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Home » Schulbeginn: Kinder und Eltern brauchen Sicherheit
Bildung

Schulbeginn: Kinder und Eltern brauchen Sicherheit

Medienservice Stadt LinzVon Medienservice Stadt LinzAugust 2, 20217 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Die Stadt Linz fordert zu Schulbeginn vom Bildungsministerium klare Regelungen. Im Vorfeld werden die Raumkonzepte an Linzer Schulen evaluiert.

n sechs Wochen enden in Linz die Ferien, im Osten Österreichs sogar eine Woche früher. Davon betroffen sind unter anderem alleine jene mehr als 11.000 Kinder im schulpflichtigen Alter, die eine städtische Pflichtschule besuchen. Wie der Schulstart aussehen wird, wissen sie jedoch nicht annähernd. Vergleicht man die Ankündigungen des Bildungs- und Gesundheitsministeriums mit jenen des Vorjahres, kann man die Verunsicherung vieler Eltern verstehen: „Ich kann leider nicht nachvollziehen, warum die Herren Minister auch im zweiten Jahr so wenig Lerneffekt zeigen und so wenige nachvollziehbare Vorbereitungen treffen“, meint dazu der Linzer Bürgermeister Klaus Luger.

Als zuständige Schulerhalterin für die Pflichtschulen habe die Stadt bereits im Vorjahr eigene Raumkonzepte erarbeitet, um auf mögliche Szenarien reagieren zu können. Mittels zusätzlicher Räume und Mobiliar sollten etwaige notwendige Klassenteilungen und die Schulausspeisung gewährleistet werden. „Auch im ersten Corona-Jahr hantelte sich insbesondere das Bildungsministerium durch Versuch und Irrtum, wie etwa das Nachrichtenmagazin Profil treffend in einer August-Ausgabe des Jahres 2020 berichtete“, blickt Bürgermeister Klaus Luger zurück.

Wenn der Bildungsminister jetzt eine „Sicherheitsphase“ für den Schulstart ankündigt, bedeutet das für Eltern maximale Verunsicherung. „Unsere Kinder haben eine Schulpflicht zu erfüllen, das sollte das Recht auf einen echten Schulbesuch inkludieren. Ich fordere daher den Bildungs- und den Gesundheitsminister auf, eine Schulstart-Garantie abzugeben. Es ist noch genügend Zeit, dies entsprechend vorzubereiten. Wo Länder und Gemeinden im Rahmen ihrer Zuständigkeit helfen können, machen sie das sicher gerne – so, wie wir bislang schon gemeinsam die Krise gemeistert haben“, so das Linzer Stadtoberhaupt.

Das Schuljahr 2020/2021 stellte für viele Kinder und ihre Eltern sowie für das Lehrpersonal eine Nervenprobe dar. Ein verpatzter Schulstart, weil Vorbereitungen wie etwa die Maskenbeschaffung nicht ausreichend getroffen wurden, ein durchwachsenes Schuljahr, weil vielerorts etwa das Homeschooling nicht funktionierte. „Von einem ´Schulversuch´ spricht treffenderweise das Nachrichtenmagazin Profil in seiner Ausgabe vom 23. August 2020, ahnend, dass die Wunschvorstellungen des Bildungsministers nicht eintreffen würden“, hat der Linzer Bürgermeister Klaus Luger nachgelesen (s. https://www.profil.at/oesterreich/schulversuch-bildungsminister-heinz-fassmann-will-moeglichst-normalen-unterricht/401008232).

Viele ExpertInnen sehen daher auch vergebene Bildungschancen für diese Generation. „SchulpsychologInnen und SchulsozialarbeiterInnen sehen echte Versäumnisse in diesem Jahr, die sich keinesfalls ein weiteres Mal wiederholen dürfen. Wir verlieren sonst eine Generation von HoffnungsträgerInnen“, ist das Linzer Stadtoberhaupt überzeugt.

Aktuell zeigt sich, dass die Pandemie bedauerlicherweise noch nicht überwunden ist. Die Stadt Linz hat als Schulerhalterin bereits im Vorjahr ein Raumkonzept ausgearbeitet, mit dem auf unterschiedliche Szenarien reagiert werden konnte. „Foyers und andere Gemeinschaftsräume, etwa Turnsäle, wurden adaptiert, zusätzliches Mobiliar angeschafft, in der Nähe von Schulen gelegene Volkshäuser und andere städtische Liegenschaften freigehalten. Dadurch wollten wir sicherstellen, dass beispielsweise bei notwendigen Klassenteilungen oder für die Schulausspeisung unter Einhaltung der Abstandsregeln ausreichend Raum zur Verfügung steht“, erläutert Bürgermeister Klaus Luger. Fast überall konnten die entsprechenden Lösungen gefunden werden, manchenorts scheiterte die Umsetzung am fehlenden Aufsichtspersonal. „Das ist jedoch Aufgabe des Bildungsministeriums“, erklärt Luger.

Folgende Maßnahmen wurden im Vorjahr konkret vom Gebäudemanagement an den insgesamt 37 Schulstandorten, für die die Stadt verantwortlich zeichnet, erbracht:

In der Dr.-Karl-Renner-Schule wurde der Gymnastiksaal zum Speisesaal umgebaut.

In der Dorfhalleschule im Franckviertel wurden sowohl der Turnsaal als auch der Gymnastikraum zur Ausspeisung genutzt, das angrenzende Volkshaus wurde für den Musikunterricht und die Morgenaufsicht sowie die Lehrerkonferenz adaptiert.

Bei der Dr.-Ernst-Koref-Schule wurde ebenfalls das angrenzende Volkshaus Bindermichl für den Unterricht genutzt.

Generell wurde an einer Vielzahl von Schulen der Turnsaal für den Unterricht adaptiert, beispielsweise in der Römerbergschule, der Goetheschule, der Dornachschule, der F.-Hüttner-Schule, der Stelzhamerschule und der Otto-Glöckel-Schule. Dafür wurde vor allem ein eigener Bodenbelag aufgelegt, um den speziellen und teuren Gymnastikboden vor unsachgemäßer Abnutzung zu schützen.

Um die Aufteilung der SchülerInnen auf mehrere Räumlichkeiten bzw. die Einhaltung der Abstandsregeln in den bestehenden Klassenräumen zu gewährleisten, wurden aus Lagerbeständen und aus Volkshäusern Tische sowie Stühle den Schulen zur Verfügung gestellt. Dies war etwa in der F.-Hüttnerschule, der Goetheschule und der Aignerschule vonnöten.

Darüber hinaus setzten die MitarbeiterInnen der Stadt im laufenden Betrieb zusätzliche Schritte, um das Virus bestmöglich einzudämmen:

  • in allen Schulen fanden regelmäßige Flächendesinfektionen durch Reinigungsfirmen statt
  • Schulwarte übernahmen die regelmäßige Desinfektion von Handläufen, Griffen und Türklinken
  • Schulwarte unterstützten das Lehrpersonal bei den Einlasskontrollen
  • Bodenmarkierungen zur Einhaltung der Abstandsregeln wurden angebracht.

Um auch für den heurigen Schulstart gut gerüstet zu sein, hat der Linzer Bürgermeister das Liegenschaftsressort beauftragt, das bestehende Raumkonzept nochmal zu evaluieren, um auf möglichst jedes Szenario entsprechend reagieren zu können. „Ziel muss es sein, einen holprigen Schulstart wie im Herbst 2020 und ein weiteres durchwachsenes Schuljahr auf jeden Fall zu verhindern“, ist das Linzer Stadtoberhaupt überzeugt.

Während die Stadt die Ferien nutzt, um ihre Hausaufgaben für einen gelingenden Schulstart zu machen, sind die verantwortlichen Stellen auf Bundesebene wenig hilfreich. „In Italien sollen zum Schulstart bereits 60 Prozent der SchülerInnen geimpft sein“, verweist Bürgermeister Klaus Luger auf entsprechende Berichte (https://orf.at/stories/3222062/). „Aus dem österreichischen Gesundheitsministerium bekommen wir nicht einmal nachvollziehbare Daten oder gar Szenarien, auf die wir uns vorbereiten könnten“, ist das Linzer Stadtoberhaupt verärgert.

Noch mehr Sorge bereitet Eltern, SchülerInnen und PädagogInnen das Verhalten des Bildungsministers. „Der Profil-Artikel aus dem August des Jahres 2020 könnte aktuell erneut abgedruckt werden. Zumindest habe ich nicht den Eindruck, dass Bildungsminister Faßmann irgendwelche Lehren aus dem Vorjahr mitgenommen hätte“, so Bürgermeister Klaus Luger. Ganz im Gegenteil: Der Minister kündigt eine „Sicherheitsphase“ an, in der man erst zum Schulbeginn mit verschiedenen Instrumenten den Schulstart erproben wolle (s. https://orf.at/stories/3219019/). „Das bedeutet keine Sicherheit, sondern für alle Betroffenen maximale Verunsicherung“, versteht Bürgermeister Klaus Luger insbesondere die Sorge vieler Eltern, die nach wie nicht wissen, wie sich der Herbst gestaltet. Offen sind unter anderen Punkten klare Perspektiven für elterliche und was das für Aufsichtsverpflichtungen.

Darum fordert der Linzer Bürgermeister Klaus Luger von Gesundheitsminister Mückstein und von Bildungsminister Faßmann eine Schulstart-Garantie: „Wir haben eine gesetzlich verankerte Schulpflicht. Ich bin der Meinung, diese muss auch das Recht auf den Besuch der Schule beinhalten“, so das Linzer Stadtoberhaupt.

Die Ankündigungen des Bildungsministers und das laute Schweigen des Gesundheitsministers lassen jedoch aktuell für alle Betroffenen, auch für die laut Medienberichten auf „Normalität“ hoffenden PädagogInnen, nichts Gutes erahnen: „Vielleicht Masken, vielleicht Tests, vielleicht Filter – das klingt nach wie vor mehr nach Versuchslabor denn nach einem Konzept“, rügt der Linzer Bürgermeister die verunsichernde Vorgehensweise des Bundes. „Ich habe keine Hoffnung, dass das nächste Woche konkreter wird. Dabei braucht es jetzt möglichst exakte Vorgaben und auch entsprechende Unterstützung, um mit den Schulerhaltern gemeinsam den Schulstart zu bewältigen“, meint das Linzer Stadtoberhaupt.

Beispiel Luftfilter: das Linzer Liegenschaftsressort hat bereits im Vorjahr Angebote für Produkte der entsprechenden Güteklasse (Klasse I MEDIZINPRODUKT nach 93/42 EWG) eingeholt. Das Ergebnis ist ernüchternd: „Diese Geräte kosten zwischen knapp 2.600 Euro und – im Premiumbereich – rund 5.300 Euro. An den aktuell 56 Schulstandorten, für die wir als Schulerhalter verantwortlich zeichnen, gab es im Vorjahr 581 Klassen. Somit hätten wir zwischen eineinhalb und mehr als drei Millionen Euro zu stemmen, um alle Klassen mit entsprechenden Luftfiltern auszustatten – das geht sich beim besten Willen nicht mehr aus, wenn man uns mit dieser Herausforderung alleine lässt“, blickt der Linzer Finanzreferent auf die krisengebeutelten Stadtfinanzen.

Zusätzlich regt das Linzer Stadtoberhaupt an, die zumindest in Linz vollständig mit digitaler Grundinfrastruktur ausgerüsteten Schulgebäude auch zur Umsetzung neuer Unterrichtskonzepte zu nutzen. „Dabei ließen sich beispielsweise Video- und Online-Materialien für Unterricht in getrennten Räumen besser einsetzen. Und da wir manchenorts möglicherweise immer noch Turnsäle adaptieren mussten, könnten Fitnessprogramme am PC und in den Klassen dem Bewegungsmangel entgegenwirken“, schlägt das Linzer Stadtoberhaupt zwei von mehreren Ideen vor. „Unsere Hand ist ausgestreckt – erledigen wir unsere Hausaufgaben, zum Wohle der Kinder“, meint Bürgermeister Klaus Luger abschließend.

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