Das Jahreszeugnis fällt schlecht aus? Die Expertinnen von Rat auf Draht haben Tipps, wie Eltern richtig reagieren können.
Die Sommerferien nähern sich mit Riesenschritten, eine lang ersehnte Pause für Schüler:innen und Lehrerinnen. Davor gibt es aber noch die Zeugnisse, die nicht für alle Schüler:innen und deren Eltern so erfreulich ausfallen und ein oder gar mehrere „Nicht Genügend“ enthalten. Für beiden Seiten eine belastende Situation. Während sich Kinder und Jugendliche auf der Notrufnummer 147 vertraulich und kostenlos Tipps holen, wie sie ihren Eltern die schlechte Kunde überbringen können, haben die Expertinnen von elternseite.at, dem Beratungsangebot für Eltern und Bezugspersonen von Rat auf Draht, einige Tipps für Eltern zusammengetragen.
1) Momentaufnahme
Eines vorweg: Schlechte Noten sagen nichts über die tatsächliche Intelligenz oder die Fähigkeiten Ihres Kindes aus. Sie sind eine Momentaufnahme. Wenn sich also diesmal ein oder mehrere Fünfer im Zeugnis finden, heißt das nicht, dass der Nachwuchs dies in Zukunft nicht wieder in Ordnung bringen kann.
2) Aufgeben gibt es nicht
Auch ein Fünfer im Jahreszeugnis bedeutet nicht, dass Ihr Kind das Schuljahr wiederholen muss. Mit dem sogenannten „Nachzipf“ im Herbst bietet sich die Gelegenheit, die schlechte Note auszubügeln. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug Pause bekommt, bevor es mit dem Lernen für die Nachprüfung beginnt. Ferien sollten auch zur Erholung da sein. In letzter Minute unter Stress und Zeitdruck sollte aber nicht gelernt werden.

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3) Stehen Sie hinter Ihrem Kind
Auch, wenn das Ergebnis dem aktuell nicht entsprechen mag, hat sich Ihr Kind meist angestrengt und sein Bestes gegeben und ist mit der Situation selbst nicht zufrieden. Eltern sollten die Anstrengungen ihres Kindes würdigen. Statt Kritik braucht Ihr Kind die Gewissheit, dass sie hinter ihm stehen. Die Devise heißt: Gemeinsam schauen, was man tun kann.
4) Unterstützung statt Vorwürfe
Konzentrieren Sie sich auf positive Aspekte, wie gute Noten, die Ihr Kind in anderen Fächern erreichen konnte oder auf besondere Talente und Fähigkeiten. Eltern, die auf Unterstützung und Mitgefühl statt auf Anschuldigungen und Vorwürfe setzen, heben das Selbstwertgefühl ihres Kindes. So gestärkt, lernt es sich in Zukunft besser.
5) Strafen sind keine Lösung
Es ist nur verständlich, dass Eltern ob der schlechten Noten ihres Kindes auch frustriert sein können. Leicht ist man versucht, für die sachwachen schulischen Leistungen ein Verbot auszusprechen. Strafen bei schlechten Noten sind aber eher kontraproduktiv und bewirken nur, dass das familiäre Miteinander noch schwieriger wird. Die Situation ist herausfordernd genug, lassen Sie daher Zockverbot, Streamingverbot oder Handyverbot sein.
#6 Ferien sind zur Erholung da
Ferien sind Ferien: Gönnen Sie Ihrem Kind auf jeden Fall eine Pause: Es sollte die Ferien trotz der schlechten Noten genießen und sich eine Auszeit zum Abschalten und Auftanken nehmen können. Danach kann es erholt weitergehen.
7) Ursachenforschung betreiben
Überlegen Sie gemeinsam mit ihrem Kind, wo die Gründe für die schlechten Noten liegen könnten. Machen Sie miteinander einen Plan, wie es künftig besser laufen könnte. Das gibt Sicherheit und Orientierung. Eltern sollten sowohl die Wünsche des Kindes als auch ihre eigenen Bedürfnisse berücksichtigen.
8) Unterstützung holen
Funktioniert gemeinsames Lernen nicht, geraten Sie dabei immer in Streit? Sie sind damit keine Ausnahme. Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen. Vielleicht gibt es Bekannte, Nachbarn oder Verwandte, die als Lernhilfe einspringen können. Auch professionelle Unterstützung in Form von Nachhilfeunterricht kann geholt werden. Das Team von elternseite.at steht ihnen ebenfalls gerne zur Seite. Termine sind online unter elternseite.at buchbar. Zudem gibt es in Kooperation mit Schulpsychologie Österreich des BMBWF (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung) eine Beratungsmöglichkeit speziell für Schulthemen: https://elternseite.at/de/beratung-schulthemen
Über Rat auf Draht
Rat auf Draht ist die erste Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Not sowie deren Bezugspersonen. Rat auf Draht bietet zwei Dienstleistungsangebote:
Die Notrufnummer 147, die sich ausschließlich an Kinder & Jugendliche richtet, ist in dieser Form Österreichs einziger derartiger Service. Hier finden Österreichs Kinder und Jugendliche 24h Hilfe und Beistand bei allen herausfordernden Situationen des Lebens – kostenlos & anonym. Mit der Chatberatung steht ein zusätzlicher Beratungskanal zur Verfügung. Mehr Infos unter: www.rataufdraht.at
Die Elternseite (elternseite.at) ist ein Unterstützungsangebot von Rat auf Draht für Eltern und Bezugspersonen von Kindern zwischen 0 und 24 Jahren. Sie steht Elternmit Online-Video-Beratung durch Expert:innen, hilfreichen Informationen und Webinaren zur Seite. Eine Terminbuchung im Onlinekalender ist 24h möglich. Mehr Infos unter: www.elternseite.at
