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Home » „Gesund naschen“
Gesund bleiben

„Gesund naschen“

Gerit FischerVon Gerit FischerDezember 22, 2017Aktualisiert:Feber 25, 20263 Minuten Lesezeit
© iStock
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Es gibt gesunde Alternativen für Naschkatzen. Strategien gegen die Lust auf Süßes.

Dass zur Weihnachtszeit mehr genascht wird als sonst, hat Tradition. Doch heute lockt man mit „Apfel, Nuss und Mandelkern“ kein Kind mehr hinter dem Ofen hervor. Gefragt sind hochkalorische, gesundheitlich oft bedenkliche Kunstprodukte. So wird gerade die Weihnachtszeit für Eltern zum erzieherischen Balanceakt.

„Gesund naschen“ lernen – das kann doch nur ein Scherz sein? Sollte man nicht den Kindern das Naschen austreiben? Ihnen vermitteln, dass Süßigkeiten ungesund sind und sie sich an Obst und Gemüse halten sollen? Nicht unbedingt. Süßigkeiten sind Teil unserer Welt, unseres Alltags, unserer Kultur. Wir alle kommen buchstäblich leichter durchs Leben, wenn wir keine Scheuklappen brauchen, um nicht „schwach“ zu werden.

Von der Savanne ins Schlaraffenland

Der Mensch hat den Großteil seiner Entwicklungsgeschichte jagend und sammelnd in Wäldern und Savannen verbracht. Dagegen ist die Nahrungsmittelindustrie sehr jung. Wir sind also quasi erst gestern von der ständigen Nahrungssuche in den Überfluss gewechselt. Unsere körperlichen Regulationsmechanismen haben davon noch nicht viel mitbekommen, und so haben wir nur zwei Strategien für den Überfluss: bewusst entscheiden und durch Wiederholung zur Selbstverständlichkeit machen.

Eltern sind Vorbild

Ihre Kinder beobachten Sie und verinnerlichen alles, was Sie tun, ob Sie es glauben oder nicht. Je jünger das Kind, desto stärker die Prägung. Eltern, die schon vor ihrer Elternschaft einen ausgewogenen Ernährungsstil gewohnt waren, geben gesundes  Ernährungsverhalten authentischer und natürlicher weiter. Aber auch wenn Sie nicht so ein „Musterschüler“ sind: Es ist nie zu spät!  Manche Strategien brauchen etwas Anlaufzeit, andere können schon diese Weihnachten Wirkung zeigen.

Eltern sind Autorität

In der Hektik des Alltags ist es oft allzu verlockend, dem Kind einfach seinen Wunsch zu erfüllen. Doch auf lange Sicht macht es das  Leben nicht leichter. Klare Regeln helfen: Julia Katzmann, Ernährungswissenschaftlerin und Kinesiologin, gestattet ihrem vierjährigen
Sohn pro Einkauf genau ein „Schrottprodukt“. Ihre Beobachtung: „Oft geht es nur ums momentane Habenwollen, zuhause ist die  Nascherei schon wieder vergessen.“ Auch können bereits kleine Kinder verstehen, dass zu viel Zucker die Zähne kaputt macht.

Regelmäßig kochen

Das Essen ist über weite Strecken dem Snacken gewichen. Statt ein- bis dreimal täglich gemeinsam bei Tisch zu sitzen und eine halbe Stunde lang nichts anderes zu tun, als zu essen und zu plaudern, ist Essen zur Nebensache geworden. Die Nahrung wird, fein verteilt über den ganzen Tag, verzehrt. Wer sich daran gewöhnt hat, hat immer ein bisschen Appetit. Die Folge ist ein ständig leicht erhöhter Insulin-Pegel – mit ungesunden Langzeitfolgen. Bieten Sie Ihrem Kind daher Mahlzeiten an, die verschiedene Formen und Farben enthalten – am allerbesten gemeinsam gekocht. So wird das Essen attraktiver und wieder bewusster.

Süßigkeiten verbieten?

Dass Naschverbote meist nach hinten losgehen, versteht sich von selbst. Im Idealfall wird es erst gar nicht thematisiert. Ist das bereits geschehen, können die kleinen Zucker-Fans nur schrittweise aufs Naschen vergessen. Die Strategie: Erst auf gesunde Süße umsteigen und den Süßigkeiten-Konsum dann langsam reduzieren. Die Tipps dazu gelten übrigens das ganze Jahr über: – Regelmäßig essen – dann meldet sich dazwischen nicht der Hunger. – Vollwertige Mahlzeiten auf den Tisch bringen – sie halten länger satt.

  • Gemeinsam kochen – dann wird auch mehr gegessen.
  • Ausreichend trinken – Durst wird oft mit (Süß-)Hunger verwechselt.
  • Gewöhnungseffekte nutzen – Vertrautes schmeckt häufig am besten.
  • Schrittweise umgewöhnen – z. B. Schokolade durch Obst und Nüsse ersetzen.
  • Verantwortung übertragen – wenn Sie süße Geschenke mal nicht zum Verschwinden bringen können, hilft die Flucht nach vorne: Das Kind bekommt die Aufsicht über den Süßigkeitenvorrat. Höchstens eine Süßigkeit pro Tag – was und wann, darf das Kind selbst entscheiden.
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Gerit Fischer

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