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Home » Geldzahlungen an einkommenschwache Mütter verlangsamen Alterung der Kinder
Gesund bleiben

Geldzahlungen an einkommenschwache Mütter verlangsamen Alterung der Kinder

Christian NeuholdVon Christian NeuholdSeptember 15, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Eine in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour veröffentlichte Studie zeigt, dass finanzielle Unterstützung für einkommensschwache Mütter in den ersten vier Lebensjahren ihrer Kinder deren biologische Alterung beeinflussen kann – und zwar in einer Weise, die mit einer besseren Gesundheit im Erwachsenenalter verbunden ist.

Für die Studie Baby’s First Years wurden 1.000 Mütter mit geringem Einkommen nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt. Sie erhielten während der ersten vier Lebensjahre ihres Kindes entweder 333 US-Dollar oder 20 US-Dollar pro Monat.

Mehr Geld sorgt für gesündere Kinder

Die Forschenden stellten anhand von Analysen des kindlichen Epigenoms – also der biologischen Mechanismen, die die Aktivität von Genen steuern – fest, dass höhere Geldtransfers zu einer geringen Veränderung eines Indikators für die biologische Alterung der Kinder führten. Dieser Indikator steht mit besseren langfristigen Gesundheitsergebnissen in Verbindung. Aufgrund des randomisierten Studiendesigns konnten die Forschenden darauf schließen, dass diese Veränderungen tatsächlich auf die höheren Geldzahlungen zurückzuführen sind und nicht auf andere Einflussfaktoren.

„Frühere Studien haben Korrelationen aufgezeigt, die darauf hindeuten, dass Armut die epigenetische Alterung bei Kindern beschleunigen könnte. Korrelationen allein erlauben jedoch keine Aussage darüber, ob sich dieser Prozess durch gezielte Maßnahmen verlangsamen lässt. Umso bemerkenswerter ist der Nachweis eines tatsächlichen ursächlichen Effekts der Geldzahlungen. Die Ergebnisse stützen die Auffassung, dass die Bekämpfung von Kinderarmut eine wichtige gesundheitspolitische Aufgabe ist, um die Gesundheit langfristig zu schützen“, sagt Erstautorin Laurel Raffington, Leiterin der Forschungsgruppe Biosozial am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

© Shutterstock
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Mütter hatten mehr Zeit für ihre Kinder

Frühere Studien des Projekts Baby’s First Years ergaben, dass Mütter, die höhere Geldtransfers erhielten, sowohl ihre Ausgaben für als auch die Zeit mit Aktivitäten für ihre kleinen Kinder erhöhten. Zudem könnte die Intervention zu einer stärkeren schnellen Gehirnaktivität geführt haben, und zwar in Mustern, die mit der späteren kognitiven Entwicklung in Zusammenhang stehen. Es wurden jedoch keine Unterschiede bei anderen Messgrößen der Gesundheit sowie der kognitiven und verhaltensbezogenen Entwicklung der Kinder festgestellt. Die vorliegende Studie zeigt, dass Geldtransfers allein – auch ohne begleitende psychosoziale oder ernährungsbezogene Maßnahmen – geringe, aber potenziell wichtige Auswirkungen auf die biologische Entwicklung von Kindern haben können.

Epigenetische Marker reagieren auf Einflüsse wie Stress, Ernährung und Alterungsprozesse. Sie stehen zudem mit der Geschwindigkeit des Alterns bei Erwachsenen sowie dem Zeitpunkt des Auftretens bestimmter Krankheiten in Zusammenhang. Die Unterschiede in der Epigenetik der Kinder zwischen den beiden Gruppen waren gering, und „es bleibt abzuwarten, ob diese Unterschiede auch im Laufe des Heranwachsens bestehen bleiben“, merken die Letztautorinnen der Studie Kimberly Noble und Kathryn Paige Harden an. „Sollten diese Unterschiede weiterhin bestehen“, sagt Noble, Professorin am Teachers College der Columbia University, „könnte diese Arbeit Impulse für frühkindliche Fördermaßnahmen liefern, die darauf abzielen, Ungleichheiten in Bezug auf Gesundheit, Krankheit und Lebenserwartung zu verringern.“ Harden, Professorin an der University of Texas in Austin, ergänzt: „Die Tatsache, dass wir bereits bei vierjährigen Kindern Unterschiede in ihrer biologischen Alterung feststellen, ist bemerkenswert.“

Es gab keine Hinweise auf Unterschiede im biologischen Alterungsprozess der Mütter, was mit der Theorie übereinstimmt, dass dieser Effekt möglicherweise spezifisch für die frühe Kindheitsphase ist. Auch wenn diese Ergebnisse vielversprechend sind, ist noch nicht bekannt, ob die im Alter von vier Jahren gemessenen biologischen Veränderungen Aufschluss über die spätere Gesundheit im Erwachsenenalter geben – was die Bedeutung einer kontinuierlichen Nachbeobachtung dieser Kohorte unterstreicht.

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Christian Neuhold

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