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Home » Ich will Feuerwehrmann werden!
Bildung

Ich will Feuerwehrmann werden!

Daniela JaschVon Daniela JaschNovember 11, 20193 Minuten Lesezeit
© privat
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Feuer löschen, Brot backen, Mauern bauen oder Rettung fahren – das wollen kleine Kinder später einmal machen. Warum verschwinden die klassischen Kindertraumberufe, wenn die Kleinen groß sind?

So wie der kleine Drache Grisu auf Biegen und Brechen Feuerwehrmann werden will, geht es vielen Buben und Mädchen im Kindergartenalter. Fragt man Drei- bis Fünfjährige, was sie denn einmal werden wollen, kristallisieren sich die klassischen Kindertraumjobs schnell heraus: Kranfahrer, Hubschrauberpilot, Straßenkehrer, Busfahrerin oder Koch. Kleinkinder sind fasziniert von Berufen, bei denen der Nutzen der Arbeit sofort erkennbar ist.

© privat – Mark, 4 Jahre, Zugschaffner

Eltern finden die handfesten Berufswünsche ihrer Kids meist nur solange sympathisch, bis es an konkretere Berufsempfehlungen geht. Will das Kind nämlich irgendwann tatsächlich Schlosser oder Bäckerin werden, raten Eltern davon eher ab. Kein Wunder also, dass etwa Achtklässler später einmal lieber irgendeinen Bürojob am Computer machen wollen. Was ist so schlecht an Feuer löschen, Züge steuern oder Brot backen? Oder anders rum: wie gewinnen Lehrberufe wieder mehr an Stellenwert?

© privat – Benjamin, 5 Jahre, Tormann beim SK Sturm

Geld & soziales Prestige zählen

Experten sprechen von einer Doppelmoral: Irgendwie erfreuen sich alle an helfenden Berufen sowie Handwerksjobs. Doch wie sollen junge Leute diese Berufe tatsächlich erstrebenswert finden, wenn sich dieser vermeintliche Respekt weder im Prestige noch in der Bezahlung widerspiegelt? In den Köpfen von Kindern und Jugendlichen sei ganz klar abgespeichert, welche Eigenschaften das soziale Ansehen steigern. Demnach taugen Attribute wie „körperlich fit“ oder „geschickt“ weniger dazu, um sich Anerkennung zu verschaffen, als Eigenschaften wie „gebildet“ oder „reich“. Allerdings hapert es laut Studien nicht nur an der allgemeinen Wertschätzung gegenüber bestimmten Fach- oder Lehrberufen. „Schon unsere Kinder sind der Arbeitswelt heutzutage weitestgehend entrückt, weil kaum noch jemand hautnah dran ist und somit wenig Gespür dafür entwickelt, was zum Beispiel ein Maurer, Bäcker oder Lokführer im Detail tut“, sagt AMS-Berufsberater Peter Fasching. Erst das Erleben eines Berufes als emotionale Sinneswahrnehmung könne, so Fasching, in weiterer Folge auch die geforderte Begeisterung für einen bestimmten Job auslösen. Kaum mehr Gespür für das, was sie in ihren zukünftigen Bürojobs machen, hätten schließlich auch jene Jugendliche, die nach der Matura studieren gehen. Rund die Hälfte eines Jahrgangs beginnt ein Studium – nicht selten Jus oder Betriebswirtschaftslehre. Nicht selten auf Druck der Eltern. Dabei ist ein akademischer Abschluss mittlerweile kein Garant mehr für einen gut bezahlten, sicheren Job.

Für den Traumjob oft schon gar nicht. Eigentliche Talente bleiben laut Experten auf der Uni oft verkannt, gar nicht selten wird das Studium abgebrochen und auf Berufsausbildung umgesattelt.

© privat – Laure, 5 Jahre, Ärztin

Trend hin zum Handfesten

Warum also nicht gleich? Studierte Menschen ohne oder im falschen Job gäbe es schließlich genug. Fachkräfte und Handwerker leider immer noch zu wenige. Umso erfreulicher ist die steigende Bereitschaft junger Menschen hin zu Lehrberufen. Laut AMS habe vor allem auch die erhöhte Nachfrage nach Fachkräften am Arbeitsmarkt dazu geführt, dass die Zahl der Ersteintritte in eine Lehre von 2015 bis 2018 von mehr als 34.000 auf mehr als 37.000 gestiegen ist. Von wegen Matura und Studium als der einzig erstrebenswerte Bildungsweg – immer mehr Eltern und Jugendliche haben auch die Lehre als konkrete Ausbildungsoption am Radar. Mit durchaus erfolgversprechenden Karriere-Aussichten: Neben den inzwischen längst nicht mehr limitierten Aufstiegschancen in Handwerks- und Fachberufen steht am Ende im besten Fall ein mit seinem Job zufriedener junger Mensch, der seine Talente voll und ganz ausschöpft.

© privat – Theresa, 4 Jahre, Lehrerin

Illustrationen stammen von Kindern aus einem WIKI-Kindergarten in Graz/Steiermark.

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Daniela Jasch

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