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Home » Die Menge macht’s!
Gesund bleiben

Die Menge macht’s!

Herta ScheidingerVon Herta ScheidingerDezember 1, 2019Aktualisiert:Feber 25, 20264 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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An der Schokolade scheiden sich die Geister. Von vielen Ernährungsexperten verteufelt, stecken in der Schokolade auch viele biologisch aktive Substanzen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können – besonders bei dunkler Schokolade!

Sollte man Kindern Schokolade verbieten, oder hat sie tatsächlich auch ihre guten Seiten? Die schlechte Nachricht zuerst: Schokolade zählt zu den zucker- und fettreichen Lebensmitteln und ist in der Ernährungspyramide in der letzten, also siebenten, Stufe. Von diesen Lebensmitteln sollte nicht täglich und gleichzeitig auch sparsam gegessen werden. Doch: „Wenn Kinder täglich ihr Obst und Gemüse mit ihren wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen zu sich nehmen, dann spricht auch nichts gegen ein Stück Schokolade nach dem Mittagessen. Verbote führen dazu, dass Lebensmittel attraktiver werden. Gerade mit Süßem sollte ein gesunder Umgang geschaffen werden“, erklärt Lisa Maria Kerschbaumer, Expertin von Educa – Ernährungsentwicklung. Doch das ist auch im Fall von Schokolade leichter gesagt als getan.

Verbote fördern Heißhunger

Verbote führen meist dazu, dass man etwas noch mehr möchte, schon allein deshalb, weil es nicht erlaubt ist. Das kennen auch die Erwachsenen. „Genauso ist es auch bei der Schokolade. Warum ist die Schokolade im obersten Schrank der Küche? Warum darf ich nur ein Stück pro Tag essen? Warum sagt Mama immer, dass sie ungesund ist? Warum, warum, warum? Eltern wollen immer das Beste für ihre Kinder. Aus diesem Grund sollten sie auch das beste Vorbild für ihre Kinder sein“, rät Lisa Maria Kerschbaumer.

Ab dem ersten Lebensjahr des Kindes ist Süßes in Maßen erlaubt. Damit das nicht der Startschuss zur Reise in die Zuckerfalle wird, rät die Ernährungsexpertin: „Einer der wichtigsten Punkte ist die Atmosphäre, in der die Schokolade gegessen wird. Am besten bei Tisch, wo man sie bewusst isst, und nicht während dem Gehen oder Spielen, in einer abgelenkten Situation.“ Eine kleine Menge, bewusst genossen, ist also erlaubt und auch gesund. Forscher und Ernährungsexperten meinen damit sieben bis 20 Gramm. Das ist ca. eine Rippe, nicht eine ganze Tafel. Mehr vergönnen die Experten Schokoladen-Liebhabern nicht – zu viele Kalorien, zu viel Zucker und Fett.

© iStock Images

Die guten Seiten der Schokolade

Wenn man über die guten Seiten von Schokolade spricht, dann spielt der Kakao die Hauptrolle. Denn alles steht und fällt mit dem Kakao-Anteil in der Schokolade. Im Detail: Im Kakao verstecken sich mengenmäßig vorwiegend die phenolischen Inhaltsstoffe Flavonoide (Catechin und Epicatechin). Sie wirken als Antioxidantien und schützen somit unseren Körper vor negativen äußeren Einflüssen (chronische Entzündungen, Alkoholkonsum, Tabak, Spritzmittel usw.). Gleichzeitig senken sie das Krebsrisiko, regulieren den Blutdruck und minimieren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studien konnten jedoch zeigen, dass proteinreiche Lebensmittel die Wirkung der Flavonoide stark mindern, weshalb die Wirkung der sekundären Pflanzenstoffen in Vollmilch-Schokolade kaum noch zu finden ist. Darum sollte man zu Edelbitterschokolade greifen, denn hier ist der Flavonoid-Gehalt am höchsten. Kakao enthält aber auch größere Mengen Magnesium, Eisen und Kalzium. Des Weiteren kommen Beta-Karotin sowie die Vitamine E, B1, B2 und Niacin vor. Und noch etwas Positives gibt es zu sagen: Die Kakaobohne hat einen hohen Ballaststoffanteil von sechs bis neun Prozent – der Mengenmäßig am meisten in der Edelbitter- und am wenigsten in der weißen Schokolade zu finden ist.

Es ist daher vorteilhaft, vor allem auf die dunkle Schokolade zuzugreifen, da sie auch mehr Eiweiß enthält und gleichzeitig geringere Mengen an zugefügten Zucker aufweist. Auch wenn der Kakao seine positiven Seiten hat, sollten auch die negativen erwähnt sein. So wirken die in ihm vorkommenden Alkaloide wie das Theobromin stärker harntreibend als Koffein, und Salsolinol und Salsolin sollen das Süchtigwerden auf Schokolade begünstigen. Salsolinol soll weiters die Bildung der Endorphine (reguliert Empfindungen wie Schmerz und Hunger) im Gehirn hemmen.

Gerade mit Süßem wie Schokolade sollte ein gesunder Ungang geschaffen werden.

Lisa Maria Kerschbaumer, Ernährungsexpertin, www.educa.cc

Macht Schoko glücklich?

Schokolade wird gerne eine stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt – Schokolade soll glücklich machen. Eine Theorie, die wohl jeder von uns bestätigen könnte. Doch was ist die Ursache dafür? Die Erklärung ist nicht ganz so einfach. Das in der Schokolade enthaltene Kakaopulver enthält Theobromin, das ähnlich wie Koffein den Kreislauf in Schuss bringt und zudem stimmungsaufhellend ist. Ebenfalls stimmungsaufhellend wirken Phenylethylamin, das Cannabinoid Anandamid sowie die Serotonin-Vorstufe Tryptophan.

Doch der besagte glücklich machende Effekt, welcher der süßen Leckerei nachgesagt wird, hat seine Ursache nicht völlig in den genannten Inhaltsstoffen, dafür ist die Wirkung, die diese haben, zu gering. Vermutlich sorgen auch psychische Faktoren dafür, dass uns Schokolade glücklich macht. Denn beim Verzehr wird unser Belohnungssystem aktiviert und der Neurotransmitter Dopamin sowie Endorphine ausgeschüttet.

Dunkle Schokolade: mind. 85 % Kakao

„Alpenmilch“-Schokolade

Weiße Schokolade (Milka)

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Herta Scheidinger

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