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Home » Twitch: Videospiel-Streaming fasziniert, aber nicht ohne Risiken
Digitale Welt

Twitch: Videospiel-Streaming fasziniert, aber nicht ohne Risiken

adminVon adminJuli 10, 2021Aktualisiert:April 7, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Die Beliebtheit von Twitch wächst immer weiter. Besonders die Streams von Videospielen lösen bei Kindern und Jugendlichen eine große Faszination aus. Twitch birgt allerdings einige Risiken.

Ob Jump’n‘Runs, Rollenspiele oder Ego-Shooter – die Gaming-Szene spielt nicht nur gerne selbst, sondern schaut auch anderen Nutzer*innen online dabei zu. Mit durchschnittlich über drei Millionen gleichzeitigen User*innen ist Twitch im Jahr 2021 eine der wichtigsten Live-Streaming-Plattformen: „An den Streams von Videospielen begeistert die jungen Nutzer*innen vor allem die Interaktivität“, erklärt Iren Schulz, Mediencoach bei SCHAU HIN!. Das Publikum chattet während des Streams nicht nur untereinander mit Gleichgesinnten, die das Hobby Computerspiele teilen, sondern steht auch im direkten Kontakt zu den Streamer*innen und kann das Spielgeschehen beeinflussen. „Nicht nur passives Zuschauen, sondern aktives Austauschen, sich Einbringen und Diskutieren – das spricht viele Jugendliche an.“ Twitch birgt für junge Nutzer*innen jedoch einige Risiken. SCHAU HIN! rät Eltern daher, gemeinsam mit dem Kind altersgerechte Streaming-Kanäle auszuwählen und Jugendschutzeinstellungen auf der Plattform zu aktivieren. Mit Jugendlichen ist der Austausch über das Gesehene wichtig, um über mögliche Risiken ins Gespräch zu kommen. Eltern-Tipps zu Twitch gibt es unter schau-hin.info/grundlagen/streaming-plattform-twitch-fuer-kinder.

Die Nutzung der Plattform ist zwar erst ab 13 Jahren freigegeben – eine Altersüberprüfung findet jedoch kaum statt und Streams können auch ohne eigenen Account angesehen werden. Da Twitch keine Informationen zur Altersfreigabe der gezeigten Videospiele anbietet, ist es wichtig, sich im Vorfeld über die Spiele zu informieren, die die Kinder anschauen wollen – zum Beispiel bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). So können Eltern besser entscheiden, ob die Spielinhalte für ihr Kind geeignet sind. Aber auch das, was die Streamer*innen während der Live-Übertragung erzählen oder was Dritte in die Kommentare schreiben, kann sexualisiert, gewaltverherrlichend oder politisch problematisch sein. Am besten machen Eltern sich selbst ein Bild von den liebsten Streaming-Kanälen ihrer Kinder und aktivieren Filter und Inhaltstags wie „familienfreundlich“ oder „lehrreich“. „Einen absoluten Schutz vor ungeeigneten Inhalten garantieren diese Algorithmen allerdings nicht“, sagt Mediencoach Iren Schulz. Störende User*innen können Kinder und Jugendliche blockieren und ungeeignete Inhalte an Twitch melden.

Twitch kann erst einmal kostenlos genutzt werden. Trotzdem gibt es einige Kostenfallen, in die junge Nutzer*innen tappen können. Der Fankult um einige erfolgreiche Streamer*innen verleitet das junge Publikum dazu, über Geldgeschenke in der Gunst ihrer Idole steigen und deren Aufmerksamkeit bekommen zu wollen. Im Chat können Fans ihren Idolen „zujubeln“, indem sie per Chatbefehl Bits ausgeben – eine virtuelle Währung, die gegen echtes Geld erworben wird. Auch über den Bezahldienst PayPal sind Geldgeschenke möglich. Wer den Streamer*innen durch solche „Donations“ auffällt, wird oft namentlich im Stream genannt – eine besondere Auszeichnung für die begeisterten Fans. „Die Gaming-Welt mit ihren eigenen Stars und Hypes ist für viele Erwachsene oft kaum nachvollziehbar“, so Iren Schulz. Umso wichtiger ist es, mit den Jugendlichen zu sprechen, um die Begeisterung für ihre Gaming-Idole zu verstehen: „Wenn Eltern ihre Kinder zeitweise in diese Welt begleiten, Interesse für die Medienidole zeigen und sich erklären lassen, was Heranwachsende daran so fasziniert, entstehen Verständnis und Vertrauen.“ Auf dieser Basis können Eltern mit älteren Kindern ein Budget für Ausgaben bei Twitch festlegen. Für jüngere können In-App-Käufe über die Geräteeinstellungen oder Jugendschutz-Apps deaktiviert werden. Anleitungen dazu finden Eltern unter schau-hin.info/smartphone-tablet.

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