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Home » Individuelle Hilfe beim Lernen
Bildung

Individuelle Hilfe beim Lernen

Helene TumaVon Helene TumaFeber 26, 20214 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Viele Schüler benötigen Hilfe beim Lernen. Sind es in der Volksschule hauptsächlich die Eltern, die als Nachhilfelehrer zum Einsatz kommen, kommt in höheren Schulstufen immer öfter externe Nachhilfe zum Einsatz.

Ohne Unterstützung beim Lernen kommen österreichische Schüler kaum aus. Meist sind es die Eltern, die mit ihren Kindern den Schulstoff üben und wiederholen. Im Durchschnitt stehen zwei Drittel der Eltern ihren Kindern helfend zur Seite. Während der Volksschulzeit sind es gar 90 Prozent. Bringt der elterliche Einsatz nicht den gewünschten Erfolg, wird externe Nachhilfe in Anspruch genommen. Fast ein Drittel der österreichischen Schüler braucht Nachhilfe in einem oder mehreren Fächern. Von den 317.000 Kindern, für die sich heuer die Eltern um Nachhilfe bemühten, bekamen 168.000 bezahlte Nachhilfe, 79.000 bekamen private, unbezahlte Nachhilfe, schulische Gratisnachhilfe bekamen rund 50.000 Kinder. Das zeigt das AK Nachhilfebarometer 2020.

Für bezahlte Nachhilfe sind heimische Eltern bereit, tief in die Tasche zu greifen. Im Durchschnitt gab eine Familie im heurigen Schuljahr und den Sommerferien davor rund 520 Euro dafür aus. Hochgerechnet bis zum Schulschluss, betragen die Gesamtausgaben der Eltern für Nachhilfe 86 Millionen Euro österreichweit. Externe Nachhilfe ist in erster Linie in Mathematik nötig (ca. 64 Prozent aller Nachhilfe-Schüler). Jeweils drei von zehn Schülern mit Nachhilfe erhielten sie in Deutsch oder einer Fremdsprache.

Festigung des Lernstoffes

Meist geht es bei der Nachhilfe um die Festigung des Lernstoffes. „Unsere Kinder sind keine Computer, daher funktioniert auch nicht bei allen Schülern das Lernen und Auffassen von neuen Inhalten gleich schnell. Es hat auch nicht jedes Kind dieselben Interessen, Begabungen und Talente. Es ist daher ,normal‘, dass Kinder üben müssen. Es ist normal, dass man Lernstoff in vielen Fällen nicht gleich versteht und daher Unterstützung braucht und noch einmal nachfragen möchte. Es ist wichtig und normal, dass man sich mit dem Lernstoff auseinandersetzt um ihn zu verstehen. Wiederholung und Übung müssen daher so oft passieren, bis der Stoff wirklich sitzt.

Wenn man nun sieht, wie viel neuer Lernstoff den Kindern in der Schule geboten wird, dann bleibt für das Üben, Wiederholen und Festigen oft zu wenig Zeit“, erklärt Angela Schmidt von Lernquadrat. Nachhilfe sollte in Anspruch genommen werden, bevor die Negativspirale einsetzt. Also am besten vor den ersten Schularbeiten und vor den ersten negativen Noten. Denn viele Schüler lassen sich von negativen Noten sehr beeinflussen, bekommen Angst vor weiteren schlechten Noten oder vor den Konsequenzen. „Schlechte Bewertungen mag keiner. Auch wir Erwachsene zum Beispiel am Arbeitsplatz nicht. Somit mein dringender Appell: Helfen Sie Ihren Kindern oder suchen Sie Unterstützung, bevor die ersten Fünfer da sind!“, so Schmidt.

© Shutterstock

Noten verbessern

Viele nehmen externe Hilfe erst relativ spät in Anspruch. Also erst, wenn der Leidensdruck sehr groß ist. „Immer wieder möchten Eltern und Schüler es „alleine probieren“ und kommen dann erst zu uns, wenn schon zwei Fünfer da sind oder wenn es dann schon in mehreren Fächern schwierig wird. Dann ist es aber auch schwieriger aus der Negativspirale wieder heraus zu kommen. Und oft hören wir Wünsche nach zwei Nachhilfestunden kurz vor der Schularbeit. Dieser Wunsch führt aber meist nicht zum erhofften Erfolg. Daher laden wir alle Eltern/Schüler vor Anmeldung zu einer Beratung ein“, erklärt Angela Schmidt. In den letzten Jahren hat sich der Grund für Nachhilfe jedoch etwas verschoben. Es soll oft nicht das „Sitzenbleiben“ verhindert, sondern eine oder mehrere Noten verbessert werden, um die Chancen auf den Aufstieg in eine ausgesuchte, weiterführende Schule zu steigern.

Individuelle Förderung

Nachhilfe sollte in jedem Fall regelmäßig in Anspruch genommen werden, da so der Stoff laufend wiederholt werden kann. „Jeder Schüler nimmt seine Schulsachen mit, nach diesen wird gelernt. Eingangs bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern und deren Eltern Lerntechnik-Seminare an. So reflektieren die Schüler ihr Lernverhalten und können es optimieren. Das persönliche Betreuen der Schülerinnen und Schüler, das gemeinsame Hinarbeiten auf Prüfungen, Schularbeiten und Tests und die gemeinsame Freude über positive Erfolge schweißt zusammen. Das macht gute Nachhilfe aus“, so Schmidt. Durch Nachhilfe können Schüler individuell gefördert werden, wieder Vertrauen in die eigenen Leistungen fassen und sich dadurch schulisch verbessern.

Wichtig ist dabei, die richtige Nachhilfe für den Schüler zu finden und dass der Schüler auch dazu bereit ist, die Hilfe eines Nachhilfelehrers anzunehmen. Nachhilfe sollte jedoch keine Dauerlösung sein, sondern Hilfe zur Selbsthilfe leisten und konkreten Lernbedarf gemeinsam mit dem Schüler bewältigen.

© Lernquadrat

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Helene Tuma

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