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Home » Brustoperationen – das sollten Sie wissen
Familienzeit

Brustoperationen – das sollten Sie wissen

Petra GrollVon Petra GrollFeber 9, 2023Aktualisiert:April 7, 20264 Minuten Lesezeit
© i-Stock Images
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Werner Arthofer, Facharzt für Plastische Chirurgie, zählt in Österreich zu den gefragtesten Ärzten, wenn es um ästhetische Chirurgie geht. familiii wollte von ihm unter anderem wissen, was er von Schönheitsoperationen bei jungen Frauen hält.

Die Brust ist seit Menschengedenken in allen Kulturkreisen Sinnbild des Weiblichen und der weiblichen Schönheit. Wen wundert es also, wenn sich viele Frauen und auch schon Mädchen durch kleine oder schlaffe Brüste unweiblich, unvollkommen und unsexy fühlen. Bis vor wenigen Jahren galt es noch als Tabu über Brustvergrößerung oder -verkleinerung offen zu sprechen. Heute haben vor allem die sozialen Medien dazu beigetragen, dass bereits ganz junge Mädchen realitätsfernen Schönheitsidealen entsprechen wollen und immer häufiger auch schon vor ihrem 20. Lebensjahr eine Brust-OP machen. Herr Doktor Arthofer, wie sehen Sie den Trend, dass sich immer mehr Frauen immer jünger operieren lassen? Werner Arthofer: Die Gesellschaft befindet sich in einem stetigen Wandel und damit auch das Bild von Schönheit. Generell zu verurteilen, dass sich bereits junge Frauen und Mädchen Körperkorrekturen unterziehen möchten, halte ich für falsch. Hier muss man genau hinsehen und nachfragen, was der Grund dafür ist. Wenn Patientinnen psychisch und physisch darunter leiden, sollte man was dagegen tun. Wenn sich jemand ständig Schönheits-OPs unterzieht, sollte man auch dies hinterfragen. Werden Patientinnen auch abgewiesen? Bevor eine Operation überhaupt stattfindet, gibt es bei mir ein umfassendes Erstgespräch, in dem ich die Patientin eingehend über alles aufkläre. Nach 14 Tagen trifft man sich nochmals in der Ordination und fixiert dann erst die Operation. Abgewiesen werden Patientinnen etwa bei einer Brustverkleinerung, wenn ein deutliches Übergewicht besteht bzw. ein unzureichender Bodymaßindex vorliegt. Was kommt bei einer Brustvergrößerung auf die Patientin zu? Bei der Operation, die rund 1,5 Stunden dauert, erfolgt ein kleiner Hautschnitt in der Unterbrustfalte, durch diesen wir das Implantat meist hinter dem Brustmuskel platziert. Es kann aber auch über Schnitte an der Brustwarze oder durch die Achsel eingebracht werden. Da viele Patientinnen rasch nach der OP wieder nach Hause möchten, verwende ich eine Methode, die tageschirurgisch durchgeführt werden kann. Hier erfolgt die Brustvergrößerung in einem Dämmerschlaf und der Brustmuskel wird mit einer speziellen Lösung zur Schmerzlinderung unterspritzt. Dadurch sind die Patientinnen viel rascher mobil und können in den meisten Fällen noch am selben Tag – rund sechs Stunden nach der OP – entlassen werden. Und wie sieht es bei einer Brustverkleinerung aus? Je nach Beschaffenheit der Brust gibt es mehrere Möglichkeiten, die auch miteinander kombiniert werden können. Da eine Brustverkleinerung in den meisten Fällen eine Kassenleistung ist, erfolgt die OP im Krankenhaus. Der Aufenthalt beträgt hier meist fünf bis sechs Tage. Auf was muss man nach der Operation achten? Sowohl bei Brustverkleinerung als auch -vergrößerung muss in den ersten beiden Wochen danach der Körper strikt geschont werden. Für sechs Wochen sollte man keine Sauna- und Solariumbesuche durchführen und keine Vollbäder nehmen. Auch sportliche Aktivitäten sollten in diesem Zeitraum nicht erfolgen. Einen Urlaub in warmen Regionen empfehle ich erst sechs bis acht Wochen nach dem Eingriff, da die Wärme die Wundheilung beeinträchtigt. Ebenso muss ein Spezial-BH sechs bis acht Wochen lang getragen werden. Wie sieht das mit den Implantaten während und nach der Schwangerschaft aus? Kann man mit Implantaten stillen? Wie die Form der Brüste nach einer Schwangerschaft aussieht, ist schwer vorherzusagen. Weil diese in der Schwangerschaft unterschiedlich an Gewicht zunehmen und sich danach auch wieder unterschiedlich zurückbilden. Die Stillfähigkeit ist durch ein Implantat nicht beeinträchtigt, weil das darüberliegende Brustdrüsengewebe bei dieser Operation geschont wird. Mein Tipp: kurze Stillzeiten, weil dadurch das Gewebe nicht zu sehr belastet wird.

© Privat – „Jede Brustoperation bedarf einer guten Vertrauensbasis und erfordert vom Arzt größtmögliches Einfühlungsvermögen.“ – Dr. Werner Arthofer ist Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie. Neben seiner Privatordination ist er auch am Klinikum Klagenfurt tätig.

Wie lange hält ein Implantat? Der Hersteller spricht von einer lebenslangen Haltbarkeit. Das ist wahrscheinlich auch so, wenn es nicht zu einer massiven Einwirkung von außen, beispielsweise bei einem Verkehrsunfall oder einer lokalen Entzündung kommt. Die Frage, die viele Frauen wohl am brennendsten interessiert: Was kostet eine Brustvergrößerung oder -verkleinerung und wird diese von der Pflichtversicherung bezahlt? Die Kosten für eine ästhetische Brustoperation bewegen sich ungefähr in einem Rahmen von 4.900 bis 7.500 Euro, je nachdem, was genau geleistet wird. Die Pflichtversicherung übernimmt grundsätzlich keine Kosten für Brustvergrößerung, da diese nur dann eine OP zahlt, wenn es auch einen medizinischen Grund dafür gibt. Aus rein ästhetischen Gründen gibt es keine Kostenübernahme. Bei einer Brustverkleinerung übernimmt die Pflichtversicherung dann die Kosten, wenn beispielsweise die Brust so schwer ist, dass Halswirbel- und Schulterbereich davon betroffen sind – also ein medizinischer Grund vorliegt. Vielen Dank für das Gespräch!

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Petra Groll

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