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Home » Online-Plattformen: Jugendliche können rechtswidrige Inhalte melden
Digitale Welt

Online-Plattformen: Jugendliche können rechtswidrige Inhalte melden

Rat auf DrahtVon Rat auf DrahtJuli 4, 2025Aktualisiert:Feber 23, 20264 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Ein Notruf will Jugendliche ermutigen, illegale Kommentare, Posts und rechtswidrige Inhalte auf Online-Plattformen zu melden. Dafür wurde ein eigenes Tool auf der Website von Rat auf Draht eingerichtet. Durch den Trusted Flagger-Status müssen diese Meldungen priorisiert behandelt werden.

Der digitale Raum ist heute ein wichtiger Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Doch auf den populären Online-Plattformen finden junge Menschen nicht nur nützlichen, interessanten oder lustigen Content. Gerade in den letzten Jahren haben Hassbotschaften, Desinformation, demokratiefeindliche Inhalte und Cyber-Mobbing stark zugenommen. „Aus unseren Beratungen wissen wir, dass es diese Inhalte für manche Jugendliche leider schon ein Stückweit normal sind, wie etwa Cyber-Mobbing in Online-Spielen und sie der Meinung sind, dass man so etwas einfach hinnehmen muss“, zeigt sich Birgit Satke, Leiterin der Beratungsteams von Rat auf Draht, alarmiert und appelliert gleichzeitig „Hass im Netz und andere verbotene Inhalte sollten niemals toleriert, sondern umgehend gemeldet werden.“

Durch den DSA (Digital Service Act), sind die Plattformen verpflichtet, derartige Inhalte nach Meldung sofort zu löschen, was aufgrund der Vielzahl von Meldungen allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen kann. „Das ist gerade für Kinder und Jugendliche oft frustrierend. Wenn sie sich dazu durchringen, diesen Content zu melden, erwarten sie sich auch eine rasche Reaktion und sind dann oftmals enttäuscht, wenn diese nicht zeitnah kommt“, so Satke.

Um die Plattformen zu unterstützen, rechtswidrige Inhalte schneller zu finden und zu löschen, wurden die so genannten Trusted Flagger (vertrauenswürdige Hinweisgeber) geschaffen. Meldungen von Trusted Flagger-Organisationen haben einen besonderen Status, denn sie müssen laut DSA von den Online-Portalen bevorzugt behandelt werden. In Österreich ist Rat auf Draht einer dieser vertrauenswürdigen Hinweisgeber. Ab sofort haben Kinder und Jugendliche, die Möglichkeit, unter www.rataufdraht.at/trusted-flagger rechtswidrige Inhalte anonym zu melden.

„Dazu gehören rechtswidrige Beiträge, Kommentare, Bilder, Videos, Reels oder Stories, die auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook veröffentlicht wurden. Öffentlich bedeutet, dass es für alle sichtbar ist“, erklärt Satke. Darunter fallen unter anderem: öffentliche Beleidigungen und Drohungen, Cyber-Mobbing, Gewaltverherrlichung, die Veröffentlichung von Nacktaufnahmen ohne Einverständnis der abgebildeten Person, Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung, Geschlecht oder Herkunft sowie die Verbreitung nationalsozialistischer Inhalte, Tierquälerei oder Content, der zu Terrorismus aufruft.

Funny,Woman,Receiving,An,Embarrassing,Text,Message,Attractive,Person,Using
© Shutterstock – Unter rechtswidrige Inhalte fallen unter anderem: öffentliche Beleidigungen und Drohungen, Cyber-Mobbing, Gewaltverherrlichung, die Veröffentlichung von Nacktaufnahmen ohne Einverständnis der abgebildeten Person, Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung, Geschlecht oder Herkunft sowie die Verbreitung nationalsozialistischer Inhalte, Tierquälerei oder Content, der zu Terrorismus aufruft.

Geht eine Trusted Flagger-Meldung bei Rat auf Draht ein, so wird diese intern geprüft und festgestellt, ob es sich um einen rechtswidrigen Inhalt handelt. „Ist das der Fall, so leiten wir die Meldung anonym an die jeweilige Plattform weiter, die dann entscheidet, ob der Beitrag gelöscht wird“, so Satke. Während des gesamten Prozesses wird der oder die Jugendliche, welche:r den Inhalt gemeldet hat auf dem Laufenden gehalten und erhält eine Einschätzung, ob der Beitrag nach Prüfung durch Rat auf Draht rechtswidrig ist sowie auch eine Information darüber, ob die Online-Plattform den Beitrag letztlich auch entfernt hat. „Wir möchten Jugendliche ermutigen, nicht wegzuschauen, sondern illegale Inhalte auf jeden Fall zu melden. Wir übernehmen in ihrem Namen anonym die Kommunikation mit der Plattform und sie erhalten von uns ein Feedback über den Ausgang“, sagt Satke.

Vor einem Monat fand der Soft-Launch des Online-Meldeformulars auf der Rat auf Draht Website statt. Obwohl noch nicht offiziell kommuniziert, wird das Service gut angenommen: Über 30 Meldungen rechtswidriger Inhalte gab es bereits. Am häufigsten dreht es sich dabei um Content auf Instagram, TikTok und Discord. Thematisch wurden vor allem nationalsozialistische Inhalte, Mobbing und ohne Einverständnis veröffentlichter pornographischer Content gemeldet. „Wir hoffen, dass viele Kinder und Jugendliche den Mut finden werden, gegen illegale Inhalte im Internet vorzugehen. Gemeinsam können wir mit nur ein paar Klicks viel erreichen“, ist sich Satke sicher.

Das Angebot von Rat auf Draht finanziert sich zum Großteil aus Spenden.
Spendenkonto IBAN: AT10 2011 1827 1734 4400

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