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Home » „Das beste Mittel gegen Essstörungen ist die Vorbeugung: Zeigen Sie Ihrem Kind: Du bist gut so, wie du bist!“
Gesund bleiben

„Das beste Mittel gegen Essstörungen ist die Vorbeugung: Zeigen Sie Ihrem Kind: Du bist gut so, wie du bist!“

Daniela JaschVon Daniela JaschDezember 20, 2019Aktualisiert:März 5, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Catherine Senécal, kanadische Psychologin und Beraterin für Essstörungen, erklärt, wie Eltern Kinder dabei unterstützen können, den eigenen Körper wertzuschätzen, anstatt ihn zum reinen Objekt zu degradieren.

Die Statistiken über Diäten, Erbrechen, den Konsum von Abführmitteln und Appetitzüglern bei Jugendlichen sind erschreckend. Was sind die Ursachen für die negative Körperwahrnehmung unter Jugendlichen?
Catherine Senécal: Es steht fest, dass das Verständnis des Körpers als Objekt eine Rolle spielt bei der Unzufriedenheit vieler Jugendlicher mit dem eigenen Körper. Damit es zur Ausbildung einer Essstörung wie Magersucht oder Bulimie kommen kann, müssen aber auch gewisse genetische, biologische und psychische Voraussetzungen erfüllt sein. Auch die Medien haben einen Einfluss, da hier ein Schlankheits- und Schönheitsideal verbreitet wird, das unerreichbar ist.

Wissenschaftliche Studien haben festgestellt, dass ein enger Zusammenhang zwischen einer negativen Körperwahrnehmung und der Entwicklung einer Essstörung besteht. Warum fällt es so schwer, Kindern und Jugendlichen eine positive Beziehung zu ihrem Erscheinungsbild und zu ihrer Ernährung zu vermitteln?
Senécal: Das ist etwas sehr Komplexes. Aber ich möchte eine mögliche Antwort geben, indem ich darauf hinweise, dass wir dem, was unser Körper leisten kann, mehr Bedeutung beimessen sollten, also seiner Funktionalität, nicht seinem Aussehen. Außerdem sollten wir verbreitete Stereotype meiden, indem wir unseren Kindern neutrales Spielzeug schenken und sie möglichst neutral kleiden. Wir können auch öffentliche Personen unterstützen, die für ein viel alternativeres Körperbild stehen, um so kommenden Generationen auch ein viel größeres Spektrum an Vorbildern zu bieten. Prävention scheint das beste Mittel zu sein, wenn man in sozialer Hinsicht im großen Rahmen etwas bewirken will.

Wie können Betroffene – Kinder und Eltern – frühzeitig erkennen, ob das Kind an einer Essstörung leidet? Welche Erscheinungsformen gilt es dabei zu beachten?
Senécal: Wer könnte gefährdet sein? Ein Kind, das auf Distanz zu seinen Freunden geht, das seinen Kleidungsstil ändert, das Rezepte sammelt, das viel Zeit in den sozialen Netzwerken verbringt, sehr reizbar ist, versucht, beim Kochen die Kontrolle zu übernehmen, das Sportarten betreibt, bei denen die Leistung vom Gewicht oder vom Aussehen abhängig ist, usw.

Vermeiden wir es, unsere Körper zu kommentieren und zu kritisieren.

Catherine Senécal Psychologin, Buchautorin und Beraterin bei Essstörungen aller Art.

Welche konkreten Techniken geben Sie Eltern an die Hand, um dem „Figurwahn“ entgegenzuwirken und ihren Kindern zu helfen, eine Essstörung zu verhindern oder zu überwinden?
Senécal: Für jede Altersgruppe gibt es geeignete Ansätze. Als Erstes sollte man jedoch unabhängig vom Alter immer davon absehen, den Körper seines Kindes zu kommentieren oder zu kritisieren. Das wird wirklich in jeder Studie erwähnt! Kinder lernen durch Nachahmung. Als Erwachsener sollte man es deshalb ebenfalls vermeiden, den eigenen Körper oder den anderer zu kommentieren oder zu kritisieren.

Welche medizinischen und psychologischen Therapiekonzepte bieten die besten Heilungschancen?
Senécal: Eine Kombination aus Ärzten, Psychologen und Ernährungsberatern ist ideal. Der zurzeit verwendete therapeutische Ansatz zeigt eine beachtliche Wirkung bei der Metaanalyse und der kognitiven Verhaltenstherapie bzw. der Familientherapie nach Maudsley. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie handelt es sich um einen therapeutischen Ansatz, der es erlaubt, unrealistische Gedanken zu verändern, wodurch man dann in der Lage ist, emotional angemessen auf reale Situationen reagieren zu können. Die Therapie nach Maudsley folgt einem systemischen Ansatz. Es handelt sich um eine Familientherapie, bei der alle Familienmitglieder zur Genesung der Person beitragen, die an einer Essstörung leidet.

© Mankau Verlag

„Du bist gut so, wie du bist“
Catherine Senécal
Mankau Verlag,
Preis: 17,40 Euro

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Daniela Jasch

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