Mit den warmen Temperaturen wird wieder eifrig in die Pedale getreten. Und da ist es auch wieder: Dieses unverkennbare Gefühl, bei dem Freiheit, Fahrtwind und frische Frühlingsluft miteinander verschmelzen. Radfahren ist nicht nur gesund und umweltfreundlich. Es gehört für viele Familien zu den ersten gemeinsamen Abenteuern draußen in der Natur. Eine Radtour mit Kindern sollte allerdings nicht mit einem ehrgeizigen Sportunterfangen verwechselt werden. Oft verpufft ein ambitioniertes „Ich schaffe das locker!“ schon nach wenigen Kilometern und Eltern hören nur noch mantraartig: „Wie lange dauert es noch?“
Realistisch planen: Der Weg ist das Ziel
Damit aus der Tret-Lust kein Radl-Frust wird, sollten Tourlängen für alle Beteiligten gut machbar sein. Manche Ratgeber geben das Alter des Kindes mal fünf als grobe Orientierung für realistische Distanzen an. In der Praxis dürfte diese Faustregel für viele Kinder jedoch zu ambitioniert sein. Realistisch gesehen, schaffen Vier- bis Sechsjährige wohl zwischen fünf und 12 Kilometer. Im Alter von sieben bis neun Jahren können Kinder bereits Strecken zwischen zehn und 20 Kilometern draufhaben. Ab zehn Jahren sind dann – je nach Kondition – schon mal 30 Kilometer und mehr drinnen. Essentiell für Touren mit Kindern sind jedenfalls großzügig eingeplante Pausen, ausreichend Trinkwasser sowie nahrhafte Snacks. Spielplätze entlang der Strecke, ein Eisladen oder ein schöner Aussichtspunkt kommen immer gelegen, wenn es darum geht, den Kids den nächsten Motivations-Kick zu verpassen. Autofreie Radwege wiederum sorgen für Sicherheit und schonen nicht zuletzt die Nerven der Eltern. Doch bevor es mit dem Familienradeln so richtig losgehen kann, gilt es zu überlegen, welches Rad für die Kinder passt und was so ein Kinderrad alles können muss.
Auf die Größe kommt es an
Viele Fahrräder punkten mit stylischem Design, toller Ausstattung und coolen Gadgets. „Wichtiger als alles andere ist bei Kinderfahrrädern die Größe“, bekräftigt Ex-Radprofi Bernhard Kohl gegenüber familiii. „Die in Zoll angegebene Größe bezieht sich auf den Durchmesser der Räder – im Gegensatz zu Erwachsenenrädern, bei denen die Rahmengröße angegeben wird“, weiß der Radexperte, der mit seinem Radshop in der Wiener Triesterstraße das größte Fahrrad-Fachgeschäft Österreichs betreibt. Laufräder gibt es in acht, zehn oder 12 Zoll. Ab 16 Zoll haben die Räder meistens schon Pedale und sind somit „echte“ Fahrräder. „Die Kinder sollen die Räder unbedingt in einem Fachgeschäft probieren. Denn Maße und Geometrien können sehr unterschiedlich sein“, versichert Kohl. Als Einsteigerrad empfiehlt der Rad-Experte ein 16-Zoll-Rad. In weiterer Folge ein 20 Zoll-Rad, dann ein 24 Zoll und schließlich ein 26 bis 27 1/2 Zoll-Jugendrad. „Grundsätzlich würde ich immer auf die Qualität achten, dann können die Fahrräder unter Geschwistern oder auch sonst weitergegeben werden“, betont Kohl.

Das Laufrad als Lern-Rad
Der beste Einstieg in die Radwelt ist sicher das Laufrad – in der Regel ab etwa zwei Jahren. „Damit können die Kinder das Gleichgewicht üben und brauchen beim Übertritt zum Pedalrad keine Stützräder“, sagt Kohl. Wichtig für ein reibungsloses Gleitvergnügen: Beide Füße müssen bequem auf den Boden reichen, während die Kinder im Sattel sitzen. Laufräder sollten außerdem möglichst leicht sein – es soll schließlich vorkommen, dass ein Elternteil das Rad heim tragen muss, weil die kleinen Beine vom vielen Schwung holen müde sind. Laufräder sollten überdies niemals ohne Schuhe benutzt werden, weil die Kleinsten mit den Füßen bremsen – und freilich auch nicht ohne Helm. Sinnvoll sind möglichst breite Reifen, gepolsterte Lenker sowie ein schmaler Sattel.
So läuft mit dem Rad alles rund
Ab einer Körpergröße von 85 Zentimetern kann das Strampeln mit dem ersten richtigen Fahrrad losgehen. Meistens sind die Kinder da zwischen vier und sechs Jahre alt. Wichtiger jedoch als das Alter sind der Gleichgewichtssinn, die ausreichende Beinlänge sowie die Freude am selbständigen Fahren. Kinder mit Laufrad-Erfahrung lernen das Pedaltreten in der Regel rasch, weil sie bereits Balance halten und lenken können. Fahrräder bis 20 Zoll haben meist einen leicht zu bedienenden Universalgang. Unkomplizierte Drei-Gang-Nabenschaltungen haben sich bei Erstradlern ebenso bewährt.
Außerdem sollten Eltern darauf schauen, dass das Bremssytem leicht zu bedienen ist und auch darauf, dass die Kinder Schritt für Schritt an das sichere Verhalten im öffentlichen Verkehr herangeführt werden. Alurahmen sind übrigens empfehlenswert, weil sie leichter sind, leider aber meist auch teurer.

STEILE SACHE
MOUNTAINBIKE – MIT ALLEN HÖHEN & TIEFEN
Touren im hügeligen Gelände mit Kids brauchen eine gute Streckenplanung – inklusive nötiger Pausen sowie guten Nerven für das Motivieren, sollte die Laune gerade mal eine Talfahrt machen. Bernhard Kohls Empfehlung die Auswahl des geeigneten Kinder-Bergrades: „Einsteigen kann man bereits mit den ersten Rädern. Es ist freilich immer eine Frage, wo man fährt. Von reinen Trekking Rädern rate ich jedenfalls ab lieber in Richtung reduziertes Allround-Rad gehen, das gelände- und straßentauglich ist“.
RUNDER START
MEIN ERSTES RAD – NEULAND FÜR NEWCOMER
Bei einer Körpergröße von 110 bis 120 Zentimetern eignen sich 16 Zoll-Räder.In weiterer Folge bietet sich ein 18 bis24 Zoll Fahrrad an. Bei Fahrrädern bis 20 Zoll sind neutrale Rahmen, also solche mit einem sogenannten Damenrad-Einstieg zu empfehlen – da sitzen die Kids aufrecht und haben denStraßenverkehr besser im Blick.
POWERPEDALE
EBIKES – SO WAS VON ELEKTRISIERT
Sind eBikes für Kinder überhaupt sinnvoll?
Bernhard Kohl meint: „Als Einsteigerrad keinesfalls und es sollte auch das normale Rad nicht ersetzen. Ansonsten ist ein eBike bei Kindern dann von Nutzen, wenn die ganze Familie gerne längere Strecken und vorallem bergauf fahren will“. Da heißt es nämlich gerade bei kleineren Pedaltretern schnell einmal: Zu steil! Ich kann nicht mehr! Wie lange noch?
CARGOBIKES
LUST AUF LASTENRAD – KINDERKUTSCHE MIT PEDALEN
Ob für den Weg zu Kindergarten, Schule, Supermarkt oder für den Wochenendausflug – Lastenräder erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, nicht zuletzt auch seitdem es die Transporträder mit Elektro-Motor gibt. Achtung: So praktisch Cargoräder sind, sie fahren sich anders als normale Fahrräder.Sie sind nicht nur länger, sondern auch träger beim Lenken.Es braucht auf jeden Fall ein wenig Übung, vor allem mit voll beladener Box.
Laune gerade

UNSERE TOUREN-TIPPS
RADFAHREN ALS FAMILIENERLEBNIS
Donauradweg – Wachau, NIEDERÖSTERREICH
Zwischen Krems und Melk radelnFamilien durch die WachauerUNESCO-Welterbe-Kulisseentlang der Donau, vorbei an Marillenbäumen und Burgruinen. Die Strecke ist weitgehend flach, gut ausgebaut und bietet viele Rast- und Einkehrmöglichkeiten.
Neusiedler See Radweg – BURGENLAND
Diese Tour ist nahezu eben und führt durch Weingärten und unberührte Steppenlandschaft. Ideal für die Einteilung in Etappen – mit Badeplätzen und Seeblick als Motivationszuckerl.
Bodensee-Radweg – VORARLBERG
Flach, gut ausgebaut und Natur pur:Der Abschnitt der in Osterreich liegenden Strecke ist ideal für entspannte Touren direkt am Wasser.
Ybbstalradweg – NIEDERÖSTERREICH
Diese Strecke ist auf einer ehemaligen Bahnstraße angelegt und führt durch sanftes Hügelgebiet- abseits er großen TourismusroutenHier gibt es kaum Verkehr und moderate Steigerung.
Mur-Radweg – STEIERMARK
Entlang der Mur geht es in vielen Abschnitten angenehm flussabwärts. Besonders zwischen Murau und Graz punktet die Route mit einem guten Mix aus Natur und kleinen Ortschaften zum Einkehren.
Talfahrt
machen.
Bernhard
Kohls
Empfehlung
die
Auswahl des
geeigneten
Kinder-Bergrades:
„Einsteigen
kann
man
bereits
mit
den ersten
Rädern.
Es
ist
freilich
immer
eine
Frage,
wo
man
fährt. Von
reinen
Trekking
Rädern
rate
ich
jedenfalls
ab
–
lieber
in Richtung
reduziertes AllroundRad gehen, das
gelände- und
straßentauglich ist“.
