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Home » „Ziele dürfen adaptiert werden“
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„Ziele dürfen adaptiert werden“

Sandra LobnigVon Sandra LobnigDezember 24, 2021Aktualisiert:April 7, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Die vergangenen zwei Jahre haben gezeigt, wie unberechenbar das Leben sein kann. Lohnt es sich da überhaupt, sich Ziele für 2022 zu setzen? Wie soll man mit Unsicherheit, Sorgen und Angst umgehen? „familiii“ hat bei der Psychologin Andrea Prettenhofer nachgefragt. 

Klimakrise, Corona, heftige gesellschaftliche Debatten mit verhärteten Fronten: Von allen Seiten prasselt Negatives auf uns herein. Was kann Familien 2022 durch schwere Zeiten tragen? 

Andrea Prettenhofer: Ganz wichtig für Familien ist die soziale Unterstützung, also ein gutes Netzwerk zu haben. Das Mehrgenerationenhaus, wie es früher verbreitet war, gibt es heute nicht mehr so oft. Familien müssen sich ihr Netzwerk also selber aufbauen. Und – das ist genauso wichtig – sie können anderen von sich aus ihre Hilfe anbieten und nicht nur auf die eigene Kleinfamilie schauen. So entsteht Zusammenhalt. Darüber hinaus ist die Erfahrung wichtig, selbst etwas bewirken zu können. Vieles hat man ja auch in der Hand: Man kann sich fragen, was die Stressfaktoren in der Familie sind und wie man mit ihnen umgehen kann. Proaktiv handeln ist eigentlich immer möglich. 

Niemand weiß, was das neue Jahr alles bringen wird. Unsicherheit kann zu Angst und Sorgen führen. Wie kann man mit dieser Angst umgehen? 

Bei Angstgefühlen hilft es, die eigenen Ressourcen zu aktivieren. Über die eigenen Stärken nachzudenken und sich vor Augen zu halten, welche Schwierigkeiten man bereits überstanden hat. Dann kommt man drauf, dass man auch in anderen Situationen schon mutig und tapfer war. Durch dieses Visualisieren wird das Vertrauen für die Zukunft gestärkt. 

Wie setzt man sich in der Familie am besten Ziele für das neue Jahr? Und: Wie geht man damit um, wenn Corona oder etwas anderes Unvorhergesehenes wieder einmal alle Pläne über den Haufen wirft?

Wenn man das Jahr plant, sollen alle Familienmitglieder miteinbezogen werden, denn die Bedürfnisse in einer Familie unterscheiden sich natürlich. Nehmen wir zum Beispiel den Vorsatz „Mehr Zeit miteinander verbringen“. Für die Mama bedeutet das wahrscheinlich etwas ganz anderes als für die 15-jährige Tochter. Über diese verschiedenen Erwartungen soll gesprochen werden. Es wäre schlimm, wenn ich die eigenen Bedürfnisse über die anderen drüber stülpe. 

Dass sich manche Pläne nicht verwirklichen lassen, passiert. Wenn beispielsweise ein Elternteil arbeitslos wird, wird man den Urlaub wahrscheinlich nicht so machen können wie geplant. Aber man kann dann vielleicht etwas anderen machen: Ziele dürfen adaptiert werden! Welche drei Dinge sollte man sich für das neue Jahr auf jeden Fall vornehmen?

Man sollte ausreichend Selbstfürsorge betreiben und sich um sich selbst kümmern wie um eine gute Freundin, einen guten Freund. Zweitens: Man darf mit sich selbst Mitgefühl haben und sich zugestehen, bei Rückschlägen traurig oder wütend zu sein. Drittens: Dankbarkeit ist wesentlich. Dabei geht es aber nicht nur darum, sich zu überlegen, wofür man selbst dankbar ist, sondern auch, wann einem selbst Dankbarkeit entgegengebracht wurde. Das zeigt, dass man dazu beitragen kann, die Welt ein Stück weit zu verändern. 

© privat
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Sandra Lobnig

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    Sandra LobnigNovember 7, 20265 Minuten Lesezeit

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