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Home » SOMMER, FREIBAD, TIKTOK – und die Angst vieler Eltern
Digitale Welt

SOMMER, FREIBAD, TIKTOK – und die Angst vieler Eltern

Eva Maria Meidl ist Juristin und Podcasterin in Wien. In „familiii“schreibt sie regelmäßig über wichtige Rechtsthemen für Familien. Diesmal geht es um das Thema Kinderfotos auf Social Media.
Eva Maria MeidlVon Eva Maria MeidlJuni 23, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Es ist Sommer. Die Freibäder sind voll, Kinder lachen am Beckenrand, Eltern filmen kleine Sprünge ins Wasser, Eisverschmierte Gesichter oder die ersten Schwimmversuche. Viele dieser Momente landen Sekunden später auf Instagram, TikTok oder in WhatsApp-Statusmeldungen. Was früher im Familienalbum geblieben ist, wird heute öffentlich geteilt – oft ohne lange darüber nachzudenken.

Und genau darin liegt ein Thema, über das viel zu wenig gesprochen wird.

Denn während Eltern meist einfach schöne Erinnerungen festhalten wollen, wächst gleichzeitig die Sorge vieler Familien: Wer sieht diese Bilder eigentlich? Was passiert mit Fotos und Videos von Kindern im Internet? Und wo endet harmlose Erinnerung – und wo beginnt ein Risiko?

Gerade im Sommer steigt die Anzahl an geposteten Kinderfotos enorm. Bilder in Badebekleidung, am Strand oder im Freibad wirken für viele völlig normal. Gleichzeitig warnen Expert:innen seit Jahren davor, dass Kinderbilder aus sozialen Netzwerken missbraucht, gespeichert oder auf fragwürdigen Seiten weiterverbreitet werden können. 

Dazu kommt ein Problem, das viele unterschätzen: Künstliche Intelligenz macht es mittlerweile möglich, Fotos täuschend echt zu bearbeiten oder zweckzuentfremden.Was früher vielleicht „nur“ ein peinliches Kinderfoto war, kann heute dauerhaft im digitalen Raum bestehen bleiben.

© Shutterstock

Rechtlich bewegt man sich dabei in einem sensiblen Bereich. Grundsätzlich haben auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre und Schutz ihrer Persönlichkeit. Eltern entscheiden zwar für ihre Kinder, tragen aber gleichzeitig die Verantwortung, sorgfältig abzuwägen, welche Inhalte veröffentlicht werden sollten – und welche vielleicht besser privat bleiben.

Besonders schwierig wird es oft bei getrennten Eltern. Darf ein Elternteil Kinderfotos einfach posten, wenn der andere dagegen ist? Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Entscheidend ist immer das Kindeswohl. Dazu kommt ein gesellschaftlicher Druck, den viele Eltern spüren. Wer online aktiv ist, kennt das Gefühl: schöne Familienmomente teilen zu wollen, mithalten zu wollen oder Erinnerungen öffentlich festzuhalten. Gleichzeitig wächst bei vielen das Unbehagen. Manche Eltern zeigen ihre Kinder bewusst gar nicht mehr, andere verdecken Gesichter oder posten nur noch ausgewählte Situationen.

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich – wie so oft – irgendwo dazwischen.

Es geht nicht darum, Eltern zu verurteilen. Fast alle handeln aus Liebe, Stolz oder Freude. Aber vielleicht lohnt es sich, vor dem nächsten Posting kurz innezuhalten und sich eine einfache Frage zu stellen: Würde mein Kind dieses Bild später selbst online haben wollen?

Denn Kinder brauchen nicht nur Schutz im echten Leben – sondern längst auch im digitalen Raum.

© Shutterstock

UNSERE JURISTIN

Eva-Maria Meidl, LL.B. LL.M. MBA (Juristin), MA

INSTAGRAM: Eva.maria_meidl

E-MAIL: derelternpodcast@gmail.com

WEBSEITE: www.evamariameidl.com

BLOG: www.evamariameidl.com

PODCAST: Der Elternpodcast(überall wo es Podcasts gibt)

DISCLAIMER:

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Rechtsberatung dar. Ich bin keine Anwältin. Bei konkreten rechtlichen Fragen oder Betroffenheit sollte rechtliche Beratung durch eine Anwältin oder einen Anwalt in Anspruch genommen werden.

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Eva Maria Meidl

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