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Home » Weltspartag: Geld wächst nicht im Bauch des Bankomats
Geld

Weltspartag: Geld wächst nicht im Bauch des Bankomats

SOS-FamilientippsVon SOS-FamilientippsOktober 30, 20203 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Richtiger Umgang mit Geld will gelernt sein. Rat auf Draht hat zum Weltspartag Tipps, wie Eltern den Nachwuchs bestmöglich an das Thema heranführt.

„Bekomme ich das? … Alle anderen haben das auch!“ Die Wünsche von Kindern und Jugendlichen sind oft größer als der Geldbeutel. „Dass Geld nicht unbegrenzt zur Verfügung steht, müssen Kinder erst lernen“, so Birgit Satke, Leiterin von Rat auf Draht. „Gerade in der derzeitigen Krise ist in vielen Familien das Budget noch knapper als sonst. Eltern fällt es oft schwer, mit Kindern über Finanzielles zu reden. Ein offener Umgang ist aber wichtig, damit Kinder und Jugendliche ein Gefühl für Geld bekommen.“

Je früher Kinder die Bedeutung und den Mechanismus von Geld begreifen, desto leichter fällt es ihnen später, vernünftig mit Geld umzugehen. Die Expertin hat Tipps, wie man Kinder langsam an das Thema heranführt:

Lange bevor Kinder den Wert einzelner Münzen und Scheine einschätzen können, bekommen sie schon mit, wie die Eltern damit umgehen. Lassen Sie Ihr Kind zum Beispiel wissen, dass auch Sie Wünsche haben, für die Sie sparen müssen. Auf die Erfüllung von Wünschen warten zu können ist wichtig, um sich später in unserer Konsumwelt gut zurecht zu finden.

Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, was Geld bedeutet und woher es kommt. Denn Plastikkarten und Bankomat spielen eine falsche Realität vor. Kinder verstehen den Geldfluss nur, wenn man ihnen erklärt, dass Geld mit Arbeit verbunden und beschränkt ist.

Um einen maßvollen Umgang zu lernen, brauchen Kinder eigenes Geld, über dessen Verwendung sie selbst entscheiden dürfen. Regelmäßiges Taschengeld ist ab dem Schuleintritt sinnvoll, wenn Kinder schon kleinere Beträge nachrechnen und den Dingen einen Wert zuordnen können. Zahlen Sie das Taschengeld regelmäßig, unaufgefordert und in fester Höhe aus. Dann ist es für Kinder eine verlässliche und planbare Größe. Die Auszahlung sollte zunächst wöchentlich erfolgen, da unter 10-Jährige noch nicht so lange planen können, dann monatlich. Geben Sie keinen Vorschuss auf Taschengeld. Wenn der Nachwuchs vor der nächsten Rate schon pleite ist, besprechen Sie, wie es dazu kam und wie man es das nächste Mal besser machen kann.

In Österreich sind Eltern nicht gesetzlich dazu verpflichtet, ihrem Kind Taschengeld auszuzahlen. Wie hoch das Taschengeld ausfällt, liegt daher in der Verantwortung der Eltern und sollte sich an der finanziellen Situation der Familie orientieren. Knüpfen Sie an das Taschengeld keine Bedingungen. Zahlen Sie die Kinder nicht fürs Bravsein und bestrafen Sie sie nicht mit dem Entzug von Taschengeld zB. bei schlechten Noten.

Das Taschengeld sollte nicht für notwendige Anschaffungen wie Schulsachen, Bekleidung oder die Jause verwendet werden müssen, sonst verliert es seinen ursprünglichen Sinn. Es ist für Dinge da, die Ihr Kind gerne zusätzlich hätte. Machen Sie das Taschengeld nicht überflüssig, indem Sie fast alle Wünsche erfüllen und bewerten sie die gekauften Dinge des Sprösslings nicht mit Kommentaren wie „sinnvoll“ oder „überflüssig“.

Zeigen Sie Ihrem Kind, welche kostenfreien Möglichkeiten es gibt, Spaß zu haben. Nicht jeder Ausflug muss Geld kosten und nicht jede Minute Freizeit mit Konsum gefüllt sein. Gehen Sie zum Beispiel gemeinsam Kastanien und bunte Blätter sammeln und verbringen Sie mit Ihren Kindern einen Bastel-Nachmittag. Oder suchen Sie Second-Hand-Läden in Ihrer Nähe. Gebrauchte Bücher und Spielsachen machen genauso viel Spaß, sie schonen Geldbeutel und Umwelt und Kinder lernen, dass gebrauchte Gegenstände noch immer einen Wert haben.

Weitere SOS-Familientipps:

Birgit Satke, Leiterin von Rat auf Draht
© SOS Kinderdorf – Birgit Satke, Leiterin von Rat auf Draht.
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