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Home » „Die Kinder müssen wissen: Nichts pflücken oder in den Mund stecken ohne vorher einen Erwachsenen zu fragen!“
Gesund bleiben

„Die Kinder müssen wissen: Nichts pflücken oder in den Mund stecken ohne vorher einen Erwachsenen zu fragen!“

Barbara Schaumberger-BinderVon Barbara Schaumberger-BinderAugust 11, 2020Aktualisiert:März 5, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Die Wildpflanzen-Experten Katrin und Frank Hecker im Interview über genießbare und ungenießbare Pflanzen, das Sammeln mit Kindern und was beim Pflücken von Wildkräutern und -früchten wichtig ist.

Was ist beim Sammeln von Wildpflanzen unbedingt zu beachten?
Katrin und Frank Hecker: Nur Kräuter oder Früchte pflücken, die man eindeutig bestimmen kann und außerdem frisch sowie unbeschädigt aussehen. Wer unsicher ist, lässt die Pflanzen stehen. Selbst bei scheinbar „bekannten“ Arten vor dem Sammeln immer nachschauen, ob es nicht doch ungenießbare oder giftige Doppelgänger gibt! Weil gerade hier die häufigsten Irrtümer passieren, stellen wir in unserem Buch genau diese Verwechslungs-Arten deutlich heraus. Außerdem genau schauen, wo man sammelt. Was man isst, kann nur so gesund sein wie der Lebensraum, in dem es gewachsen ist. Also Äcker, Straßen, Bahngleise und Hunde-Gassi-Strecken vermeiden.

Heißt ungenießbar gleich giftig?
Hecker: Nein. Aber die Übergänge sind fließend: Manche Pflanzen sind einfach ungenießbar, aber nicht gefährlich. Andere, wie z.B. Holunderbeeren und Vogelbeeren, sind roh schwach giftig, gekocht aber sehr gesund, da durch das Kochen die Giftstoffe abgebaut werden. Dann gibt es Giftpflanzen, die je nach aufgenommener Menge meist nur Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Am Ende dieser Skala stehen die wirklich gefährlichen Giftpflanzen wie Einbeere, Seidelbast, Schierling, Herbstzeitlose, Fingerhut oder Goldregen. Bereits wenige Blätter oder Früchte dieser Pflanzen können zu Atemlähmung oder Herzstillstand führen.

Sollte man immer ein Pflanzen-Bestimmungsbuch dabei haben?
Hecker: Ein gutes Pflanzen-Bestimmungsbuch zu haben, kann nie schaden. Zum Sammeln essbarer Wildpflanzen ist es aber nicht nötig zum Botaniker zu werden. Es genügt vollkommen, einige wenige Arten zu erkennen, diese aber richtig! Und vor allem auch ihre möglichen Verwechslungspartner. Wenn man z.B. Holunder sammeln möchte, dann ist es nicht nötig, Eichen und Buchen genauer bestimmen zu können – wohl aber sollte man wissen, dass es auch einen giftigen Zwerg-Holunder gibt und diesen vom essbaren Holunder sicher unterscheiden lernen.

Ab welchem Alter kann man Kinder zum Wildpflanzen sammeln mitnehmen?
Hecker: Von Anfang an! Wir haben unsere eigenen Kinder bei unseren Exkursionen häufig vor dem Bauch getragen – so sind sie selbstverständlich damit aufgewachsen, dass man nicht alles in den Mund stecken darf. Im Krabbelalter, wenn alles erkundet und probiert werden will, ist es draußen in der Natur nicht anders als zuhause oder im Garten: Da passt man als Elternteil auf und erklärt, was geht und was nicht. Und von Anfang an gilt: Nichts pflücken oder in den Mund stecken ohne vorher einen Erwachsenen zu fragen!

Und was ist zu beachten, wenn die Kinder dann aktiv beim Wildpflanzen sammeln helfen?
Hecker:

  • Auf wenige, leicht erkennbare Arten beschränken.
  • Den Kindern die Erkennungsmerkmale erklären – vor allem, wie man sie von Doppelgängern unterscheidet.
  • Sehr bewährt hat sich, daheim gemeinsam ein kleines Herbarium mit gepressten Pflanzen anzulegen, wo die wichtigen Merkmale noch einmal beschriftet oder vielleicht abgemalt werden.
© Frank Hecker
© KOSMOS

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Barbara Schaumberger-Binder

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