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Home » Rettung von ungeborenen Kindern mit Herzklappenfehler
Gesund bleiben

Rettung von ungeborenen Kindern mit Herzklappenfehler

adminVon adminNovember 25, 2020Aktualisiert:März 3, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Manche ungeborene Kinder mit Herzklappenfehler können im zweiten Schwangerschaftsdrittel eine schwere Herzschwäche mit Wassereinlagerungen im Bauch und Brustkorb entwickeln. Am Kinderherz Zentrum in Linz konnten jetzt auch diese Kinder erstmals mittels intrauteriner Herzklappen-OP erfolgreich behandelt werden.

Manche ungeborene Kinder mit Herzklappenfehler können im zweiten Schwangerschaftsdrittel eine schwere Herzschwäche mit Wassereinlagerungen im Bauch und Brustkorb entwickeln. Kommt es zu diesem ungünstigen Verlauf, konnte bisher diesen Ungeborenen medizinisch leider nicht geholfen werden, auch konnten keine Behandlungen mehr durchgeführt werden. Meist starben die Ungeborenen noch im Mutterleib. Am Kinderherz Zentrum in Linz konnten jetzt auch diese Kinder erstmals mittels intrauteriner Herzklappen-OP erfolgreich behandelt werden. Von 14 bisher therapierten Kindern konnte bei mehr als zwei Drittel die Herzschwäche so gebessert werden, dass das eingelagerte Wasser im Körper verschwand und die Kinder lebend das Licht der Welt erblicken konnten. Die Hälfte dieser sonst todgeweihten Kinder lebt jetzt sogar mit einem normalen 2-Kammerherz und ohne Einschränkungen.

Weltweit hat damit das Kinderherz Zentrum Linz nun mit Abstand die meisten derartigen Kinder mit dieser Prognose im Mutterleib behandelt. Wir konnten erstmals zeigen, dass ungeborene Kinder mit einem schweren Herzklappenfehler und Herzschwäche im letzten Stadium durch diesen komplexen Eingriff im Mutterleib nicht nur gerettet werden können, sondern nach der Geburt auch die Chance auf ein normales Leben haben.

Durchgeführt wurden diese Eingriffe unter der Leitung von Prim. Univ.- Prof. Dr. Gerald Tulzer und Prim. Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Arzt vom Institut für Pränatalmedizin gemeinsam mit dem Team des Kinderherz Zentrums. Unter Ultraschallkontrolle wird eine Hohlnadel bis in die ca. 1,5 cm große linke Herzkammer des Ungeborenen eingeführt. Anschließend werden über diesen Zugang die nötigen Instrumente, also Draht und Herzkatheter, über der verengten ca. 3-4 mm großen Herzklappe positioniert. Dann erfolgt unter Sicht eine mehrmalige Dehnung der Klappe bis wieder ein guter Fluss durch diese Engstelle vorhanden ist. Aufgrund der bereits bestehenden schweren Herzschwäche im Endstadium sind diese Kinder extrem empfindlich und müssen meist während oder gleich nach dem Eingriff medikamentös durch intrakardiale Verabreichung von Adrenalin behandelt bzw. reanimiert werden.

„Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist die korrekte Diagnose und rechtzeitige Zuweisung in das Kinderherz Zentrum, da pränatale Eingriffe sehr komplex sind und große fachmedizinische Expertise benötigen“, sagt Univ.-Prof. Prim. Dr. Gerald Tulzer, Vorstand der Klinik für Kinderkardiologie.
„Wir sind sehr stolz, dass wir auch bei diesen schwersten Herzklappenerkrankungen nun große Erfolge erzielen können. Durch den Eingriff im Mutterleib kann der natürliche Verlauf bei Herzklappenfehlern entscheidend beeinflusst und das Leben des Kindes gerettet werden“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Arzt, Vorstand des Instituts für Pränatalmedizin.

Das Kinderherz Zentrum Linz am Kepler Universitätsklinikum ist gemeinsam mit dem Institut für Pränatalmedizin mit über 190 intrauterinen Herzeingriffen europaweit das größte und weltweit zweitgrößte Zentrum für pränatale Herzeingriffe. Möglich ist das durch höchste medizinische Fachkompetenz von Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen.

Wichtig bei derartigen Eingriffen ist die kontinuierliche Miteinbeziehung der Eltern durch umfassende Information sowie psychologische Betreuung der Eltern und der größeren Geschwister vor, während und nach dem stationären Aufenthalt. Es besteht die Möglichkeit der Mitaufnahme eines Elternteils sowie unbeschränkte Besuchszeiten für nahe Angehörige.

Mehr zum Kinderherz Zentrum am Kepler Universitätsklinikum:

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