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Home » So erkennt man Cybermobbing
Digitale Welt

So erkennt man Cybermobbing

Christian NeuholdVon Christian NeuholdNovember 26, 2017Aktualisiert:April 7, 20263 Minuten Lesezeit
© Pixabey
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Wie Eltern ihrem Kind beim Umgang mit digitalen Medien helfen können.

Cybermobbing ist längst in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen eingezogen. Was Eltern und Großeltern im Verdachtsfall tun können.

Zwar ist nicht jede Auseinandersetzung und jede digitale Gemeinheit gleich Mobbing, denn Streit unter Kinder entsteht rasch und verfliegt meistens auch ebenso schnell. Der entscheidende Punkt ist, dass absichtlich und über einen längeren Zeitraum hinweg Handlungen im Internet oder via Smartphone gesetzt werden, die eine Person ausgrenzen, ihr schaden oder sie quälen. Die ISPA hat daher in ihrem medienpädagogischen Handbuch auch diesem Bereich großen Raum gewidmet.

Der Online-Enthemmungseffekt

Jüngere Kinder neigen noch öfter zu physischer Gewalt. Es wird geschubst, an den Haaren gezogen oder das Spielzeug anderer zerstört. Ältere Kinder experimentieren eher mit psychologischen Formen von Gewalt, etwa dem aktiven Ausgrenzen oder Verbreiten von Gerüchten, bei denen das Smartphone eine ganz zentrale Rolle spielen kann. Hier kommt noch dazu der Online-Enthemmungseffekt zu tragen: In der scheinbaren Anonymität des Internets trauen sich Menschen eher, andere zu beleidigen und bloßzustellen. Besonders Kindern fällt es schwer, sich zu zügeln, wenn die soziale Kontrolle wegfällt oder nicht sofort spürbar ist.

Ein Fünftel aller Kinder ab elf betroffen

Laut einer OECD-Studie aus dem Jahr 2015 ist ein Fünftel aller Kinder im Alter von elf bis 15 Jahren in Österreich von Cybermobbing betroffen. Das besonders schwierige an Cybermobbing ist, dass die Belästigung durch den Einsatz von Internet und digitalen Medien rund um die Uhr stattfindet, ein sehr großes Publikum erreicht und das es auch Zuhause davor keinen Schutz gibt. Ebenso können die Rollen von Täter  und Opfer fließend sein. Ein Angriff ruft einen Gegenangriff hervor, was zu einer endlosen Schleife gegenseitiger Attacken führen kann.

Was Erwachsene gegen Cybermobbing tun können

Ernst nehmen: Nicht jede WhatsApp-Meldung ist gleich Cybermobbing, doch Eltern sollten ihren Kindern besonders aufmerksam zuhören, wenn diese von digitalen Vorfällen berichten. Denn sehr oft schämen sie sich und rücken nur zögerlich mit dem vollen Umfang der Attacke heraus. Eltern sollten ihren Kindern unbedingt Glauben schenken.

Verständnis zeigen: Mobbing kann sehr belasten, besonders wenn sich Kinder niemandem anvertrauen können. Es mögen manche Fälle für Eltern nicht nachvollziehbar sein, trotzdem ist es aber wichtig, dass sie die Gefühle der Kinder ernst nehmen.

Nicht verurteilen: Verurteilen Sie Kinder nicht. Besser ist es zu zeigen, wie gemeinsam aus Fehlern gelernt werden kann. Besserwissen der Eltern hilft dem Kind selten weiter. Im Gegenteil, es lässt die Verzweiflung des Kindes meistens noch größer werden.

Kein Handy- und Internetverbot: Auch das Aussprechen von Handy- oder Internetverboten ist kontraproduktiv. Denn das Handy und das Internet sind für Kinder für Freizeit und Schule sehr wichtig. Wird ein Kind Opfer von Cybermobbing, sollte es nicht auch noch von Mama und Papa dazu bestraft werden!

Beweise sichern: Alles, was hilft, einen Cybermobbingfall belegen zu können, sollte gesammelt werden, etwa durch Screenshots oder Kopien von unangenehmen Nachrichten, Chats oder Bildern.

Mobbinginhalte aus dem Netz entfernen: Kursieren negative Bilder oder Nachrichten im Internet, sollten diese gelöscht werden, damit das Leid nicht unnötig fortgesetzt wird. In großen sozialen Netzwerken können solche Inhalte über eingebaute Meldemechanismen sehr leicht gemeldet und dann von den Seitenbetreibern entfernt werden. Ansonsten kann auch der Seitenbetreiber direkt kontaktiert werden. Hilfe bietet hier der Leitfaden für soziale  Netzwerke von saferInternet.at/privatsphaere-leitfaden

Das Recht am eigenen Bild: Es ist wichtig zu wissen, dass niemand ohne Erlaubnis der abgebildeten Person Fotos von ihr veröffentlichen darf, schon gar nicht, wenn diese Fotos oder deren Begleittext bloßstellender Natur sind. (§78 UrhR)

Rasche Hilfe und Ansprache im Akutfall

Telefon: 147 – Rat auf Draht, kostenloser und anonymer 24h-Notruf für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen

Wichtige Anlaufstellen

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Christian Neuhold

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