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Home » Hilfe bei Dauermigräne bei Kindern
Gesund bleiben

Hilfe bei Dauermigräne bei Kindern

Deusches Gesundheitsportal DGPVon Deusches Gesundheitsportal DGPJänner 13, 2019Aktualisiert:März 6, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Das Antiepileptikum Valproat kann, so Neurologen der Universität of Kentucky, Dauermigräne Status migraenosus bei Kindern stoppen.

Wenn eine Migräne kein Ende findet, kann es sich um einen sogenannten Status migraenosus handeln. Diese Komplikation der Migräneerkrankung ist ein Anfall, der länger als 72 Stunden anhält. Die üblichen Mittel, ob Triptane oder andere Schmerzmittel, wirken dann also nicht mehr oder verlieren ihre Wirkung schneller als sonst. Bei Erwachsenen gibt es verschiedene Mittel gegen Übelkeit oder kortisonartige Medikamente, die dann helfen können. Wenn dieser Zustand bei Kindern auftritt, steht beispielsweise in der Klinik auch das Antiepileptikum Valproat als einmalige Infusion zur Verfügung. Allerdings könnte das Mittel verträglicher sein und eventuell sogar besser wirken, wenn es kontinuierlich über einen längeren Zeitraum verabreicht wird. Dadurch kann nämlich die Wirkstoffkonzentration im Blut stabil gehalten werden und somit konstant auf das übersteuernde Schmerzsystem einwirken. Auch die Nebenwirkungen könnten durch die so geringere Dosierung verringert werden. In einer Untersuchung der Kinderklinik der University of Kentucky im US-amerikanischen Lexington ermittelten der Neurologe und Kinderarzt Prof. Zafar und seine Kollegen, wie gut das Medikament Valproat Kindern mit einem Status migraenosus helfen konnte, wenn es auf diese Weise kontinuierlich statt einmalig gegeben wurde.

Dazu analysierten sie rückblickend die Behandlungsergebnisse von 83 jungen Patienten, die zwischen August 2009 und August 2012 in der Klinik vorstellig wurden. Die Kinder litten alle unter einem Status migraenosus und waren jeweils mit der Valproat-Infusion behandelt worden, sobald sich eine erste klassische Migränebehandlung erfolglos zeigte. Zu Beginn erhielten die Kinder eine sogenannte Ladedosierung von 20 mg/kg und eine anschließende kontinuierliche Infusion von 1 mg/kg/Stunde. Die jeweils erreichte Wirkstoffkonzentration im Blut wurde nach 4 und nach 24 Stunden gemessen. Die Geschwindigkeit der kontinuierlichen Infusion wurde danach so eingestellt, dass sich die Konzentration auf 80 bis 100 Mikrogramm/ml einpendelte. Die schmerzlindernde Wirkung wurde altersentsprechend mit Tests bzw. Fragebögen in regelmäßigen Abständen ermittelt. Eine exzellente Wirkung wurde aufgezeichnet, wenn die Kinder zu 100 % schmerzfrei waren. Moderate Wirkung wurde notiert, wenn die Schmerzwerte um mindestens die Hälfte gesenkt worden waren. Eine schwache Wirkung lag vor, wenn die Schmerzen nur um weniger als die Hälfte reduziert werden konnten.

Von 83 Patienten in dem betrachteten Zeitraum konnte tatsächlich vielen mit dem Antiepileptikum geholfen werden. Bei 55 der Kinder (66,2 %) war die Wirkung exzellent, sie waren anschließend also schmerzfrei. Eine eher moderate Wirkung zeigte sich nur bei 4 Kindern (4,8 %), und 24 Kindern (28,9 %) konnte das Mittel kaum helfen. Bei mehr als der Hälfte der Kinder half die kontinuierliche Gabe des Mittels also sehr gut, während es bei jedem dritten kleinen Patienten nicht ausreichend anschlug. Drei Viertel derjenigen Kinder, denen es half, waren bereits innerhalb von 24 Stunden schmerzfrei.

Die Nebenwirkungen waren überschaubar: Übelkeit betraf weniger als jedes 10. Kind (8,4 %), und nur 2,4 % der Kinder mussten sich erbrechen. Weitere Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Die Zielkonzentration des Wirkstoffs konnte auch, wie geplant, in fast allen Fällen (91,9 %) nach 24 Stunden bestätigt werden. Zusammenfassend fanden die Neurologen der amerikanischen Kinderklinik eine gute Wirksamkeit von kontinuierlich verabreichtem Valproat bei kleinen Patienten mit Status migraenosus. Das Mittel war in dieser Form sicher und gut verträglich und erreichte die Schmerzfreiheit bei der Mehrzahl der Kinder.

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