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Home » Schreien, schlafen, essen: Wovon Eltern träumen
Familienzeit

Schreien, schlafen, essen: Wovon Eltern träumen

adminVon adminJuli 28, 2019Aktualisiert:März 6, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Weniger schreien, gut essen, gut schlafen und geduldig warten: Kinderpsychologinnen in Deutschland untersuchen, wovon Eltern träumen.

Das erste Lebensjahr ist entscheidend für eine positive sozio-emotionale Entwicklung. Die psychologische Forschung zu Schwierigkeiten im Säuglingsalter und damit verbundenen elterlichen Verhaltensweisen steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Sabrina Fuths hat in ihrer Doktorarbeit ein Modell entwickelt und überprüft, wie es zu mangelnder Feinfühligkeit der Mutter kommen könnte, die sich negativ auf den Säugling auswirkt. Schwierigkeiten von Babys, sich an die Umwelt und die Anforderungen des Lebens anzupassen, zeigen sich oft in andauerndem Schreien und Problemen mit dem Schlafen und Essen. Um betroffene Familien zuverlässig zu identifizieren, überprüfte Sabrina Fuths ein diagnostisches Interview auf seine Eignung.

Bestandteil ihrer Arbeit war auch die Überprüfung der Wirksamkeit eines Trainingsprogramms für werdende und junge Eltern namens Baby-Triple P. Es vermittelt schon vor der Geburt Wissen über die kindliche Entwicklung im ersten Lebensjahr und Tipps und Strategien zur Beruhigung des Kindes sowie zu Förderung gesunder Schlafgewohnheiten. Ihre Studie mit 49 Paaren in Deutschland ergab, dass die Säuglinge der Eltern, die vor der Geburt an dem Programm teilgenommen hatten, weniger schrien und häufiger wach und zufrieden waren im Vergleich zu den Säuglingen der Eltern, die nicht an dem Programm teilgenommen hatten. „Dieses Ergebnis ist ein Hinweis dafür, dass ein vorgeburtliches Elterntraining einen positiven Einfluss auf das kindliche Schreiverhalten haben könnte“, so Fuths, die inzwischen als Psychologin in einer Fachklinik des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Essen arbeitet.

Warten fällt vielen Kleinkindern schwer, manche bekommen regelrechte Tobsuchtsanfälle. Johanna Sroka wollte in ihrer prämierten Masterarbeit herausfinden, wie man Kinder und ihre Eltern unterstützen kann, mit Wartesituationen besser umzugehen. Sie untersuchte daher, wie Kinder lernen können, sich in einer Wartesituation mit Spielzeug abzulenken. 50 Zweijährige und ihre Eltern nahmen an der Studie teil und wurden per Zufall einer von drei Gruppen zugeordnet. In einer Gruppe machte das Elternteil vor, wie man sich mit Spielzeug ablenkt, während man auf etwas wartet. In einer zweiten Gruppe war eine Mitarbeiterin das Modell, und in einer dritten Gruppe wurde in dieser Phase nur gespielt, sodass es kein Modell gab.

Die Kinder warteten für jeweils zwei Minuten auf eine Süßigkeit oder ein Geschenk. „Die Eltern füllten währenddessen im selben Raum Fragebögen aus, sodass wir beobachten konnten, wie sich die Kinder ohne Anleitung von Erwachsenen in dieser Wartesituation verhalten“, erklärt Johanna Sroka. Anschließend folgte die Modellsituation, in der entweder ein Elternteil oder die Studienmitarbeiterin vormachte, wie sie sich in einer Wartezeit ablenkt, in der dritten Gruppe wurde ausschließlich gespielt. Danach gab es eine weitere zweiminütige Wartezeit, in der die Forscherin beobachtete, ob sich die Kinder anders verhielten als zuvor.

„Die Ergebnisse zeigten eine Tendenz, dass die Kinder sich tatsächlich mehr ablenken, wenn das Elternteil vormachte, wie es sich ablenkte, wohingegen die Ergebnisse bezogen auf die fremde Person nicht eindeutig waren“, fasst Johanna Sroka zusammen. Kinder in der Kontrollbedingung zeigten keine Unterschiede in ihrem Verhalten in den Wartesituationen. Johanna Sroka baut ihre Doktorarbeit auf diesen Ergebnissen auf und forscht am Wartenlernen weiter.

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