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Home » Warum es mit dem zweiten Kind nicht leichter wird
Familienzeit

Warum es mit dem zweiten Kind nicht leichter wird

Nick FouriezosVon Nick FouriezosJänner 21, 2019Aktualisiert:Feber 26, 20264 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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„Wirst sehen: Mit einem zweiten Kind wird vieles einfacher!“ Das hören Mamas recht oft. Universitäts-Professoren in Australien haben dazu nun eine Studie gemacht. Sie wollten wissen, ob das stimmt und sind zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Die Soziologin Leah Ruppanner – sie lehrt an der University of Melbourne – hat diese Studie ins Leben gerufen. Auf die Idee dafür kam sie, weil ihr als Mama eines Kindes von Freunden und Familie immer wieder gesagt wurde, dass sie doch ein zweites Kind bekommen solle. Denn zum einen hätte sie jetzt schon Erfahrung und außerdem würde das ältere Kind schon dabei helfen sich um das kleinere Kind zu kümmern. Und zum anderen kam oft das Argument, das bestimmt viele Mamis von Einzelkindern bereits gehört haben: Kinder brauchen ein Geschwisterchen.

Stimmen diese Argumente?

Leah Ruppanner hat sich dann also mit anderen Professoren in Australien zusammengetan und die Daten von 20.000 Australiern analysiert. Die Daten stammen vom „Household, Income and Labour Dynamics Survey“ – eine jährliche Wiederholungsbefragung – und umfassen einen Zeitraum von 16 Jahren. Ihr Fazit: Ein zweites Kind löst denselben Druck auf die mentale Gesundheit aus wie das erste. Und außerdem machen sich speziell die Mütter dann meist noch mehr Sorgen.

Mit einem zweiten Kind wird der Zeitdruck größer sowie auch oft die Kluft zwischen Müttern und Vätern. Der an der Studie mitwirkende Professor Welch Suggs von der University of Georgia ist selbst Vater eines Jungen und eines Mädchens und wirft einen weiteren Aspekt ein: Man kann nicht damit rechnen, dass nur, weil Essen, Schule, Kleidung, Schlafenszeiten und so weiter beim Erstgeborenen funktionieren, dies auch auf das zweite Kind zutrifft.

Dass die eigenen Kinder nicht automatisch dieselben Bedürfnisse haben, darauf weist auch die US-Psychologin und Elternberaterin Susan Newman hin: Während das eine in der Kindertagesstätte ist, muss das andere vielleicht von der Schule abgeholt und zum Fußball-Training gebracht werden.

Donnie Holliday ist Vater zweier Kinder und auch der Meinung, dass es mit zwei Kids zwar nicht unbedingt leichter wird, aber es ist anders. Was die Sache für ihn einfacher macht, ist die bereits gesammelte Erfahrung. Und in diese vertraut er.

Wird der Stress weniger, wenn die Kids älter sind?

Wenn man nach der Studie in Australien geht, wird der Druck nicht weniger, wenn die Kinder älter oder selbstständiger werden bzw. mehr Zeit in der Schule verbringen. Das liegt daran, dass man sich als Eltern im Laufe der Zeit einfach über andere Dinge, die die Kinder betreffen, Gedanken und Sorgen macht. Die Psychologin Susan Newman bringt es auf den Punkt: „Wenn du Kinder groß ziehst, machst du dir Sorgen um sie.“ Wenn sie als Babys die ersten Schritte wagen, haben Eltern Angst, dass sie hinfallen und sich weh tun. Sind die Kinder dann Jugendliche oder junge Erwachsene mit Führerschein, machen sich die Eltern darüber Gedanken, ob der Nachwuchs denn vorsichtig mit dem Auto fährt.

70 Prozent der unter 14-jährigen in Kanada haben keine Geschwister

Und nicht nur das: Studien haben außerdem ergeben, dass wahrscheinlich die Hälfte der Familien im Vereinigten Königreich zukünftig nur ein Kind haben werden.

Zwei oder mehrere Kinder großzuziehen, benötigt auch einiges an finanziellen Mitteln.

Wenn man einen Blick in die USA wirft, so stellt man fest, dass hier der Trend heutzutage bei Doppelverdiener-Haushalten liegt. Die Frauen wollen Karriere und Kinder unter einen Hut bringen. Das wird ihnen aber erschwert, da die Unternehmen und Firmen nicht so aufgebaut sind, dass Väter für eine gewisse Zeit von der Arbeit daheim bleiben können.

So bleibt die Kinderbetreuung meist bei den Frauen. Wenn ein zweites Kind kommt, kann es schon sein, dass aus den anfänglichen paar Jahren Jobpause eine doch fast ein Jahrzehnt dauernde Unterbrechung wird.

Die Geburtenraten sinken übrigens auch in anderen Ländern – in Wenig-Geburten-Staaten wie Japan genauso wie in Viel-Geburten-Ländern wie Indien. Und in China, wo im Jahr 2015 die Ein-Kind-Politik aufgehoben wurde (Anm.: Pro Paar sind aktuell zwei Kinder erlaubt.), entscheiden sich viele Frauen dafür ein oder gar kein Kind zu haben. Sie wählen berufliche Karriere und finanzielle Sicherheit.

In nordischen Ländern ist es anders

In Schweden z.B. gibt es vom Gesetz her großzügige Regelungen was die Babypause betrifft. Außerdem werden auch die Väter bei der Kinderbetreuung in Verantwortung genommen: Es gibt Anreize für sie ebenso wie die Frauen eine Auszeit zu nehmen.

In westlichen Ländern machen Politiker Lippenbekenntnisse um zur Elternschaft zu ermutigen. Diesen müssen aber auch dementsprechende Gesetze folgen.

Übrigens: Die Studie hat den Titel „Harried and Unhealthy? Parenthood, Time Pressure, and Mental Health“ und wurde im „Journal of Marriage and Family“ veröffentlicht.

Hier können Sie den Original-Text „Why Your Second Child Isn’t Any Easier“ auf OZY nachlesen:

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Nick Fouriezos

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