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Home » Action statt am Handy hängen
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Action statt am Handy hängen

Florian BuschmannVon Florian BuschmannDezember 9, 2025Aktualisiert:Feber 23, 20264 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Vor dreißig Jahren liebten viele Kinder den Winter, heute aber hängen sie gerade in der kalten Jahreszeit gefühlt 24/7 am Handy. Was ihnen fehle, seien motivierende „analoge“ Erlebnisse, so Florian Buschmann.

Bei Schnee und blauem Himmel fällt es Müttern und Vätern wohl am leichtesten, ihren Nachwuchs vom Smartphone wegzulocken. Auch heute noch bauen Kinder gerne Schneemänner, Schneetiere oder einen Iglu. Mit speziellen Sprühflaschen, die Wasser und Lebensmittelfarben enthalten, werden tolle Bilder auf den Schnee gezaubert. Schneeballschlachten brauchen keine komplizierten Regeln, Rodeln mit modernen Plastikschlitten ist ein Dauerbrenner. Wo ein zugefrorener See mit ausreichend dicker Eisschicht oder eine Eislaufhalle vorhanden ist, bietet sich Schlittschuhfahren an. Aber auch eine Winterwanderung mit den Eltern und Stirnlampen oder das angeleitete Lesen von Tierspuren im Schnee kommt gut an.

Doch auch bei richtig ungemütlichem Wetter muss das Handy nicht die einzige Lösung sein. „Gerade dann freuen sich Kinder darüber, wenn sich ihre Eltern Zeit für sie nehmen“, so Buschmanns Erfahrung. Sind sie noch kleiner, sind kreatives Basteln und Backen gute Ideen: Schmuck für den Weihnachtsbaum, Salzteigfiguren oder „Upcycling-Basteleien“ mit Kartons und Klopapierrollen. Weitere Alternativen: Vorlesestunden oder auch Hörspiele und Musik ohne Bildschirm, ein Puzzle-Wettbewerb und natürlich Karten- und Brettspiele, die es für jedes Alter gibt.

Kinder lassen sich fast immer dazu animieren, beim Kochen zu helfen oder Leckeres wie Bratäpfel zu produzieren. Und sogar Bewegung in Innenräumen ist möglich, ohne ins Chaos auszuarten – etwa eine Schatzsuche, Jonglieren mit Tüchern oder Tanzen zu Musik. Kleine Forscherinnen und Forscher machen gerne Eiswürfel-Experimente mit Farben und Salz oder erzeugen mit Essig auf ein mit Backpulver gefülltes Gefäß einen „Vulkan“ im Schnee. Letztlich gehe es darum, echte Erlebnisse zu schaffen, statt sich nur am Smartphone berieseln zu lassen, sagt Buschmann.

Gefragt nach den Vorteilen „analoger“ Beschäftigung, muss Buschmann nicht lange überlegen: „Der ganze Körper bewegt sich, man friert und wird wieder warm, die Muskeln werden trainiert, Motorik und Koordination ebenso.“ Es seien alle Sinne beteiligt, nicht nur Auge und Ohr, und es erfolge eine Rückbindung an die Natur. Offline-Action fördert Kreativität und lässt die Kinder Selbstwirksamkeit erleben. Intensive Kontakte inklusive Streiten, Lachen und dem Treffen von Absprachen erhöhen die soziale Kompetenz. Außerdem erlernen die Kinder, wann man Geduld haben muss und was Jahreszeiten bedeuten. Sie bekommen keine Konserven geliefert, sondern müssen selbst für ein „Programm“ sorgen. Buschmann: „Unschätzbar wertvolle Dinge für mehr Resilienz.“

kinder im schnee
© Shutterstock – ei Schnee und blauem Himmel fällt es Müttern und Vätern wohl am leichtesten, ihren Nachwuchs vom Smartphone wegzulocken. Auch heute noch bauen Kinder gerne Schneemänner, Schneetiere oder einen Iglu.
  • Schneemänner bauen, Schneetiere oder einen Iglu zaubern.
  • Mit speziellen Sprühflaschen, die Lebensmittelfarben enthalten, tolle Bilder auf den Schnee malen.
  • Schneeballschlachten und Rodeln mit modernen Plastikschlitten oder Schlittschuhlaufen.
  • Winterwanderung mit den Eltern und Stirnlampen oder angeleitetes Lesen von Tierspuren im Schnee.
  • Essig auf ein mit Backpulver gefülltes Gefäß im Schnee erzeugt einen „Vulkan“
  • Kreatives Basteln und Backen: etwa Schmuck für den Weihnachtsbaum, Salzteigfiguren oder „Upcycling-Basteleien“ mit Kartons und Klopapierrollen.
  • Vorlesestunden oder auch Hörspiele und Musik ohne Bildschirm
  • Puzzle-Wettbewerb oder Karten- und Brettspiele.
  • Kinder beim Kochen helfen lassen und Leckeres wie Bratäpfel produzieren.
  • Schatzsuche in der Wohnung.
  • Jonglieren mit Tüchern oder Tanzen zu Musik.
  • Eiswürfel-Experimente mit Farben und Salz.

Florian Buschmann ist Psychologe (B.A.) und Mitglied im Fachverband für Medienabhängigkeit. Seit über sieben Jahren ist er in der Prävention und Intervention zum Thema Kinder und digitale Medien aktiv. Mit der von ihm gegründeten Initiative OFFLINE HELDEN erreicht er gemeinsam mit seinem Team jedes Jahr mehr als 13.000 Teilnehmende in über 500 Veranstaltungen. Er begleitet Familien, deren Kinder von einer kritischen oder krankhaften Mediennutzung betroffen sind, gibt ihnen Halt und Stabilität – und trägt so zum Erhalt beziehungsweise zur Wiedergewinnung ihrer psychischen Gesundheit bei.

© Dominik Pfau – Florian Buschmann ist Psychologe (B.A.) und Mitglied im Fachverband für Medienabhängigkeit. Seit über sieben Jahren ist er in der Prävention und Intervention zum Thema Kinder und digitale Medien aktiv.
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