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Home » Vorsorge: Altersarmut ist weiblich
Familienzeit

Vorsorge: Altersarmut ist weiblich

Herta ScheidingerVon Herta ScheidingerAugust 9, 2020Aktualisiert:April 7, 20264 Minuten Lesezeit
© iStock Images
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Teilzeitarbeit, Karenz und geringerer Verdienst lassen Frauen im Alter schlecht dastehen. Um einer drohenden Altersarmut zu entkommen heißt es aktiv werden und informieren.

Laut einer Berechnung des Frauennetzwerks „Business and Professional Women“ (BPW) war am 25. Februar 2020 der Equal Pay Day. Das heißt, dass Frauen von Jahresbeginn bis zum 25. Februar 2020 im Vergleich zu Männern theoretisch unbezahlt arbeiten mussten. Grund: Noch immer verdienen Frauen im Schnitt um 15,6 Prozent weniger als Männer. „Frauen haben sich vieles erkämpft, in den großen Linien wurde Gleichberechtigung erreicht. Wir diskutieren heute nicht mehr darüber, ob Frauen berufstätig sind und trotz Kindern Karriere machen. Doch diese Sicherheit ist trügerisch“, warnt Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes.

Drohende Altersarmut

Besonders deutlich wirkt sich der Einkommensunterschied zwischen Mann und Frau in der Pension aus. Eine Erwerbslücke von einem Jahr reduziert die spätere Monatspension um rund 2,8 Prozent. Auch eine einjährige Erwerbslücke, die durch die Kindererziehungszeiten „gedeckt“ ist, führt immer noch zu einer reduzierten Monatspension im Ausmaß von rund ein bis zwei Prozent pro Jahr. Die oft familiär bedingte Teilzeitarbeit von Frauen hinterlässt ebenfalls beträchtliche Spuren auf dem Pensionskonto. Rund 28,5 Prozent der Frauen arbeiteten im Vorjahr Teilzeit, bei den Männern waren es 9,8 Prozent. Ein Blick auf die Höhe der durchschnittlichen Alterspensionen macht es deutlich: Diese liegt bei Frauen bei etwa 1.028 Euro im Monat, bei Männern bei 1.678 Euro. Damit fallen die Pensionen um 650 Euro niedriger aus als jene der Männer. Im EU-Vergleich hat Österreich die viertgrößte Pensionslücke von Frauen gegenüber Männern. Frauen sind deshalb fast doppelt so häufig von Altersarmut betroffen wie Männer.

26 Prozent der alleinlebenden Pensionistinnen sind bereits armutsgefährdet. Dem gegenüber stehen nur 15 Prozent der alleinlebenden Pensionisten. Dazu kommt, dass Frauen heute im Schnitt ein Alter von 83,9 Jahren erreichen. Sie leben damit im Durchschnitt um ganze 4,7 Jahre länger als Männer. „Das Risiko der Altersarmut aufgrund fehlender Erwerbsjahre ist vielen Frauen nicht bewusst“, warnt Korosec. Denn Frauen arbeiten viel, ein großer Teil dieser Arbeit ist aber unbezahlt. Weil das Pensionssystem an bezahlter Arbeit ausgerichtet ist, schnappt die Armutsfalle zu. Das bedeutet im Klartext, dass die betroffenen Frauen teilweise ihre Wohnung im Winter nicht warmhalten können, weder ihre regelmäßigen noch unerwarteten Rechnungen z. B. für Reparaturen bezahlen können. Sie können sich weder einen Fernseher noch eine Waschmaschine oder ein Mobiltelefon leisten.

Nur wer Eigenverantwortung übernimmt, kann sich davor schützen in die Altersarmut abzurutschen.

Sonja Steßl, Vertriebsvorständin Wiener Städtische

Die eigene Zukunft im Blick

In punkto Altersvorsorge kann man sich heute nicht mehr gänzlich darauf verlassen, dass sich der Staat um alles kümmert. Es gibt reichlich Gründe dafür, dass es für Frauen besonders wichtig ist, sich rechtzeitig um einen finanziellen Vorsorgeplan zu kümmern. „Frauen denken meist zuerst an die Familie und vernachlässigen dabei oft sich selbst. Doch es ist wichtig, dass sie auch ihre eigene Zukunft nicht aus den Augen verlieren“, kennt Sonja Steßl, Vertriebsvorständin der Wiener Städtischen, die Situation. „Nur wer Eigenverantwortung übernimmt, kann sich davor schützen in die Altersarmut abzurutschen. Frauen müssen dafür aber rechtzeitig privat vorsorgen“, so Steßl weiter. Eine private Vorsorge ist eine existenzielle Angelegenheit für Frauen und soll nicht dem Partner überlassen werden. Doch lässt sich mit einem geringeren Verdienst überhaupt noch privat vorsorgen? „Es ist natürlich deutlich schwieriger, aber auch mit kleinen Beträgen lassen sich Vorsorgepolster aufbauen“, ist Steßl sicher. Bei jungen Frauen gibt es zwar oft schon ein Bewusstsein dafür, aber immer noch werden Geldthemen von vielen Frauen vernachlässigt.

Vorsorge aktiv gestalten

Basisprodukt jeder finanziellen privaten Altersvorsorge sollte die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge sein, die schon ab 25 Euro im Monat zu haben ist. Das Produkt ist als einziges privates Vorsorgeprodukt völlig steuerfrei und der Staat fördert die einbezahlten Prämien. 2020 kann man bis zu 2.957,80 Euro einzahlen und erhält dafür eine staatliche Förderung von 4,25 Prozent. Nutzt man den Höchstbetrag aus, sind das 125,71 Euro. „Gerade für Frauen ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema – und das mittlerweile über sämtliche Lebensbereiche“, ist Sonja Steßl überzeugt. „Wir haben diesen Nachhaltigkeitstrend frühzeitig erkannt und unsere neue Fondspolizze ,Eco Select Invest‘ – ausgezeichnet mit dem Österreichischen Umweltzeichen – auf den Markt gebracht.“ Bei dieser nachhaltigen Vorsorge ist man bereits ab 50 Euro im Monat dabei.

© Shutterstock

Vorsorge früh beginnen

Auch wenn man in jungen Jahren noch nicht an die Altersvorsorge denken will, so kann es doch nie zu früh dafür sein. Spätestens mit 30 sollten laut Einschätzung der Experten konkrete Sparpläne vorliegen. Über die Jahre kommt nämlich der Zinseszinseffekt zum Tragen und schraubt den Gewinn in die Höhe. Wichtig für Frauen ist, dass sie sich aktiv mit ihrer Altersvorsorge auseinandersetzen und sich professionell beraten lassen.

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Herta Scheidinger

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