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Gut zu wissen

Kinderfüße unter Druck: Orthopädin warnt vor langfristigen Folgen

Die Orthopädie beobachtet bei Kindern und Jugendlichen zunehmend Fehlentwicklungen an Füßen, Haltung und Bewegungsmustern. Besonders kritisch ist die Phase zwischen Grundschule und Pubertät, in der sich Fußskelett, Motorik und Körperwahrnehmung noch entwickeln, weiß Dr. Caroline Werkmeister, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie. Ungeeignetes Schuhwerk könne langfristige Folgen haben, so die Expertin. Sie beschreibt, welche Warnsignale Eltern ernst nehmen sollten und weshalb funktionelle Schuhe für viele Kinder eine sinnvolle Ergänzung sein können.
Malu WinklerVon Malu WinklerJuni 23, 2026Aktualisiert:Juni 23, 20265 Minuten Lesezeit
© Vivobarefoot
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Kinder bewegen sich heute deutlich anders als frühere Generationen. Nach Angaben der HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) erreichen nur etwa 20 bis 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Österreich das empfohlene Mindestmaß von täglich 60 Minuten körperlicher Aktivität.  Gründe dafür gibt es viele. Wie die HBSC-Studie zeigt, ist übermäßige Bildschirmzeit (mehr als zwei Stunden pro Tag) bei österreichischen Jugendlichen sehr verbreitet und korreliert so mit weniger körperlicher Aktivität – Zeit für ausreichende Bewegung bleibt da kaum. Die Folgen zeigen sich längst auch in orthopädischen Praxen. Parallel dazu beobachten Orthopädinnen und Orthopäden ein weiteres Problem: Viele Kinder tragen Schuhe, die zu eng, zu kurz oder funktionell ungeeignet sind. Eine Untersuchung der Medizinischen Universität Wien kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als zwei Drittel aller Kinder zu kleine Straßenschuhe tragen. Dr. Caroline Werkmeister, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, sieht darin eine Entwicklung mit langfristigen Folgen: „Wir beobachten zunehmend, dass der moderne Alltag die natürliche Entwicklung von Füßen und Haltung beeinflussen kann. Der Fuß ist die Basis des gesamten Bewegungsapparats. Werden Fehlbelastungen über Jahre nicht erkannt, kann sich das auf Bewegungsmuster, Stabilität und Körperwahrnehmung auswirken.“

© Vivobarefoot

Dicke Sohlen, große Folgen: Trend-Schuhe oft nicht fußgerecht

Gerade Kinder und Jugendliche orientieren sich stark an aktuellen Trends und dem Druck der Gruppe. Doch viele populäre Sneaker stehen laut Orthopädie im Widerspruch zu den funktionellen Anforderungen eines gesunden Fußes. „Typische Erkennungsmerkmale moderner Sneaker sind dicke und starre Sohlen, erhöhte Fersen, stark vorgebogene Sohlenkonstruktionen sowie enge Zehenboxen. Dadurch kann die natürliche Abrollbewegung verändert und die Funktion der Zehen eingeschränkt werden“, weiß Vivobarefoot-Gründer Galahad Clark, der selbst aus einer traditionellen Schusterfamilie stammt. „Besonders problematisch ist diese Einschränkung für die Großzehe“, ergänzt Dr. Werkmeister. Diese spielt jedoch eine zentrale Rolle für das Gleichgewicht, die Stabilität und die Kraftübertragung beim Gehen und Laufen. „Wenn Kinder täglich über viele Stunden Schuhe tragen, die die natürliche Fußfunktion einschränken, kann das langfristig auch ihre Haltung und Bewegungsabläufe negativ beeinflussen“, ordnet die Orthopädin ein. 

© Vivobarefoot

Die wichtigsten Jahre für langfristig gesunde Füße

Besonders sensibel ist die Entwicklungsphase zwischen Grundschulalter und Pubertät. In dieser Zeit verändern Wachstumsschübe die Statik des Körpers teilweise innerhalb kurzer Zeit, während sich gleichzeitig Muskulatur, Nervensystem und Koordination weiterentwickeln. „Der Fuß ist nicht nur ein mechanisches Konstrukt, sondern auch ein hochsensibles sensorisches Organ“, erklärt Werkmeister. Gerade Kinder bräuchten deshalb unterschiedliche Bewegungsreize und möglichst vielfältige Untergründe, damit sich Stabilität, Koordination und Körpergefühl gesund entwickeln können. Fehlende Bewegung und dauerhaft starres Schuhwerk reduzierten genau diese wichtigen Reize.

© Vivobarefoot

Wiederkehrende Beschwerden sind keine „normalen Wachstumsschmerzen“

Viele Eltern unterschätzen laut Werkmeister erste Warnzeichen. Schmerzen würden bei Kindern häufig vorschnell als harmlose Wachstumsbeschwerden eingeordnet. Wiederkehrende Druckstellen, auffällige Gangbilder, schnelle Ermüdung oder Beschwerden beim Sport könnten jedoch Hinweise darauf sein, dass Schuhe und Fußfunktion nicht zusammenpassen. „Da Kinderfüße häufig schubweise wachsen, ist die richtige Passform besonders wichtig“, warnt Werkmeister und fährt fort: „Wichtig sind genug Platz vorne im Schuh, flexible Sohlen und eine flache Form ohne erhöhten Absatz. Außerdem sollten die Materialien atmungsaktiv sein und der Schuh an der Ferse und am Spann gut sitzen. Ein guter Schuh formt den Fuß nicht, sondern lässt ihn natürlich arbeiten.“

© Vivobarefoot

Funktionelle Schuhe sollen natürliche Bewegung unterstützen

Die Nachfrage nach Barfuß- und funktionellen Schuhen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen: Fachanalysen zeigen, dass die Zahl der Marken in diesem Segment von wenigen Anbietern auf über 30 gewachsen ist. „Unsere Mission ist es, Menschen wieder stärker mit ihrem eigenen Körperbewusstsein und natürlicher Bewegung zu verbinden. Das beginnt bei den Füßen“, erklärt der Vivobarefoot-Gründer Galahad Clark. Auch Werkmeister sieht in funktionellen Schuhen Potenzial, mahnt jedoch zu einer realistischen Einordnung: „Studien zeigen, dass funktionelle Schuhe die intrinsische Fußmuskulatur, welche für das Beugen und Strecken der Zehen zuständig ist, stärken können. Sie ersetzen aber keine körperliche Aktivität. Entscheidend bleibt, dass Kinder Freude an Bewegung behalten und möglichst vielfältige Bewegungserfahrungen sammeln.“

© Vivobarefoot

Ästhetik und Fußgesundheit müssen kein Widerspruch sein

Gerade bei Kindern und Jugendlichen spielt neben Funktionalität auch die Optik von Schuhen eine wichtige Rolle. Schließlich entscheiden oft Trends, Farben und das Zugehörigkeitsgefühl in der Schule oder im Freundeskreis darüber, welche Schuhe gerne getragen werden. Funktionelle Kinderschuhe setzen deshalb zunehmend auch auf modernes Design. Vivobarefoot verbindet bei seinen Kindermodellen natürliche Fußfreiheit mit alltagstauglicher Ästhetik, etwa mit der „Gobi Sneaker Shaun the Sheep“-Kollektion oder der „Mini-Me“-Kollektion, bei der Kinder und Eltern ähnliche Modelle tragen können. „Kinderfüße liegen uns besonders am Herzen, weil sie sich noch in der Entwicklung befinden. Wir möchten Schuhe gestalten, die natürliche Bewegung fördern und gleichzeitig so aussehen, dass Kinder sie wirklich gerne tragen. Denn nur Schuhe, die sowohl funktionell als auch optisch überzeugen, haben im Alltag vieler Familien langfristig eine Chance“, erklärt Galahad Clark.

© Jan Henrik, Dr. Werkmeister

Über Vivobarefoot

Vivobarefoot verfolgt die Mission, die Menschen wieder mit der Natur zu verbinden – von Grund auf, Fuß für Fuß, Person für Person. Vivobarefoot wurde von zwei Cousins einer traditionellen Schusterfamilie, Galahad und Asher Clark, gegründet. Die Philosophie basiert auf einfachen Barfuß-Designprinzipien: breit, dünn und flexibel, für optimale Fußgesundheit und natürliche Bewegung. Mit VivoHealth wurde zudem eine Plattform geschaffen, die nützliches Wissen vermitteln soll und ein wachsendes Angebot an Kursen, die von Expert:innen für natürliche Gesundheit geleitet werden, bietet. Auf der Reise als Unternehmen eine positive Bilanz für die Regeneration der Gesundheit von Mensch und Planet zu erreichen, betreibt Vivobarefoot auch ReVivo. Mit dem ersten Sekundärmarkt seiner Art für professionell wiederaufbereitete Schuhe soll diesen ein zweites Leben geschenkt werden. 

© Vivobarefoot

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Malu Winkler

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