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Home » Deutlicher Anstieg der Diphtherie-Fälle in Österreich
Gesund bleiben

Deutlicher Anstieg der Diphtherie-Fälle in Österreich

adminVon adminApril 7, 2023Aktualisiert:März 1, 20264 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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In Österreich sowie auch in ganz Europa beobachten Experten und Expertinnen eine Zunahme von Diphtherie-Fällen. Diphtherie ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae verursacht wird. Die Diphtherie-Bakterien verbreiten sich über feinste Speicheltröpfchen – z.B. beim Husten oder Niesen. Kinder und ältere Menschen können schwer erkranken.

In Österreich sowie auch in ganz Europa beobachten Experten und Expertinnen eine Zunahme von Diphtherie-Fällen – insbesondere bei Einwanderern. Diphtherie ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae verursacht wird. Die Diphtherie-Bakterien verbreiten sich über feinste Speicheltröpfchen – z.B. beim Husten oder Niesen. Kinder und ältere Menschen können schwer erkranken. „Schlechte Durchimpfungsraten begünstigen erneute Ausbrüche und machen diese Krankheit, wenn sie eingeschleppt wird, wieder gefährlich. Die Vorsorge gegen diesen ‚Würgeengel der Kinder‘, wie die Krankheit früher genannt wurde, beginnt in der Kindheit mit einer zeitgerechten Impfung“, betont Priv.-Doz. Dr. Hans Jürgen Dornbusch, Leiter des Referates Impfkommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Die Bezeichnung „Würgeengel“ basiert auf den Folgeerscheinungen der Atemwegs-Diphtherie, bei der ein wie ein Häutchen aussehender Belag den Rachen überzieht. Diese „Pseudomembran“ kann die Atmung und das Sprechen behindern und zu lebensgefährlichen Erstickungsanfällen (Diphtherie-Croup) führen.

In Österreich erkrankten dem vorläufigen Jahresbericht von 2022 nach im letzten Jahr 62 Menschen an Diphtherie und es gab einen Todesfall. 2020 und 2021 traten je 2 Fälle auf, nachdem zuletzt 2016 und 2014 je zwei Fälle nach 20 Jahren ohne Diphtherie dokumentiert worden waren.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichteten 2022 neun Länder der europäischen Region (Österreich, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweiz und Vereinigtes Königreich) über 391 Diphtherie Fälle – etwa achtmal so viele Fälle, wie durchschnittlich pro Jahr in den vorangegangen zehn Jahren aufgetreten waren. Im Zeitraum 2012–2021 wurden in der Europäischen Region insgesamt nur 452 Fälle gemeldet.

Neben der Atemwegs- bzw. Rachen-Diphtherie gibt es noch die Haut-Diphtherie bzw. Wund-Diphtherie. Hier dringt das Bakterium durch Hautkontakt bzw. Kontakt zu Wundsekret in eine offene Wunde ein und vermehrt sich dort. Dazu reicht eine kleine Verletzung oder ein Insektenstich. Es bilden sich schmerzhafte Hautgeschwüre mit schmierigen Belägen – vorwiegend an den Beinen. Über infizierte Haut können anfällige Kontaktperson sowohl Wund- als auch Atemwegs-Diphtherie bekommen. In seltenen Fällen kann bei den Patienten/Patientinnen selbst eine Hautdiphtherie auch zur Infektionsquelle für eine Rachendiphtherie werden.

„Um schwere Folgen zu verhindern, muss ein Diphtherie-Patient/eine Diphtherie-Patientin rasch ein Diphtherie-Gegengift in Kombination mit Antibiotika erhalten. Tückisch ist, dass vermehrt Antibiotikaresistenzen auftreten“, ergänzt Priv.-Doz. Dr. Dornbusch. Diphtherie ist eine schwere Erkrankung, bei der 5% -10% der Erkrankten versterben. Bis zu 20% der Fälle führen bei Kindern unter 5 Jahren und Erwachsenen über 40 Jahren zum Tod. Aufgrund unzureichender Durchimpfungsraten und anhaltend starker Migrationsbewegungen sei in Österreich und anderen europäischen Ländern mit weiteren Fällen von Diphtherie zu rechnen, warnen österreichische Experten und Expertinnen, die in der Fachzeitschrift „Infection“ den schweren Krankheitsverlauf eines an Diphtherie verstorbenen 24-jährigen Flüchtlings aus Afghanistan beschreiben, der 2022 in Wien behandelt wurde.

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© Shutterstock – Für die Grundimmunisierung benötigen Kinder drei Impfungen, die sie im Rahmen der Sechsfachimpfung erhalten.

Für die Grundimmunisierung benötigen Kinder drei Impfungen, die sie im Rahmen der Sechsfachimpfung erhalten (3., 5. u. 11.-12. Lebensmonat). Sie schützt gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae B und Hepatitis B. Die Impfungen sind für Kinder kostenfrei. Eine Auffrischimpfung sollte in Form einer Vierfachimpfung (Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung) zwischen dem 7. Und 9. Lebensjahr verabreicht werden, dann alle 10 Jahre und ab 60 Jahren alle fünf Jahre,“, rät Priv.-Doz. Dr. Dornbusch.

Für 2021 stellte das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz fest, dass etwa 43.000 Kindern keine vollständige Grundimmunisierung besaßen. Diese Kinder sind also wahrscheinlich nicht ausreichend gegen Diphtherie und andere Erkrankungen wie Kinderlähmung, Wundstarrkrampf und Keuchhusten geschützt. Bei den im Jahr 2021 5- bis 9-Jährigen waren etwa 28.000 Kinder (rund 6%) der Kinder komplett ungeimpft und fast 14% in dieser Altersgruppe hatten noch keine Auffrischimpfung (fast 61.000 Kinder), bei den 10-16-Jährigen waren es rund 12,5% (rund 75.000 Kinder und Jugendliche).

Weitere aktuelle Informationen rund um das Thema „Kindergesundheit“ finden Sie auf der Internetseite der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) für Eltern und Interessierte, unter www.kinderaerzte-im-netz.at.

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