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Home » Die Fragestrategien von Kindergartenkindern
Bildung

Die Fragestrategien von Kindergartenkindern

adminVon adminOktober 1, 20193 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Wer nicht fragt, bleibt dumm, heißt es im Titellied der Sesamstraße. Doch wie fragt man richtig, um die Informationen zu bekommen, die man sucht? Und wann lernen Kinder, welche Fragenart in welcher Situation den höheren Informationsgewinn verspricht?

Durch Fragenstellen lernen Kinder die Welt kennen. Doch wann und wie lernen sie gute Fragen zu stellen? Frühere Studien belegen, dass sich die Fähigkeit, effektive Fragen zu stellen und die eigene Umgebung strategisch nach bestimmten Informationen zu erkunden, ab dem Alter von vier Jahren bis ins Erwachsenenalter entwickelt. Grundschulkinder im Alter von sieben bis zehn Jahren haben demnach noch Schwierigkeiten damit, sich effektive Fragen zu überlegen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung untersuchten die Fragestrategien von Drei- bis Fünfjährigen.

Die Studie der Forschungsgruppe „iSearch | Informationssuche, ökologisches und aktives Lernen bei Kindern“ zeigt jedoch, dass Kinder im Alter von vier Jahren schon aus zwei Fragen diejenige auswählen können, welche mehr Informationsgewinn verspricht und somit effektiver ist. Voraussetzung dafür ist die kognitive Fähigkeit, einschätzen zu können, welche Frage eher zur gesuchten Antwort führt. „Das legt den Schluss nahe, dass bereits Drei- und Vierjährige die Grundfähigkeiten besitzen, erfolgreiche Fragestrategien zu entwickeln“, sagt Azzurra Ruggeri, Leiterin der Forschungsgruppe „iSearch“.

In ihrer Studie testeten die Wissenschaftler insgesamt 268 Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren in insgesamt vier verschiedenen Erhebungen – wobei jedes Kind nur an einer Erhebung teilnahm. Gezeigt wurde den Kindern in allen Durchläufen dieselbe Geschichte in Form eines Bilderbuchs. Darin kommt ein Monster namens Toma mehrere Tage in Folge zu spät zur Schule. Den Studienteilnehmern wurden die Gründe für das Zuspätkommen gezeigt, beispielsweise hatte Toma verschlafen, ferngesehen oder ihre Jacke nicht gefunden.

In der Testsituation selbst sahen die Kinder dann zwei von Tomas Freunden, die jeweils eine Frage stellten, um herauszufinden, warum Toma wieder zu spät zur Schule kam. Einer der beiden Freunde stellte eine Frage, mit der er verschiedene Verspätungsgründe — wie zum Beispiel das Vergessen der Jacke, des Rucksacks oder der Schuhe — miteinschloss: „Toma, warst du zu spät, weil du etwas nicht finden konntest?“ Der andere hingegen stellte eine Frage, mit der er eine konkrete Hypothese überprüfte, wie: „Toma, warst du zu spät, weil du deine Jacke nicht finden konntest?“ Im Anschluss an die gezeigten Fragen sollten die Kinder das Monster auswählen, von dem sie glaubten, dass es mit seiner Frage schneller zur richtigen Antwort komme würde. In den vier Experimenten variierten die Wissenschaftler die Häufigkeit sowie die Wahrscheinlichkeiten der Verspätungsgründe.

Während bisherige Studien primär zu dem Schluss kamen, dass Kinder Fragen bevorzugen, mit denen sich eine konkrete Hypothese überprüfen lässt, zeigen die vorliegenden Ergebnisse, dass schon Vorschulkinder ihre Fragen strategisch auswählen können. Die meisten Kinder entschieden sich für die Frage, welche in der jeweiligen Situation auch erfolgversprechender war — nämlich diejenige, die in weniger Schritten zur Antwort führte. „Mit zukünftigen Studien möchten wir nun herausfinden, welche Faustregeln Vorschüler nutzen, um die Effektivität einer Frage zu beurteilen, und wie wir sie bei der Formulierung eigener Fragen unterstützen können“, sagt Azzurra Ruggeri.

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