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Home » Viele Wege führen in die Pflege
Bildung

Viele Wege führen in die Pflege

Barbara FohringerVon Barbara FohringerJuni 27, 2024Aktualisiert:April 7, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Es gibt aktuell viele Möglichkeiten, um in der Pflege tätig zu sein und die Nachfrage nach Fachkräften ist sehr hoch: Die neue Pflegelehre soll vor a llem jungen Menschen einen schnellen Berufseinstieg ermöglichen.

Die österreichische Bevölkerung wird älter: Bereits 2050 werden 27,9 % der hier lebenden Menschen über 65 Jahre alt sein. Somit steigt die Anzahl der Personen, die zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden müssen, an – und zugleich der Bedarf an gut ausgebildeten Pflegekräften. Um vor allen jungen Menschen einen schnellen Einstieg in den Beruf zu ermöglichen, beschloss die Regierung im Mai 2023 die Einführung einer Pflegelehre. Diese wird nun seit dem Herbst 2023 an einzelnen Berufsschulstandorten als ‚befristeter Ausbildungsversuch‘ angeboten. Es gibt zwei Formen: Die Ausbildung zur Pflegeassistenz dauert drei, die zur Pflegefachassistenz vier Jahre. In den ersten drei Jahren werden dieselben Inhalte vermittelt, es ist möglich, eine Lehre zur Pflegeassistenz zu beginnen und später in die Lehre zur Pflegefachassistenz zu wechseln. Der Eintritt in eine der beiden Lehren ist vorläufig bis 31.12.2029 möglich.

„Die Pflegelehre ist dabei ein weiter wichtiger Schritt, um die Pflegeversorgung in Niederösterreich zu sichern.“

Ludwig Schleritzko Landesrat in Niederösterreich für Finanzen und Landeskliniken

Zwei Lehren

Die Wirtschaftskammern der Bundesländer fungieren als Berufsausbildungsbehörde erster Instanz. Jana Bockholdt ist Sprecherin der NÖ Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer NÖ und sagt über die Vorteile der neuen Ausbildung: „Die Möglichkeit, direkt an das Regelschulwesen und zudem wohnortnah mit einer Ausbildung in der Pflege zu beginnen und somit auch den Pflegeberuf für junge Menschen attraktiv zu gestalten.“

Liebe zum Menschen

Wer sich für eine Lehre in der Pflege entscheidet, muss laut Bockholdt „die Liebe zum Menschen, Liebe zu Beziehungen, soziale Intelligenz und Kompetenz und den Wunsch, Sinnerfülltes zu leisten, mitbringen“. Sie betont, wie sehr Fachkräfte in der Pflege benötigt werden: „Aus der aktualisierten Pflegepersonalbedarfsprognose der Gesundheit Österreich GmbH bis 2050 geht hervor, dass alleine bis 2030 ein zusätzlicher bzw. Ersatzbedarf an Pflegepersonal von 43.200 Pflegekräften besteht, ausgehend von der aktuellen Situation, dass etwa 37 % aller Pflegekräfte derzeit Pflegefachassistent*innen und Pflegeassistent*innen sind, braucht es bis 2030 zusätzlich 15.552 Pflegekräfte in diesem Bereich.“

„Die Möglichkeit, direkt an das Regelschulwesen und zudem wohnortnah mit einer Ausbildung in der Pflege zu beginnen und somit auch den Pflegeberuf für junge Menschen attraktiv zu gestalten.“

Jana Bockholdt, Sprecherin der NÖ Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer NÖ

Unterstützung

„Positiv unterstützend“ steht die NÖ Landesgesundheitsagentur der Pflegelehre gegenüber. Die NÖ LGA ist eine Dachgesellschaft für die 27 Klinikstandorte und 50 Pflege-, Betreuungsund Förderzentren in Niederösterreich. Sie selbst bilden zwar keine Pflegelehrlinge aus, aber sie stellen Ressourcen  zur Verfügung, konkret Pädagog*innen sowie Praktikumsplätze für die Lehrlinge. Auch Ludwig Schleritzko, seit Mai 2023 zuständiger Landesrat in Niederösterreich für Finanzen und Landeskliniken, betont die Relevanz der neuen Lehre: „Rund 15.000 Pflegekräfte arbeiten aktuell in unseren Spitälern und Pflegezentren – so viele wie noch nie und dennoch wissen wir, dass wir zukünftig noch mehr und vor allem weiterhin so gut ausgebildetes Personal im Pflegebereich brauchen werden. Die Pflegelehre ist dabei ein weiter wichtiger Schritt, um die Pflegeversorgung in Niederösterreich zu sichern.“

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Barbara Fohringer

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