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Home » Eigenes Social-Media-Konto erst ab 15: Was die EU-Pläne für Familien bedeuten
Digitale Welt

Eigenes Social-Media-Konto erst ab 15: Was die EU-Pläne für Familien bedeuten

Christian NeuholdVon Christian NeuholdSeptember 18, 20263 Minuten Lesezeit
© Pexels
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Kinder unter 13 Jahren sollen nach dem Willen der EU-Kommission keine sozialen Netzwerke nutzen, ein eigenes Konto soll es erst ab 15 geben. Am heutigen Donnerstag legt die Kommission ihren Vorschlag für den sogenannten EU Kids Act vor, die Eckpunkte hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in ihrer Rede zur Lage der Union genannt. Medienexperte Florian Buschmann, Gründer der Initiative OFFLINE HELDEN, erwartet davon keine schnelle Veränderung im Familienalltag. „Dass es im Gesetz steht, wird nicht viel daran ändern, dass Eltern es begleiten und umsetzen müssen“, sagt er.

Für 13- und 14-Jährige sind laut von der Leyen nur sogenannte Mini-Konten vorgesehen, die Eltern einrichten und beaufsichtigen, mit eingeschränkten Funktionen und begrenzter Nutzungszeit. Zugleich sollen die Anbieter stärker in die Pflicht genommen werden. „Die Plattformen müssen beweisen, dass sie sicher sind“, sagte die Kommissionspräsidentin. Nach vorab bekannt gewordenen Eckpunkten sollen etwa suchtfördernde Funktionen wie das endlose Scrollen wegfallen; im Gespräch ist zudem eine Altersprüfung für alle Nutzerinnen und Nutzer.

Der lange Weg bis zur Umsetzung

Überraschend ist für Buschmann an den Plänen wenig. „Vieles davon wissen wir schon sehr lange“, sagt der Experte, der als stimmberechtigter Patientenvertreter an der AWMF-Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs mitgewirkt hat. Bis die neuen Vorgaben im Alltag ankommen, dürfte zudem Zeit vergehen. Das Europäische Parlament hatte im November 2025 in einer nicht bindenden Entschließung sogar ein Mindestalter von 16 Jahren gefordert, mit Zustimmung der Eltern ab 13. Nun müssen sich die EU-Institutionen auf eine gemeinsame Fassung einigen.

© Shutterstock
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Was Eltern schon jetzt tun können

Buschmann rät deshalb, nicht auf die Umsetzung zu warten, und nennt drei Schritte. Erstens die Elternfunktionen nutzen, die es bereits gibt, etwa die Bildschirmzeit auf dem iPhone, Google Family Link auf Android-Geräten oder die Aufsichtsfunktionen von Instagram und TikTok. Sie bieten keinen vollständigen Schutz, sind aber ein Anfang. Zweitens Nutzungszeiten gemeinsam mit dem Kind aushandeln, statt sie festzusetzen – das gelingt selten beim ersten Versuch. Und drittens echtes Interesse an der digitalen Welt des Kindes zeigen, ohne sofort zu bewerten, denn nur mit Vertrauen erzählen Kinder, was sie online erleben. „Wenn ich mich offen mit dem digitalen Umfeld meines Kindes beschäftige, habe ich die Chance zu erfahren, was mein Kind wirklich bewegt“, sagt Buschmann, der als Jugendlicher selbst von Mediensucht betroffen war.

Über Florian Buschmann

Florian Buschmann (Psychologie B.A.) und Mitglied im Fachverband für Medienabhängigkeit. Seit über sieben Jahren ist er in der Prävention und Intervention zum Thema Kinder und digitale Medien aktiv. Mit der von ihm gegründeten Initiative OFFLINE HELDEN erreicht er gemeinsam mit seinem Team jedes Jahr mehr als 13.000 Teilnehmende in über 500 Veranstaltungen. Er begleitet Familien, deren Kinder von einer kritischen oder krankhaften Mediennutzung betroffen sind, gibt ihnen Halt und Stabilität – und trägt so zum Erhalt beziehungsweise zur Wiedergewinnung ihrer psychischen Gesundheit bei.

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Christian Neuhold

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