Erziehung

Auf dem Schulweg sicher unterwegs

Zebrastreifen, Ampeln, Autos und jede Menge Ablenkung – der Weg in die Schule ist für Schulanfänger eine echte Bewährungsprobe. So kann er stressfrei bewältigt werden.

 

Rund 85.000 Kinder in Österreich sind es, für die auch diesen September wieder der viel zitierte „Ernst des Lebens“ mit dem Eintritt in die erste Klasse Volksschule beginnt. Doch neben einem Stundenplan, neuen Klassenkollegen und Freunden, Lehrern, 1×1 und ABC wartet eine ebenso große Herausforderung auf die Tafelklassler zwischen Wien und Bregenz: der Schulweg. Während die Route zwischen Wohnung oder Haus und Schule für manche einem Katzensprung gleicht, ist sie für andere weit länger und beinhaltet Gefahren wie das Queren von stark befahrenen Straßen oder Stress durch das Nutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Reife des Kindes ist entscheidend

Doch ab welchem Alter können und sollen Kinder eigentlich alleine den Schulweg in Angriff nehmen? Was gilt es dabei zu beachten? Und welcher Schulweg ist der sicherste? Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), sagt, dass der Start für das Projekt „Ich gehe meinen Schulweg alleine“ nicht nur vom Alter abhängt, sondern auch von individuellen Faktoren wie Reife und Entwicklung des Kindes. Aber auch „von der Schulumgebung, von Verkehrsstärken, Kfz-Geschwindigkeiten und der Straßenraumgestaltung. Daher gibt es keine allgemeingültigen Altersangaben, ab wann ein Kind den Schulweg alleine bestreiten kann.“

 

 

An verschiedenen Wochentagen den Schulweg üben

Der Experte rät deshalb, dass Eltern zuallererst herausfinden, welcher der sicherste Weg zur Schule ist. Danach sollte diese Strecke mehrmals mit dem Kind gegangen und erklärt werden, worauf zu achten ist. „Um herauszufinden, ob das Kind alles richtig verstanden hat, sollten abschließend die Rollen getauscht werden: Das Kind führt nun die Eltern zur Schule und kommentiert dabei, wie man sich richtig verhält.“ Sinnvoll ist es auch, so Klaus Robatsch, „an unterschiedlichen Wochentagen und in der Früh und mittags zu üben, damit realistische Bedingungen vorherrschen. Das Kind sollte so lange begleitet werden, bis sich sowohl Kind als auch Eltern sicher fühlen.“

Autos als Gefahrenquelle erkennen

Landstraßen mit schnellfahrenden Autos, mehrspurige Straßen mit viel Pkw- und Lkw-Verkehr, Fußgängerübergänge, die nicht mit einer Ampel geregelt sind – auf dem Schulweg gibt es zahlreiche Herausforderungen, die gerade für kleine Kinder ein Risiko darstellen können. Hinzu kommt, dass junge Fußgänger sich oftmals leicht ablenken lassen und dann nicht immer so fokussiert sind wie es notwendig wäre. Klaus Robatsch: „Die größte Gefahr für Kinder am Schulweg geht von den Autos aus. Dabei ist es egal, ob sie im Auto mitfahren oder den Schulweg selbständig zurücklegen – vor allem wenn das Verkehrsaufkommen vor der Schule durch Elterntaxis noch höher ist als üblich. Außerdem sind Kinder im Volksschulalter noch sehr leicht ablenkbar.“ Damit Kinder lernen, mit Situationen im Straßenverkehr richtig umzugehen, ist es wichtig, so der Experte, dass diese die Möglichkeit haben, den Schulweg auch zu Fuß oder begleitet mit dem Rad zu bewältigen.

 

Wird der Schulweg per Scooter erledigt, darf ein Helm auf gar keinen Fall fehlen, um die Verletzungsgefahr zu verringern.

 

Mit dem Scooter unterwegs

Dabei gilt: Der kürzeste Weg ist nicht immer auch der sicherste Weg. So empfiehlt der KFV-Experte, dass generell eine Route mit möglichst wenig Pkw-Verkehr oder Kreuzungen gewählt werden sollte. Wichtig: Querungs- oder Gefahrenstellen aus der Perspektive des Kindes wahrzunehmen – „auf diese Weise lässt sich besser erkennen, was ihm Schwierigkeiten bereiten könnte. Einige Schulen verfügen auch über sogenannte Schulwegpläne, in denen Problem- und Gefahrenstellen markiert sind, damit die Kinder diese künftig meiden können.“ Auch die allseits beliebten Roller sind auf dem Schulweg ein Thema: Fürs Roller- und Radfahren sind spezielle Voraussetzungen nötig, weiß Verkehrssicherheitsspezialist Robatsch. Dazu zählen etwa Geschicklichkeit beim Lenken oder Gleichgewicht halten. „Ab wann die Fortbewegung per Roller oder Rad alleine möglich ist, hängt aber nicht nur von den individuellen Fertigkeiten des Kindes und von der vorhandenen Infrastruktur ab, es gibt hier konkrete Altersgrenzen: Mit einem Micro-Scooter darf das Kind nur dann alleine fahren, wenn es über acht Jahre ist. Jüngere Kinder müssen von einer mindestens 16 Jahre alten Begleitperson beaufsichtigt werden. Ab der vierten Schulstufe, frühestens im Alter von neun Jahren, können Kinder die ,Freiwillige Radfahrprüfung‘ ablegen und dürfen dann auch unbegleitet mit dem Fahrrad unterwegs sein.“

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