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Home » Computerspiele: Wie Kinder zu Risiko-Gamern werden
Digitale Welt

Computerspiele: Wie Kinder zu Risiko-Gamern werden

adminVon adminMärz 6, 2019Aktualisiert:April 7, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Eine DAK-Studie untersucht die Nutzung von Computerspielen und zeigt, wie Minecraft, Fortnite & Co. Jugendliche in die Spielsucht treiben kann.

Fortnite, FIFA oder Minecraft: In Deutschland spielen rund drei Millionen Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren regelmäßig Computerspiele. Davon gelten 465.000 (15,4 Prozent) als sogenannte Risiko-Gamer. Das zeigt der Report „Geld für Games – wenn Computerspiel zum Glücksspiel wird“ der DAK-Gesundheit und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen. Für die repräsentative Studie hat das Forsa-Institut 1.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren befragt. Neben der Suchtgefahr wurden auch die Ausgaben für die Anschaffung von Computerspielen und Extras untersucht.

Die befragten Kinder und Jugendlichen selbst nennen fast alle „Spaß“ als Hauptgrund für ihr Lieblingsspiel. 75 Prozent geben an, beim Computerspiel „gut abschalten“ zu können. Jeder Zweite spielt, weil Freunde auch spielen. Knapp 30 Prozent der Befragten geben an, durch die Games nicht an „unangenehme Dinge“ denken zu müssen. 15 Prozent der Risiko-Gamer fühlen sich unglücklich, wenn sie nicht spielen konnten.

Jeder vierte Risiko-Gamer spielt am Wochenende fünf Stunden und mehr am Tag. Das kann Folgen haben, wie die Studie zeigt:

  • Risiko-Gamer haben oftmals verstärkt Schulprobleme.
  • Betroffene Jugendliche haben mehr emotionale oder Verhaltensprobleme.
  • Konzentrationsschwäche, motorische Unruhe oder aggressives Verhalten kommen häufiger vor als bei unauffälligen Spielern.
  • Je ausgeprägter das Spielverhalten ist, desto mehr Geld investieren Risiko-Gamer in Spiele. Das Geld fließt nicht nur in die Spiele selbst, sondern auch in Extras, zum Beispiel in die sogenannte In-Game-Währung oder Spaß- und Verschönerungselemente.

Leiten Sie Ihre Kinder zu einem sicheren und verantwortungsbewusstem Umgang mit Internet und Computerspielen an. Professor Rainer Thomasius vom Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters empfiehlt, aufmerksam das Spielverhalten der Kinder zu beobachten und den Nachwuchs und seine Interessen ernst zu nehmen. Weitere Tipps für Eltern:

  • Seien Sie informiert über die Spiele Ihrer Kinder und deren Inhalte, um das Suchtpotenzial rechtzeitig zu erkennen
  • Zeigen Sie Interesse und ergründen Sie so Spielmotive, Vorlieben und Spielverhalten Ihres Kindes.
  • Setzen Sie Grenzen zum „Wann“, „Wo“ und „Was“.
  • Bieten Sie spannende Alternativen und Vorschläge für eine ausgewogene Freizeitgestaltung mit positiven Erlebnissen.
  • Ihr Kind geht Begegnungen aus dem Weg, Gespräche verlaufen eher flüchtig und oberflächlich.
  • Die Zeit, in der Ihr Kind das Internet, das Smartphone oder den Computer nicht nutzt wird immer kürzer. Sonstige Freizeitaktivitäten werden vernachlässigt oder ganz aufgegeben.
  • Ihr Kind ist bis in die Nacht hinein mit dem Computer oder der Spielkonsole beschäftigt. Es schläft deutlich weniger oder in einem anderen Rhythmus als früher und ist oft müde.
  • Das Verhalten ändert sich: Ihr Kind reagiert launisch, wütend, depressiv verstimmt, wenn es keinen Internet-/Computer-Zugang hat.
  • Aufgaben und Verpflichtungen werden vernachlässigt.
  • Betroffene haben oft große Schwierigkeiten ihren Internetgebrauch realistisch einzuschätzen und sind deshalb auf Hilfe von außen angewiesen.

Sobald Kinder Anzeichen für eine Computerspielsucht zeigen, empfehlen die Experten des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters folgende Möglichkeiten:

  • Computer aus dem Kinderzimmer bzw. unmittelbaren Wohnbereich entfernen
  • Wochenplan für die geplanten Online-Sitzungen erstellen und Inhalte festlegen
  • Onlinezeiten einschränken – ohne völligen Verzicht
  • neues Hobby finden oder ein altes wieder auffrischen lassen
  • hinterfragen, was das Kind im Internet sucht (und findet?) und warum dies ohne Internetnutzung nicht umsetzbar ist
  • mit vertrauten Menschen das Problem besprechen
  • professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Die FORSA-Studie zum Download

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