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Home » Hilfe, mein Kind ist unbeliebt!
Erwachsen werden

Hilfe, mein Kind ist unbeliebt!

Sabine StandenatVon Sabine StandenatMärz 22, 2023Aktualisiert:Feber 25, 20265 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Es ist die Horrorvorstellung vieler Eltern: Niemand mag ihr Kind. Denn jede Kränkung, die das Kind durch die Ausgrenzung erfährt, fühlt sich an, als seien auch die Eltern selbst verletzt worden. Wie kann dem Kind und den Eltern geholfen werden, damit sich die Situation ändert?

Carla ist völlig verzweifelt: „Ich weiß nicht mehr genau, wann es anfing. Vielleicht in der dritten Volksschulklasse. Plötzlich wurde Nadine von einigen Buben nur mehr geärgert. Das hat sie so verunsichert, dass sie immer öfter weinte. Daraufhin sagte ihre beste Freundin: „Du bist eine Heulsuse geworden“ und hat sich andere Freundinnen gesucht.“ In einem Internetforum schrieb eine Mutter: „Meine sechsjährige Tochter Tina findet einfach keine Freunde. Wir haben auch schon oft Mitschüler:innen zu uns eingeladen, aber es kamen nie Rückeinladungen. Niemand scheint Interesse an Tina zu haben. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.“ Adrian, 13, findet auch keinen Anschluss an seine Altersgenossen. Er interessiert sich für das Sammeln von Münzen und Geschichte. Mädchen, bestimmte modische Kleidung, Filme oder angesagte Musik sind ihm völlig egal. Das macht ihn zum Außenseiter und auch er hat keine Freunde.Wie Nadine, Tina und Adrian geht es mehr Kindern, als man denkt. Sie sind aus Gründen, die manchmal nachvollziehbar, aber oft unerklärlich sind, so unbeliebt, dass sie regelrecht vereinsamen. Wie können Sie als Eltern erkennen, dass Ihr Kind möglicherweise betroffen ist? Das Kind kommt aus der Schule zurück und wirkt niedergeschlagen oder ist reizbar. Es äußert den Wunsch zuhause zu bleiben, wird nicht zu den Geburtstagsfeiern der Mitschüler:innen eingeladen oder darf in der Pause nicht mitspielen. Vielleicht hat Ihr Kind auch insgesamt keine außerschulischen Treffen mit Gleichaltrigen. Klagen über Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Kopfweh oder andere psychische und körperliche Auffälligkeiten können Hinweise darauf sein, dass Tochter oder Sohn Außenseiter sind. Welche Unterstützung für Ihr Kind ist nun sinnvoll und was sollten Sie lieber unterlassen? DOS: • Stärken Sie das Selbstbewusstsein. Das geschieht, indem sie liebevoll und aufmerksam auf das Kind eingehen und alle seine Gefühle ernst nehmen. Oft kann auch ein Hobby wie Malen, ein Instrument lernen oder Tanz helfen, in einer völlig anderen Gruppe auch neue Erfahrungen zu sammeln. • Geben Sie dem Kind zu jeder Zeit das Gefühl, dass es geliebt wird, auch wenn es in der Schule unbeliebt ist. DONT´S: • Drängen Sie die Lehrer:innen nicht, die Situation offen in der Klasse anzusprechen. Das könnte alles noch verschlimmern. • Laden Sie nicht die ganze Klasse zum Kindergeburtstag ein. Das kann als Anbiedern empfunden werden und löst das Problem mit Sicherheit nicht. • Erzwingen Sie kein Gespräch mit Ihrem Kind, sondern bieten Sie ihm an, dass Sie jederzeit dafür zur Verfügung stehen, wenn es reden möchte. • Es ist verständlich, dass auch Sie gekränkt sind, wenn Ihr Kind ein Außenseiter ist. Aber lassen Sie sich das nicht anmerken, sonst wird die Belastung für Ihre Tochter oder Ihren Sohn noch größer. Wenn die Situation für alle Beteiligten zu schmerzvoll wird, nehmen Sie sowohl für sich als auch für das Kind professionelle Hilfe in Anspruch.

Die anderen Kindern mögen meine Sanne nicht Es fing schon an, als sie ganz klein war. In der Sandkiste bewarfen sie die anderen mit Sand und irgendwelchen Gegenständen. Oder ein Kind lief einfach auf sie zu und schubste sie – ohne jeden Grund. Im Kindergarten dauerte es genau eine Woche, bis die anderen anfingen sie zu ärgern und zu kränken. Wenn sie sich neben ein Mädchen setzte, stand die auf und sagte: „Geh weg, du stinkst!“. Und die Kindergärtnerin griff nie ein. Ich war einige Male dort, weil Sanne beim Abholen immer weinte und überhaupt nicht mehr in den Kindergarten wollte. Die Leiterin erzählte mir, dass die anderen Kinder immer sagten, dass sie stinkt und deswegen nichts mit ihr zu tun haben wollten. Aber Sanne wurde jeden Tag gebadet und ihre Kleidung war auch täglich frisch. Ich konnte das alles nicht verstehen. Schließlich gaben wir sie zu einer Tagesmutter, bei der sie das einzige Kind war. In der Volksschule fing das ganze Theater wieder an. Niemand wollte neben ihr sitzen, mit ihr spielen oder lud sie ein. Die Lehrerin meinte, dass Sanne immer unfreundlich zu den anderen Kindern sei, und dass das der Grund wäre, dass sie unbeliebt ist. Aber ich glaube nicht, dass mein Kind von sich aus unfreundlich ist, sondern dass das eine Reaktion auf das Verhalten der anderen ist. Auf jeden Fall sind mein Mann und ich schon sehr verzweifelt. Wir überlegen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn wie soll das denn weitergehen? Unsere Sanne ist nur mehr einsilbig, hat keine Freunde und damit auch niemand zum Spielen. Sie sitzt vor dem Fernseher, spricht auch mit uns nicht und das Schlimmste: Sie will nicht mehr in die Schule. Manchmal weint sie in der Früh oder sie sagt, dass ihr schlecht ist. Ich kann einfach nicht verstehen, warum mein Baby so unbeliebt ist. „Sanne war schon als kleines Kind bei anderen unbeliebt. Ich konnte das nie verstehen und werde mich jetzt um professionelle Hilfe umsehen.“ – Brenda, 32, Sanne, 7, St. Pölten

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Sabine Standenat

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