sauerstoff, Schläuche und Kabeln führten in seinen Körper und banden ihn an das fremde Bett. Das ist natürlich extrem verängstigend für ein Kleinkind.“

Begleiten und beruhigen

„Ein Krankenhausaufenthalt ist immer mit Angst verbunden, je jünger das Kind ist, desto mehr Hilfsangebote braucht es, um damit umgehen zu können“, weiß der klinische Psychologe Reinhard Topf. Die Aufgabe der Eltern ist dabei eigentlich ganz einfach. Sie lautet: Da sein, erklären, erklären, erklären – und, wenn nötig, auch einmal „Stopp“ sagen. „Mein Sohn hatte wahnsinnige Angst vor dem Röntgen, das ganze Setting, Neonlicht, Dunkelheit, komische Geräte und schwere Schürzen, das war ja alles neu für ihn. Also hat er geweint und geschrien. Als die Röntgenschwester Anstalten gemacht hat ihn zu fixieren, hab ich gesagt: ‚Stopp. Wir gehen jetzt noch einmal hinaus, ich beruhige meinen Sohn, rede mit ihm, und dann kommen wir wieder‘“,beschreibt Gerstner ihre Erfahrungen. „Das hat dann auch gut funktioniert. Ich verstehe, dass es im Krankenhaus stressig ist. Aber das war ja keine lebensbedrohliche Situation, so viel Zeit muss einfach sein.“

Familien ins Krankenhaus

Situationen wie diese sind mittlerweile eher Ausnahme als Norm. Das war aber nicht immer so. Gerade in Kinderkliniken steht die psychosoziale Komponente heute beinahe gleichberechtigt neben der medizinischen. Auch, weil sie einen messbaren Einfluss auf die Heilungschancen hat. „Wir haben festgestellt, dass die Integration der Eltern in die Spitalstruktur positive Auswirkungen auf die gesamte Pädiatrie hat“, weiß Topf, der die psychosoziale Abteilung des St. Anna Kinderspitals leitet und maßgeblich an der Öffnung für Familien beteiligt war. „Dafür mussten aber erst einmal althergebrachte Denkmuster aufgegeben werden und überkommene, über 150 Jahre gewachsene Strukturen neu überdacht werden.“
Heute arbeiten Psychologen verschiedener Fächer, Sozialarbeiter und Kindergartenpädagogen Hand in Hand mit dem restlichen medizinischen Personal. Dabei geht es vor allem auch darum, dem Kind Angebote zu machen. Topf: „Es ist wichtig, dass sich das Kind angenommen fühlt und seine Anliegen gehört werden.“

Ablenkung ist wichtig, aber nicht alles!

Reinhard Topf

Die Angst einfach wegspielen

Dabei ist es gar nicht so einfach, die Welt des Krankenhauses kindgerecht zu erklären. Hilfestellung bietet da etwa das Klinikum Graz, das einen eigenen kleinen Aufklärungsfilm produziert hat, in dem der freundliche Fredi Fuchs lustig-launig durchs Kinderzentrum führt, von vielen Fremdwörtern, weißen Kitteln und kleinen Piksern erzählt. „Man darf die Neugier des Kindes nicht unterschätzen“, weiß Topf. Die kann man sich zunutze machen, um die neue Umgebung spielerisch in die Lebenswelt des Kindes einzuführen. Der klassische Arztkoffer sollte ohnehin in keiner Kinderzimmerausstattung fehlen, spätestens jetzt kommt er zum Zug. Wird das Kind im Spiel selbst zum Arzt, hilft das, die Situation besser einschätzen zu können. Ein guter Tipp sind darüber hinaus auch Bilderbücher zum Thema, genauso wie der Koffer voll vertrauter Gegenstände – vom Kuscheltier bis zum eigenen Pyjama. Und? Na, spielen, bis der Arzt kommt. Im Idealfall mit den Entlassungspapieren.

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Marlene Mayer

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