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Home » Vermögen ist auch weiblich
Familienzeit

Vermögen ist auch weiblich

Marlene MayerVon Marlene MayerSeptember 30, 2019Aktualisiert:April 7, 20264 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Frauen beschäftigen sich zu wenig mit Finanzen. Genau das sollten sie aber dringend ändern, schließlich verdienen sie immer noch weniger als Männer, leisten das Gros der unbezahlten Arbeit und sind in der Folge nicht selten von Altersarmut betroffen.

Müsste, könnte, sollte. Geht es um das Thema Geld, denken viele Frauen lieber im Konjunktiv. Denn die Bestandsaufnahme, die dem Schritt aus der finanziellen Unsicherheit notwendigerweise vorausgeht – etwa der Blick auf das Pensionskonto –, kann ausgesprochen unangenehm sein. Immer noch verdienen Frauen weniger als Männer (die Statistik Austria bezifferte den Gender Pay Gap, also die Lohnschere zwischen den Geschlechtern, erst im Frühjahr auf 19,9 Prozent) und leisten darüber hinaus im Schnitt zwei Drittel ihrer Arbeit unbezahlt in Form von Hausarbeit und Kinderbetreuung.

Gerade in Finanzdingen hapert es mit der Gleichberechtigung also noch gewaltig. Das Ergebnis sind auch heute noch häufig Abhängigkeitsverhältnisse zum Partner, Alleinerzieherinnen leben doppelt so oft unter der Armutsgrenze wie der Rest der Bevölkerung. Gerade weil die Voraussetzungen nicht optimal sind, sollten Frauen sich bewusst mit dem Thema auseinandersetzen. Das tun sie in der Regel aber nicht. „Frauen müssen ihre Finanzen dringend selbst in die Hand nehmen, die meisten überlassen das Thema aber immer noch dem Partner“, sagt auch Natascha Wegelin, die als „Madame Moneypenny“ bloggt, Bücher schreibt und sich zum Ziel gesetzt hat, Frauen aus ihrer finanziellen Unmündigkeit herauszubegleiten.

Reden wir über Geld!

Am Anfang steht dabei stets eine Bestandsaufnahme, der persönliche Kassasturz, bei dem sich zeigt, wie viel Geld nun eigentlich zur Verfügung steht und was wirklich fehlt. Welche Versicherungen wurden in der Vergangenheit abgeschlossen? Gibt es offene Kredite? Wie hoch sind die monatlichen Fixkosten wirklich? Etwaige Schieflagen tun sich schon an dieser Stelle auf. In weiterer Folge empfiehlt Wegelin, ein Haushaltsbuch anzulegen. Mindestens drei Monate sollen hier alle Einnahmen und Ausgaben penibel aufgelistet werden. Unnötige Ausgaben und schlechte Gewohnheiten werden so sichtbar. Parallel dazu müssen sich Frauen selbst informieren und nicht länger auf den guten Rat von Freunden, Ehepartnern und Co. verlassen. Ist meine Lebensversicherung cherung ihr Geld wirklich wert oder gibt es bessere Alternativen? Was sind eigentlich ETFs? Und wie berechnet sich die gesetzliche Pensionsversicherung genau? Wegelin: „Viele Frauen glauben, das sei alles wahnsinnig kompliziert. Das stimmt aber nicht.“

Notgroschen und Vermögensaufbau

Ist die Phase des Informierens und Analysierens gemeistert, wird es Zeit, aktiv zu werden und Prioritäten zu setzen. Dazu gehört auf der einen Seite der Schuldenabbau – vor allem wenn teure Konsumkredite bestehen –, auf der anderen Seite das Anlegen eines Notgroschens. Die Höhe dieses Notgroschens beziffert Wegelin auf den persönlichen Bedarf von drei Monaten. Kommt es zu Jobverlust, Trennung oder Krankheit, kann so zumindest die erste Zeit gut überbrückt werden. Ist auch diese Herausforderung gemeistert, geht es endlich an den Vermögensaufbau. Gerade davor scheuen viele Frauen allerdings zurück. Sie informieren sich, lesen sich ein, nur auf eine Anlageform festlegen wollen sie sich nur ungern. „Frauen investieren nicht gerne, sie haben Angst vor dem Risiko“, weiß auch die Finanzberaterin Margarethe Honisch aus der Praxis. „Durch die Inflation verliert man aber auch, wenn das Geld in der Schublade oder auf dem Sparbuch liegt. Das muss man sich bewusst machen.“

Investieren statt ignorieren

Doch wovon sparen, wenn am Ende des Monats nie etwas übrig bleibt? Ist es finanziell ohnehin schon knapp an allen Ecken und Enden, steht die Suche nach Investitionsmöglichkeiten eher selten im Vordergrund. Dennoch lassen die Finanzexpertinnen dieses Argument nicht gelten. Es müssen ja nicht gleich 200 Euro monatlich sein, die angelegt werden – bereits ab etwa 20 Euro kann sinnvoll in einen Sparplan investiert werden. „Das ist für fast jede Frau möglich“, so Wegelin, „und das ist auch eine Frage der Prioritäten.“ Wichtig ist, dabei stets langfristig zu denken und nicht nur an den schnellen Gewinn. Die Finanzexpertinnen sind sich jedenfalls in noch einer Sache ausgesprochen einig: Es ist nie zu früh, anzufangen.

Finanzberatung für Frauen

Blogs:
www.madamemoneypenny.de
www.fortunalista.de

Bücher:
Helma Sick, Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge, Kösel Verlag, 17,50 Euro

Natascha Wegelin: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können, Rowohlt, 11,30 Euro

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Marlene Mayer

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