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Home » „Wir können alle weniger Plastik verbrauchen!“
Unsere Zukunft

„Wir können alle weniger Plastik verbrauchen!“

Daniela JaschVon Daniela JaschJänner 1, 2020Aktualisiert:März 5, 20263 Minuten Lesezeit
© iStock Images
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Die junge Autorin und Bloggerin Charlotte Schüler verzichtet seit Jahren auf Plastik. Ihre Erfahrungen rund um einen nachhaltigen Lebensstil teilt sie auf plastikfreileben.de bzw. #einfachplastikfreileben.

Was war für dich der Auslöser, dich von Plastik zu verabschieden?
Charlotte Schüler: Meine Mutter hat damit angefangen, als ich noch zur Schule ging. Sie hat einen Laden für plastikfreie Produkte in München eröffnet und mich nach und nach angesteckt: Als Erstes habe ich meine Plastik-Trinkflasche ersetzt, dann kamen immer mehr Produkte hinzu. Seit meiner ersten eigenen Wohnung lebe ich fast komplett ohne Plastik.

Was ist für dich das Schlimme an Plastik?
Die Schäden des Plastikmülls an unserer Um- und Tierwelt, das ganze Plastik in unseren Meeren – das ist fatal. Ebenso die gesundheitlichen Auswirkungen von Mikroplastik. Immerhin nehmen wir durchschnittlich etwa das Volumen einer Plastik-Kreditkarte pro Monat in unseren Körper auf. Das hat Auswirkungen auf unsere Hormone, unser Erbgut oder kann Krankheiten auslösen.

Was war für dich bei der Umstellung am schwierigsten?
Als ich mit dem plastikfreien Leben angefangen habe, gab es noch nicht so viele Produkte ohne Kunststoff wie heute. Zum Glück hat sich das geändert! Schwierig ist es meistens, wenn andere Menschen involviert sind, für die ein nachhaltiger Lebensstil nicht so selbstverständlich ist. Beim Einkaufen etwa, wenn die Leute es nicht gewohnt sind, dass ich meine eigenen Abfüllbehältnisse mit habe. Oder in neuen Umgebungen, auf Reisen etc. ist die Umsetzung oft schwierig.

Inwiefern ist es für dich als engagierte Einzelperson frustrierend, wenn sich gerade in Bereichen wie dem Gesundheitswesen Plastik schwer vermeiden lässt?
Gar nicht. Denn Plastik ist in vielen Bereichen wie Technik oder Medizin auch sinnvoll. Mir geht es nicht darum, Plastik zu verteufeln. Ich will langfristig etwas ändern und diesen Lebensstil als Bereicherung betrachten, und nicht als Verzicht. Ausnahmen sind daher erlaubt. Etwa wenn ich Medikamente brauche, die in Plastik verpackt sind, oder meine Kontaktlinsen. Ich finde es am wichtigsten, sich keine unerreichbaren Ziele zu setzen. Es geht nicht darum, von einem Tag auf den anderen zu hundert Prozent auf Kunststoffe zu verzichten. Sondern Schritt für Schritt.

Zehn Leute, die achtsamer mit dem Thema umgehen, sind besser als zwei, die es perfekt machen.

Charlotte Schüler, Insta-Bloggerin & Autorin

Plastikfrei leben wird oft als Lifestyle für Hipster oder Singles wahrgenommen. Gerade für Familien mit Kindern sind viele plastikfreie Produkte oft zu teuer, und eine Dreifach-Mama ist froh, wenn sie in Ruhe zum Duschen kommt, geschweige denn, das Duschgel selber zu machen …
Finanziell muss man das Ganze auf lange Sicht betrachten. Stoffwindeln oder Duschseifen sind vielleicht teurer, aber in Summe langlebiger bzw. ergiebiger. Gerade Eltern können ihre Kinder schon früh zu bewusstem Konsum erziehen. Selber kochen, (verpackungs-)flexibel einkaufen, Wiederverwerten, Spielzeug reparieren, Second Hand – das sind alles Wege hin zu einer grüneren Welt. Ganz ohne Plastik schaffen wohl die wenigsten. Wobei ich es viel besser finde, wenn zehn Leute zumindest achtsamer mit dem Thema umgehen, als wenn zwei es perfekt machen.

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Daniela Jasch

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