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Home » Mein Kind ist verliebt!
Erwachsen werden

Mein Kind ist verliebt!

Sabine StandenatVon Sabine StandenatAugust 6, 2018Aktualisiert:Feber 27, 20264 Minuten Lesezeit
© Stefan Gergely
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Wenn das Kind verliebt ist, beginnt eine neue Phase für die Eltern. Und die Gedanken reichen von „Wie süß!“ im frühen Alter bis zu „Was kommt jetzt auf uns zu?“ bei einem Teenager.

Bettina, 4: „Mami, ich hab den Hannes so lieb“, Stefan, 10: „Ich muss immer an die Andrea denken“, Greta, 14: „ Der Gerhard und ich – wir gehen jetzt miteinander.“ Drei Kinder in verschiedenen Altersgruppe, die eines verbindet: Sie haben sich verliebt.

Bereits im Kindergarten bilden sich Pärchen. Da wird zusammen gekichert, gespielt und manchmal auch in aller Unschuld Händchen gehalten. In diesem Alter geht es noch nicht um Sexualität. Zerstören Sie als Eltern also bitte nicht diese süße Zweisamkeit, indem sie in die Beziehung etwas „Unmoralisches“ hineininterpretieren. Die Kinder freuen sich einfach an der Gesellschaft des anderen.

Ähnliches gilt für die junge Liebe eines Volksschulkindes. Auch wenn Ihr Sohn äußert, dass Mädchen „blöd“ sind oder ihre Tochter Buben als „dumm“ bezeichnet – so cool sind sie im Einzelfall dann doch nicht. Aber es ist in dem Alter normal, dass es ein wenig peinlich ist, zuzugeben, dass man verliebt ist. Umso schöner, wenn Ihr Kind ganz unbefangen von seinen Gefühlen erzählt.

Bitte machen Sie sich niemals darüber lustig. Wenn Sie vor Bekannten lachend sagen: „Wisst Ihr schon, unser Sohn ist verliebt!“ oder: „Die Susanna redet nur mehr von ihrem Martin“, kann es sein, dass sich die Kinder schämen. Sie verlieren dann das Vertrauen zu Ihnen, und das ist sicher das Letzte, was Sie wollen. Denn bald erreichen Ihre Kids das Teenageralter. Nun gehen die Liebes-Uhren doch ein wenig anders als bisher, und Sie werden beruhigter sein, wenn Ihr Kind Sie weiter in seine Gefühlswelt mit einbezieht.

„Sie hat eine Figur wie ich!“ – © Stefan Gergely

„Nehmen Sie die Verliebtheit Ihres Kindes ernst!“

Mag.Ines Berger

Was sollten Sie beachten, wenn Ihr Teenager-Kind verliebt ist?

  • Vermitteln Sie ihm das Gefühl, dass der Partner bei Ihnen daheim willkommen ist. So wissen Sie, welchen Umgang Ihr Kind pflegt.
  • Betrachten Sie nicht jeden Schwarm gleich als künftiges Schwiegerkind. Das schreckt ab!
  • Ist Ihr Kind unter 14 Jahren und der oder die Angebetete deutlich älter, sollten Sie sich sehr dafür interessieren, was genau da läuft. Außerdem sind nach dem Gesetz sexuelle Handlungen mit einer Person unter 14 strafbar.
  • Hat sich Ihr Kind über das Internet verliebt, ist auch hier Vorsicht geboten. Bitten Sie freundlich, aber bestimmt um einen Besuch, damit Sie sich persönlich eine Bild machen können.
  • Sprechen Sie offen über Sexualität und Verhütung. In diesem Gespräch sollte auch vermittelt werden, dass sexuelle Begegnungen grundsätzlich etwas Schönes sind. Vermeiden Sie Sätze wie „Schämst du dich nicht?“ oder „In deinem Alter ist das noch kein Thema“. Denn mit einiger Wahrscheinlichkeit ist das ja doch der Fall.
  • Vielleicht macht Ihr Kind gerade sexuelle Erfahrungen. Es ist sehr wichtig, dass besonders Ihre Tochter trotz aller Verliebtheit so viel Selbstbewusstsein entwickelt hat, dass sie sich zu nichts drängen lässt. Sie sollte auch in der Lage sein, egoistisches Verhalten von Burschen zu erkennen und zurückzuweisen. Auch Ihr Sohn weiß in dem Alter hoffentlich über Verhütung Bescheid. Wenn er es zulässt, sollten Sie auch mit ihm darüber reden, dass Mädchen und Jungen unterschiedlich reagieren. Im idealen Fall war die Gesprächsbasis zwischen Ihnen die vergangenen Jahre so gut, dass er sich auch jetzt mitteilt, oder gar um Rat fragt.
  • Hören Sie immer verständnisvoll zu und reagieren Sie liebevoll. Das gilt für alle Lebensbereiche Ihrer Kinder, aber besonders bei Verliebtheit.
  • Helfen Sie Ihrem Kind auch durch Zeiten von Liebeskummer. Wenn Kinder das Gefühl erleben, von einem geliebten Menschen zurückgewiesen zu werden, kann diese Situation große Verzweiflung auslösen. Nehmen Sie alle Gefühle ernst und erzählen Sie auch von eigenen diesbezüglichen Erlebnissen. Das schafft Verbundenheit.

Und dann erinnern Sie sich an Ihre ersten Schmetterlinge im Bauch!

„Wir hatten das erste Mal eine Beziehung, als ich 13 war“ – © Stefan Gergely
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Sabine Standenat

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